Ingrid van Bergen gestorben: Abschied von einer schillernden Lebensgeschichte
DEUTSCHLAND. Die Schauspielerin und Dschungelkönigin Ingrid van Bergen ist mit 94 Jahren gestorben. Ihr bewegtes Leben zwischen Filmruhm, Skandal und spätem TV-Comeback bleibt unvergessen.

Ingrid van Bergen ist tot. Die legendäre Schauspielerin, Kabarettistin und spätere Dschungelkönigin starb im Alter von 94 Jahren in ihrem Zuhause in Niedersachsen. Ihre langjährige Freundin fand sie friedlich eingeschlafen. Damit endet ein Leben, das wie kaum ein anderes zwischen großer Leinwand, tiefen Abgründen und späten Triumphen pendelte.
In den 1950er und 60er Jahren zählte van Bergen zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Films. Ihr Durchbruch gelang mit der Satire „Rosen für den Staatsanwalt“, es folgten Auftritte in Kabaretts, Edgar-Wallace-Filmen und TV-Produktionen. Ihre rauchige Stimme und ihre unverwechselbare Präsenz machten sie zur Kultfigur einer ganzen Generation.
Geprägt von Schicksalsschlägen
Doch ihre Biografie war auch geprägt von Schicksalsschlägen. Als Kind floh sie vor der Roten Armee, verlor ihren Vater im Krieg und sprach später offen über traumatische Erlebnisse. 1977 erschoss sie ihren Geliebten – ein Prominenten-Skandal, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Verurteilt wegen Totschlags im Affekt verbrachte sie mehrere Jahre im Gefängnis. Nach der Haft kamen nur wenige Rollen, doch van Bergen kämpfte sich zurück auf die Bühne und ins Fernsehen.
Ihr spätes Comeback gelang 2009, als sie mit 77 Jahren das RTL-Dschungelcamp gewann. Der Titel der „Dschungelkönigin“ machte sie nochmals populär – vor allem bei einem jungen Publikum. Bis ins hohe Alter blieb sie politisch interessiert, lebte aber zuletzt zurückgezogen und lehnte öffentliche Auftritte ab. 2025 wurde bekannt, dass sie blind ist und im Rollstuhl sitzt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden