Bei Farmgoodies sind die fleißigen Weihnachtselfen am Werk
ROHRBACH-BERG/NIEDERWALDKIRCHEN. Alle Hände voll zu tun haben zur Zeit die Klienten von Stabil. Sie sorgen schließlich dafür, dass bei Farmgoodies die Öle und Sämereien ordentlich als Geschenk verpackt werden. Eine Kooperation voller gegenseitiger Wertschätzung, die für beide Seiten ein Gewinn ist.

Viele Handgriffe sind notwendig, bis die Arbeit getan ist. Aber Renate, Franz, Ludmilla und alle weiteren Mitstreiter sind schon ein eingespieltes Team und arbeiten wie am Fließband: Franz wiegt gerade Hanf ab und füllt diese in die Sackerl, Renate verschließt diese mit einer Klammer und klebt sorgfältig das von Betreuerin Karin Leitenbauer beschriftete Etikett drauf. Dann geht das Ganze zu Ludmilla, die die Sämereien in die vorher gefalteten Schachteln packt. Jeder macht seine Tätigkeit und jeder macht diese gerne. „Wir haben gschickte Chefleute, es geht uns immer gut hier. Und die Arbeit freut uns. Wenn es heißt, es geht zu Farmgoodies, ist jeder gerne dabei“, erzählt Renate Lamperstorfer aus Putzleinsdorf. Jetzt in der weihnachtlichen Stoßzeit haben die „Weihnachtselfen von Farmgoodies“ besonders viel zu tun. Da reicht der übliche 14-tägige Rhythmus nicht mehr aus. „Wir sind sehr dankbar für diese Flexibilität. Oft melden wir uns sehr kurzfristig und auch das ist kein Problem“, sagt dazu Auftraggeberin Judith Rabeder, die froh über die wertvollen Arbeitskräfte ist: „Sie kommen jedes Mal mit solcher Begeisterung und Freude und erledigen die Arbeit sehr sorgfältig. In der Früh bekommen sie von uns den Arbeitsauftrag, dann brauchen wir uns um nichts mehr zu kümmern. Das ist eine enorme Erleichterung für uns.“
Wertvolle Bestätigung
Jetzt gerade werden am Firmenstandort in Niederwaldkirchen Hanf, Leinsamen und Mohn fürs Lager fertig gemacht. So wie die Schachteln eingelagert werden, kommen sie später zum Händler. „Da müssen wir nichts mehr kontrollieren“, sagt Rabeder. Aber nicht nur der Partner aus der Wirtschaft profitiert von der Integrativen Beschäftigung, sondern auch die Teilnehmer. „Wir sind sehr froh über diese Arbeit“, bestätigt Karin Leitenbauer. „Die Menschen erfahren eine echte Wertschätzung und spüren, dass sie wichtige Arbeit leisten.“ Wenn sie dann das von ihnen verpackte Öl oder den Leinsamen und Hanf später im Geschäft wieder entdecken, ist das eine zusätzliche Bestätigung.
Für heute sind die Stabil-Klienten fertig: 100 Sackerl Leinsamen, ebenso viele Sackerl Hanf und etliche voller Mohn haben sie allein an diesem Vormittag abgefüllt und lagerfertig gemacht. „Jetzt machen wir noch den Arbeitsplatz sauber, dann gehen wir heim“, sagt Renate.
Gelungene Kooperation
Das Beispiel des Netzwerks Farmgoodies zeigt, dass sich regionale Wirtschaft und sozialer Mehrwert verbinden lassen. Mehr solcher Auftraggeber sind auch das Ziel der pro mente-Einrichtung Stabil, die Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen sinnstiftende und ihren Fähigkeiten entsprechende Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. „Aktuell gehen insgesamt 14 Menscheneiner integrativen Beschäftigung in den Unternehmen der Region nach“, berichtet der Teamleiter der Tagesstruktur Rohrbach, Daniel Weber. Und ergänzt: „Die Auswirkungen sind spür- und sichtbar: Das Selbstvertrauen nimmt zu, der Gesundheitszustand stabilisiert sich und Menschen, die oft sozial isoliert und am Rande der Gesellschaft stehen, trauen sich plötzlich wieder etwas zu.“ Die Teilnehmer erledigen etwa die Rasenpflege für die Rotkreuz-Bezirksstelle, helfen im Gasthaus Dorfner in der Küche mit, pflegen die Sport- und Freizeitanlage Kranzling in Haslach oder den Friedhof in Rohrbach-Berg.


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