Marktgerechte Bezahlung der Mitarbeiter ist ein Erfolgsfaktor für die Hotellerie
ÖSTERREICH. Die Budgetierung der Mitarbeiterkosten für das Jahr 2024 ist für viele Hoteliers zu einer entscheidenden Frage geworden. Dabei geht es zwar um einen wesentlichen Kostenfaktor, doch ist eine ausgewogene und marktgerechte Bezahlung die Voraussetzung dafür, gute Mitarbeiter zu finden und diese längerfristig an den Betrieb zu binden.

Von 2022 auf 2023 stieg das Gehaltsniveau in der Hotellerie im Schnitt um rund 7 Prozent; inklusive Lohnnebenkosten liegen die durchschnittlichen Kosten pro Mitarbeiter mittlerweile bei über 42.400 Euro pro Jahr. In Anbetracht einer durchschnittlichen Inflationsrate von knapp über 8 Prozent in 2023 liegt dieser Wert zwar genau im erwarteten Rahmen, bleibt aber ein wesentlicher Kostenfaktor.
Mit den höchsten Lohnnebenkosten in der EU steigt der Druck auf die Gehälter und reduziert für die Mitarbeiter die Spanne zwischen Bruttoaufwand für das Unternehmen auf Nettoeinkommen für den Mitarbeiter. Zudem lagen die Mitarbeiterkosten im Österreich-Durchschnitt in Ganzjahresbetrieben 2022 bereits bei 37,28 Prozent, gerechnet vom Ertragsanteil. In einer Dienstleistungs-intensiven Branche wirken sich starke Erhöhungen beim größten Kostenfaktor unmittelbar negativ auf das ohnehin bereits schrumpfende Betriebsergebnis aus. Angesichts der erfolglosen Inflationsbekämpfung besteht für die Dienstleistungsbranche dadurch die zunehmende Gefahr einer Preis-Lohnspirale.
Schaut man die einzelnen Tätigkeitsbereiche im Detail an, so sieht man doch große Unterschiede. So stiegen die Gehälter bei nicht qualifizierten Mitarbeitergruppen mit einfachen Tätigkeiten im Servicebereich um rund 16 Prozent. Geringere Steigerungen von nur rund drei Prozent waren u.a. im Wellnessbereich zu beobachten. Doch selbst innerhalb dieser Gruppen variiert das Gehaltsniveau in den einzelnen Positionen und Stufen oft stark. Detaillierte Auswertungen sind daher gefragt.
Eine faire Vergütung kostet letztlich weniger
„Eine nicht marktgerechte Grundvergütung bringt unzufriedene Mitarbeiter, kostet Loyalität, erhöht die Fluktuation, fördert den Schwund und macht eine Überzahlung - oft überforderter - Schlüsselmitarbeiter notwendig“, so Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung.
Essentiell ist schließlich das Zusammenspiel der gesamten Gehaltsstruktur des Betriebes. Die Unternehmenskultur muss dem internen Gefüge und der externen Marktsituation gerecht werden. Dazu sind auf der Basis einer genauen Analyse entsprechende interne Kommunikationsprozesse einzuleiten. „Damit wird der Dauerbrenner Gehalt zum professionell gemanagten Hygienefaktor, wo Mitarbeiter sich auf ihre Arbeit konzentrieren können und der Hotelier seine Kosten im Griff hat“, betont Alexander Zerkowitz, Human Resources-Experte in der Prodinger Gruppe.

