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MAUTHAUSEN. „Die Tore zur Hölle, die von den Menschen gemacht wurden, müssen singulär bleiben und daher brauchen wir den Vergleich mit der Geschichte um aus dieser zu lernen“, warnt Schriftsteller Michael Köhlmeier in Erinnerung an die Mühlviertler Menschenhatz bei der traditionellen Gedenkveranstaltung am Freitag, den 1. Februar. 

Foto: maf
Foto: maf

Die „perspektive mauthausen“ stellte Freitagabend die Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Massenausbruchs sowjetischer Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen unter das Motto “Mensch bleiben“. Der Abend wurde von Schauspielerin Konstanze Breitebner und Michael Köhmeier gestaltet. Breitebener brachte gemeinsam mit den Musikern Nikolai Tunkowitsch und Helmut Thomas Stippich die Nacht von 1. auf 2. Februar 1945 dem Publikum näher. Jene Nacht, als pure Verzweiflung die Häftlinge dazu brachte, auszubrechen. Die meisten starben bereits in den ersten Minuten des Ausbruchs. Doch einigen gelang tatsächlich die Flucht aus dem Lager. Doch als diese dann gejagt wurden wie die Hasen, bezahlten die meisten mit ihrem Leben. Zwölf von 500 überlebten. 

Geschichte ist nur Geschichte, wenn man nicht aus ihr lernt

Schriftsteller Michael Köhlmeier betonte, wie wichtig Geschichte ist um aus ihr zu lernen. „Zum großen Bösen kommen die Menschen nur im Kleinen“, so Köhlmeier. Jeder Weg zum großen Bösen besteht aus unzähligen winzigen Schritten, von denen jeder Einzelne unbedeutend scheint. Um zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt, muss man aus ihr lernen. Dazu braucht es den Vergleich mit der Gegenwart. Wenn Begriffe wie „Gutmensch“ oder „Opfer“ als Schimpfwörter verwendet werden, ist das bereits ein kleiner Schritt. Auch übte er Kritik an Innenminister Herbert Kickl: „Wenn man Menschen konzentriert halten will und die Menschenrechtskonvention an gegebene Umstände anpassen will, dann kann das nur heißen, dass in Zukunft zwischen Menschen, für die diese Rechte gelten und jene, für die sie nicht gelten sollen, unterschieden werden soll“, so Köhlmeier. „Wir sind alle Teil der Geschichte, ob wir es wollen oder nicht. Wir tragen die Verantwortung aus der Geschichte zu lernen“, betont Köhlmeier eindringlich.

„Ich bin sicher, die Mehrzahl der Menschen im Land wollen Mensch bleiben“, sagte der Vorsitzende der perspektive mauthausen, Walter Hofstätter. Im Publikum wurden auch Anna Hackl und der Publizist Henning Scharsach begrüßt. Tosender Applaus im voll besetzten Donausaal beendete die Gedenkveranstaltung.


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