Geringer Ertrag, niedrige Alpha-Werte: Kein gutes Jahr für die Mühlviertler Hopfenbauern
NEUFELDEN. Große Hitze über einen längeren Zeitraum mag der Hopfen einfach nicht. Dementsprechend fiel heuer die Hopfenernte aus: Die Dolden sind klein geblieben und auch die Alpha-Werte liegen unter dem Durchschnittswert. Dafür können die Hopfenbauern aber nach der Bonitierung die weiße Fahne hissen – alle Proben wurden mit der Bestnote bewertet.

Bis Ende Juni war die Welt für die Mühlviertler Hopfenbauern noch in Ordnung. „Es war warm und trocken mit ausreichender Wasserversorgung und wir konnten schon zeitig anleiten. Der Hopfen ist dann gut angewachsen und wir Hopfenbauern haben uns schon auf eine gute Ernte gefreut“, schilderte Josef Reiter, Obmann der Hopfenbaugenossenschaft, bei der Bonitierung in Neufelden. Er habe sogar schon ein wenig Sorge gehabt, dass wieder eine Rekordernte wie 2014 eingefahren wird.
Die Hopfenmonate Juli und August machten allerdings die Erwartungen zunichte: „Der fehlende Niederschlag und die große Hitze mit dauerhaft über 30 Grad haben die weitere Entwicklung verlangsamt, die Pflanzen haben auf ein Notprogramm geschaltet.“
Schlechte Ausbeute
Mit 167 Tonnen fiel die Ernte heuer deutlich geringer aus als im Vorjahr mit 310 Tonnen; der Durchschnitt liegt bei 260 Tonnen Hopfen. Auch die Alpha-Werte, die für die Bitterkeit im Bier sorgen, blieben unter dem Normalwert. Die im Mühlviertel am häufigsten angebaute Sorte Perle etwa weist heuer nur einen Alpha-Gehalt von 3,9 % auf – 2014 waren es 8,5 %. „Das schmerzt natürlich besonders, weil diese Sorte eine große Fläche einnimmt. Viele Betriebe haben heuer nicht positiv wirtschaften können“, weiß Reiter. Er hofft, dass sich die Brauer im Vorjahr ausreichend mit Mühlviertler Hopfen eingedeckt haben, damit sie über die Runden kommen. „Wir arbeiten eben in der freien Natur und da ist nicht jedes Jahr gleich. Manchmal muss man schlechte Jahre überbrücken.“
Nur ein Gutes hatte der Hitzesommer: Pilze, Blattläuse oder die rote Spinne hatten bei dieser Trockenheit keine Chance. Deshalb vergaben die Juroren bei der Bonitierung auch die Bestnote für alle Proben, sodass es für niemanden Abschläge gibt.
Herausforderndes Ergebnis meistern
Allgemein schaut es am Hopfenmarkt mengenmäßig nicht so erfreulich aus, wie Johann Jäger von der Brauunion aufzeigte. „Am freien Hopfenmarkt wird nicht viel zu haben sein. Aber wird werden gemeinsam auch dieses herausforderndes Ergebnis meistern und auch heuer Bier brauen können“, versprach Jäger.


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