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MAUTHAUSEN. In Erinnerung an die Mühlviertler Menschenhatz, euphemistisch „Mühlviertler Hasenjagd“ genannt, werden vom Verein “perspektive mauthausen“ eine zeitgeschichtliche Wanderung sowie eine Kultur- und Gedenkveranstaltung mit Maria Hofstätter und Schülern der NMS Mauthausen organisiert.    

Maria Hofstätter liest im Donausaal Mauthausen. Foto: Mihai Mitrea
  1 / 2   Maria Hofstätter liest im Donausaal Mauthausen. Foto: Mihai Mitrea

Die zeitgeschichtliche Wanderung wird am 3. Februar nach einer kurzen Einführung von der KZ Gedenkstätte über 3,5 Kilometer entlang der Hauptfluchtrichtung über Schloss Marbach zum Gedenkstein nach Ried/Riedmark führen. Anschließend gibt es die Möglichkeit, Gespräche mit der Zeitzeugin Anna Hackl zu führen.

Kultur- und Gedenkveranstaltung „Wohin“

Die Vorbereitungen zur Gedenkveranstaltung „Wohin“ mit Maria Hofstätter am 1. März sind bereits im Gange. Schüler und Schülerinnen der Neuen Mittelschule werden auch dieses Jahr wieder aktiv mit dabei sein. Sie holten sich Tipps bei OÖN-Fotograf Volker Weihbold und waren in Kleingruppen unterwegs, um aus ihrer Sicht Fotos zum Thema Zusammenleben zu machen und zu zeigen, wie sie das in Mauthausen erleben. Weihbold unterstützte sie anschließend auch beim Speichern und Sichten der Fotos. Diese werden bei der Veranstaltung unter dem Titel „Zusammenleben“ gemeinsam mit Fotos von Volker Weihbold unter dem Titel „Flucht“ präsentiert.

Zeitgeschichtliche Wanderung

Samstag, 3. Februar, 13 Uhr KZ Gedenkstätte Mauthausen, Besucherzentrum

mit NR Sabine Schatz, Franz Aigenbauer und Bernhard Mühleder

Abschluss im Gasthaus Kirchenwirt, Ried

19 Uhr Rückfahrt zur Gedenkstätte

Wanderung und Rücktransport: keine Kosten.

Anmeldung: 0664/4131904 oder walter@)hofstaetter-mauthausen.at

Kultur- und Gedenkveranstaltung „Wohin“

Donnerstag, 1. März, 20 Uhr, Donausaal Mauthausen

Maria Hofstätter liest Geschichten von Menschen die flüchten mussten

Fotoausstellung: „Zusammenleben“ NMS Mauthausen; „Flucht“ Volker Weihbold

Eintritt: € 9, Vvk € 7; ermäßigt € 5, Vvk € 3

Vvk: Raiffeisenbank, Sparkasse, Gemeindeamt und Pfarramt Mauthausen

INFO

Im Mai 2001 wurde auf Initiative der Sozialistischen Jugend in Ried in der Riedmark ein Gedenkstein zur Mühlviertler Menschenhatz, euphemistisch „Mühlviertler Hasenjagd“ genannt, aufgestellt.

Text der Inschrift:

Am 2. Februar 1945 versuchten ca. 500 zur Ermordung in das KZ Mauthausen eingewiesene, fast ausschließlich sowjetische Offiziere einen Fluchtversuch aus dem Lager. Direkt nach der Flucht begann unter dem Befehl „niemanden lebend ins Lager zurückzubringen“ eine Treibjagd auf die Entflohenen, bei der die SS, die Gendarmerie, Einheiten der Wehrmacht, SA-Abteilungen und Hitlerjungen, sowie Angehörige des Volkssturms und anderer Organisationen und einige Zivilisten teilnahmen. Dieses Verbrechen ist unter dem Namen „Mühlviertler Hasenjagd“ bekannt. In Ried in der Riedmark wurden die erschossenen und erschlagenen Häftlinge, die in der näheren und weiteren Umgebung ergriffen und ermordet wurden, bei der alten Volksschule eingesammelt und gestapelt. Einzig 11 Offiziere, die entweder in den Wäldern untertauchen konnten oder bei Bauern versteckt wurden, überlebten. Alle anderen Entflohenen wurden ergriffen und meist sofort ermordet.

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!


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