„Sehr unfair“: Das sagt Novak Djokovic über Sinners Dopingsperre
DOHA. Der serbische Rekordchampion Novak Djokovic bezieht zur Dopingsperre des Italieners Stellung. Er übt scharfe Kritik am Deal.

Das milde Strafmaß für Jannik Sinner – der 23-Jährige wurde aufgrund einer positiven Dopingprobe für drei Monate gesperrt - stößt Novak Djokovic sauer auf. Der Serbe bezeichnet das Strafmaß vor seinem Turnierstart in Doha als „sehr unfair“ und „uneinheitlich“. Auch Spieler wie Nick Kyrgios und Stan Wawrinka übten zuletzt scharfe Kritik an der dreimonatigen Sperre.
„Gefühl, dass es zur Bevorzugung kommt“
„Die Mehrheit der Spieler hat das Gefühl, dass es zur Bevorzugung kommt. Es scheint fast so, als könne man das Ergebnis beeinflussen, wenn man ein Topspieler ist und Zugang zu den besten Anwälten hat“, sagt Djokovic. Er verglich die Sperren für Sinner und Iga Swiatek – die Polin fasste nach einem positiven Dopingtest eine einmonatige Suspendierung aus – mit jenen von Simona Hakep oder Tara Moore.
„Einige andere Spielerinnen, die vielleicht weniger bekannt sind, kämpfen seit Jahren darum, ihre Fälle zu klären, der sind seit Jahren gesperrt“, kritisiert der 37-Jährige, der eine Strukturverbesserung fordert. Dabei merkt er aber auch an, dass er die Unschuld von Sinner und Swiatek nicht anzweifle. „Es ist kein gutes Bild für unseren Sport, das ist sicher. Aktuell gibt es grundsätzlich einen Mangel an Vertrauen – sowohl bei männlichen als auch weiblichen Tennisprofis gegenüber der Wada, der Itia und dem gesamten Prozess“, fügt er hinzu.
Positive Dopingprobe im Jahr 2024
Grund für die Sperre sind Verstöße des Südtirolers gegen die Anti-Doping-Bestimmungen. So wurde Sinner im vergangenen Jahr zwei Mal positiv auf die verbotene Substanz Clostebo, ein anaboles Steroid, getestet. Eine Sperre bekam er zunächst nicht, weil ihm laut der verantwortlichen International Tennis Integrity Agency (ITIA) kein vorsätzliches Verschulden und keine Fahrlässigkeit nachgewiesen werden konnte.
Sinner hatte den Verstoß damit begründet, dass die Substanz bei einer Massage über die Hände seines Physiotherapeuten in seinen Körper gelangt sei.


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