Revitalisierung: Tirolerin nimmt Wachauer Hammerschmiede wieder in Betrieb

Hits: 56
Claudia  Brandt Tips Redaktion Claudia Brandt, 05.08.2022 13:44 Uhr

AGGSBACH DORF. Zuletzt stand sie leer, nun kehrt wieder neues Leben ein: die Hammerschmiede Pehn in Aggsbach Dorf wird derzeit revitalisiert. In wenigen Wochen nimmt die Tiroler Schmiedin Christine Wild dort den Betrieb auf. Interessierte können der Metallkünstlerin bei der Arbeit über die Schulter schauen, auch Führungen und Kurse sind geplant

Seit dem 16. Jahrhundert gibt es die Hammerschmiede Pehn in Aggsbach Dorf. Das Industriedenkmal war einst der benachbarten Kartause zinspflichtig und befindet sich nun seit 180 Jahren in Familienbesitz. Der letzte Hammerschmied war Josef Pehn, der das Werk bis 1956 betrieb. Nun möchte sein Enkel Alois Kastenberger der Schmiede wieder neues Leben einhauchen. „Solch ein Erbe bedeutet auch eine Verantwortung“, erklärt Kastenberger, der in der Schmiede auf die Welt kam und bis in seine 20er Jahre auch dort gelebt hat. Sein Ziel ist es, dass die Schmiede nun wieder „für etliche Jahrzehnte“ läuft“ und die Handwerkskunst weitergetragen wird.

Schmiede wird in Originalzustand zurückversetzt

Eine „ordentliche sechsstellige Summe“ investiert der pensionierte AHS-Lehrer in die Revitalisierung des Objekts. Die Schmiede wird aktuell in ihren Originalzustand zurückversetzt und soll bald wieder voll funktionsfähig sein. Finanzielle Unterstützung erhält Kastenberger, der in Baden lebt, vom Bundesdenkmalamt und der Kulturabteilung des Landes NÖ. Der Eigentümer will jedoch keinen Museumsbetrieb schaffen. Dem 75-Jährigen ist es wichtig, dass in der Schmiede wirklich gearbeitet wird.

Sprung in die Selbstständigkeit

Für den Betrieb der Schmiede konnte Kastenberger die Tirolerin Christine Wild gewinnen. Die 41-jährige Handwerkerin aus Kramsach im Bezirk Kufstein hat ihre Kunstschmiede-Ausbildung an der HTL Steyr absolviert und in der oberösterreichischen Industriestadt bereits Berufserfahrung gesammelt. In der Wachau will sie nun den Sprung in die Selbstständigkeit wagen und wird auch direkt vor Ort in der Hammerschmiede leben.

Metallkunst aus der Wachau

In Aggsbach will die Künstlerin nach eigenen Angaben Klein­skulpturen und Gebrauchsgegenstände herstellen. Erste kleinere Werke hat sie dort bereits in Handarbeit produziert. Für größere Werke wird auch bald der massive Hammer in Betrieb gehen, welcher der Schmiede auch seinen Namen gibt. „Ich wollte immer ein Handwerk lernen. Die Schmiedin war einfach in mir drin“, sagt die 41-Jährige über ihre Berufswahl. Zuschauer willkommen Ein großes Anliegen ist es der Künstlerin, dass Schmiedehandwerk auch nach außen deutlich sichtbar zu machen. Daher können ihr Interessierte gerne spontan bei der Arbeit über die Schulter schauen. Sie selbst präsentiert ihre Kunstwerke – darunter beispielsweise Katzenskulpturen und ein Glockenstuhl – regelmäßig bei diversen Ausstellungen. „Es gibt viel mehr Schmiede, als man denkt“, sagt Wild über ihren Berufsstand.

Einzigartig in Region

Die Hammerschmiede soll laut Alois Kastenberger nach ihrer Fertigstellung ein Zentrum für historisches, aber auch modernes Schmiedehandwerk werden. Im niederösterreichischen Zentralraum sei die Aggsbacher Schmiede einzigartig. „Sie steht durchaus in einer Reihe mit den Schmiedezentren in der Gegend um Ybbsitz“, betont der Besitzer. Sie wird übrigens mit Wasserkraft betrieben. Die Wasserversorgung erfolgt durch einen großen Schwellteich, der vom nahen Wolfsteinbach gespeist wird. Fachliche Unterstützung bei der Revitalisierung erhalten Kastenberger und Wild von Sepp Eybl, der in Ybbsitz selbst ein Hammerwerk betreibt. Christine Wild hatte bei dem Mostviertler Metallkünstler einst selbst einmal ein Praktikum absolviert.

Eröffnung am 3. September

Aktuell sind in der Hammerschmiede noch diverse Handwerker zugange. Die offizielle Eröffnung findet am Samstag, 3. September, ab 14 Uhr statt. Künftig soll es in der Hammerschmiede auch diverse Veranstaltungen wie Führungen, Schauschmieden und Kurse geben. Entsprechende Termine werden zeitgerecht auf der Website bekannt gegeben.

Weitere Infos & Kontakt: www.hammerschmiede-pehn.at

Kommentar verfassen



Wasserschaden: Pfarre bittet um Spenden für Turmsanierung

MANK. Im August hat die aufwändige Sanierung des Manker Kirchturms begonnen. Um die Kosten von rund 250.000 Euro stemmen zu können, bittet die Pfarre um Spenden.

Mank setzt auf neue Mobilitätsangebote

MANK. Für das Stadtentwicklungsprojekt Molkereiareal arbeitet die Stadtgemeinde Mank gemeinsam mit der Donauuniversität Krems und der Wohnbaugenossenschaft Gedesag neue Möglichkeiten der Mobilität ...

Starke Photovoltaiknachfrage im Bezirk Melk auch im Juli

BEZIRK MELK. Die EVN konnte – wie in den vergangenen Monaten – wieder einen Zuwachs an Netzzugangsanträgen für Photovoltaikanlagen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden.

Neuer Obmann für Manker Stadtmarketing

MANK. Bei der Generalversammlung des Manker Stadtmarketings am vergangenen Montag im Gasthaus Riedl-Schöner wurde Werner Schrittwieser zum neuen Obmann gewählt.

Bruno-Verleihung: USG Alpenvorland hofft auf Titel

KIRNBERG/TEXINGTAL. Die Amateurmannschaft der USG Alpenvorland ist für den „Bruno“ nominiert. Die Verleihung findet am 19. September in Wien statt und wird vom ORF live übertragen.

Drei weitere Orte werden flutsicher

KRUMMNUSSBAUM/LEIBEN/MELK. Die politische Entscheidung für den Bau von Hochwasserschutzanlagen in drei Melker Bezirksgemeinden ist gefallen. Bund und Land haben die Finanzierung zugesichert.

Traktorfreunde bezwingen Großglockner

ST. LEONHARD/RUPRECHTSHOFEN. ie Traktorfreunde Leonhofen fuhren wieder mit ihren Fahrzeugen aus. Heuer ging es hoch hinaus, nämlich auf den Großglockner.

Topothek Leiben geht online

LEIBEN. Die Marktgemeinde Leiben startet im September mit einer Topothek, um Erinnerungen lebendig zu halten. Bilder, Geschichten und historisches Wissen sollen auf diese Weise an nachfolgende Generationen ...