Dokumentarfilm über KZ-Überlebenden holte in Russland den nächsten Filmpreis
NIEDERWALDKIRCHEN. Die mittlerweile zwölfte internationale Filmauszeichnung hat Bernhard Rammerstorfer für seinen Dokumentarfilm „Leiter in der Löwengrube“ bekommen: Am Samstag überzeugte der Film bei seiner Russland-Premiere. Damit rücken auch Schauplätze und Darsteller aus Niederwaldkirchen ins weltweite Rampenlicht.

Mit „Leiter in der Löwengrube“ schildert der aus Niederwaldkirchen stammende Autor und Filmemacher Bernhard Rammerstorfer die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Leopold Engleitner. Er war der ehemals älteste Überlebende von drei Konzentrationslagern und begann im Alter von knapp 100 Jahren gemeinsam mit Rammerstorfer „eine Reise gegen das Vergessen“. 150.000 Kilometer sind die Beiden durch die Welt gereist, um an Schulen und Universitäten der jungen Generation die Bedeutung von Toleranz und Frieden zu lehren. Im Jahr 2013 starb Engleitner im Alter von 108 Jahren.
Rammerstorfers Bemühungen, zu einer objektiven Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen beizutragen, bleiben nicht ungesehen. Nach Auszeichnungen in Europa und den USA wurde der Film beim Film-Festival in St. Petersburg mit dem „Special Jury Mention“-Award ausgezeichnet - unter 432 Einreichungen aus 60 Ländern.
Regionale Darsteller vor der Kamera
„Neben dokumentarischen Elementen enthält der Film viele Spielszenen aus Engleitners Leben“, erzählt der Filmemacher, der dafür auch Darsteller aus dem Bezirk Rohrbach vor die Kamera holte. „Obwohl von diesen niemand eine Schauspiel-Ausbildung hat, haben sie ihre jeweiligen Rollen sehr gut verkörpert, weil sie sich mit der Geschichte identifizieren konnten und Leopold Engleitner persönlich kannten.“ Er ist überzeugt, dass dies, neben der Botschaft für Toleranz und Frieden an sich, zum außergewöhnlichen Erfolg des Filmes beigetragen hat.
Eine besondere Rolle spielte Hermann Rammerstorfer aus Uttendorf. Der Bruder des Regisseurs verkörperte einen ortskundigen Bergführer, der den Nazi-Suchtrupp zu Engleitners Versteck in den Bergen führen sollte. Er schickte die Nazis aber immer wieder auf falsche Fährte und rettete Engleitner somit da Leben. „Für Hermann war diese Rolle als jahrzehntelanger Jäger maßgeschneidert.“ Den Lagerarzt spielte der ehemalige Niederwaldkirchner Gemeindearzt Friedrich Kitzberger, der Engleitner in dessen letzten Lebensjahren medizinisch betreut hat.
Gedreht wurde ebenfalls in Niederwaldkirchen - unter anderem im Troadkasten des Verschönerungsvereins, im Haus von Josef Ringler und am Bauernhof von Anton und Frieda Füreder. Für eine Brandunfall-Szene übernahm die örtliche Feuerwehr die Feuersicherung.
Hergestellt wurde der Film im Studio der Filmproduktion Kapfer in Niederwaldkirchen. Bestellmöglichkeit: Tel. 07231/2527
Alle Darsteller aus der Region:
Niederwaldkirchen: Heidi Tischler, Manuel Tischler, Friedrich Kitzberger, Anton Kapfer, Boris Kapfer, Hermann Rammerstorfer, Christian Rammerstorfer, Manfred Rammerstorfer, Ottilie Rammerstorfer, Tobias Tischler
Ulrichsberg: Christian Höllinger
Altenfelden: Christoph Karl
St. Martin: Roland Pichler
Jury-Urteil zu „LADDER in the LIONS' DEN“:
„This film was awarded by the jury, because a story of real man was much stronger than the fiction stories in the feature films in the „Official selection“. The film combines documentary and fiction scenes very professional. And the most important thing is that the movie inspires people to defend their principles. It is very actual in these days. In addition, the film has a historical value. It tells about the little-known pages of World War II.“
„Dieser Film wurde von der Jury ausgezeichnet, weil die Geschichte eines realen Mannes viel ausdruckstärker ist als die fiktiven Geschichten in den Spielfilmen der offiziellen Vorauswahl. Dieser Streifen verbindet dokumentarische Elemente und nachgestellte Szenen historischer Ereignisse auf sehr professionelle Weise. Das Allerwichtigste ist, dass dieser Film Menschen inspiriert, für ihre Prinzipien einzustehen. Das ist besonders heutzutage ein sehr aktuelles Thema. Zudem hat dieser Film einen historischen Wert, denn er berichtet über die wenig bekannten Seiten des Zweiten Weltkrieges.“


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