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Technischer Defekt, Sturm und 17 Menschen im Sessellift: Dramatische Evakuierung am Hintertuxer Gletscher

Tips LogoThomas Leitner, 29.12.2025 09:03

TIROL. 17 Wintersportler hängen stundenlang über dem Abgrund, Hubschrauber müssen wegen Wind abbrechen – erst um 18 Uhr werden alle aus dem havarierten Sessellift am Hintertuxer Gletscher gerettet.
 

Sessellift am Hintertuxer Gletscher (Foto: Reinhard/adobe.stock)
Sessellift am Hintertuxer Gletscher (Foto: Reinhard/adobe.stock)

Am zweiten Weihnachtsfeiertag verwandelte sich der Hintertuxer Gletscher in der Gemeinde Tux in ein Krisengebiet: Kurz nach 15:30 Uhr blieb der 3er-Sessellift „Schlegeis“ nach einem technischen Defekt an der Antriebscheibe plötzlich stehen. Auf der gesamten Strecke blieben 17 Menschen in teils großer Höhe auf den Sesseln hängen. Die Rettung entwickelte sich zu einem dramatischen Wettlauf gegen Zeit und Wetter, während starker Wind eine rasche Bergung aus der Luft unmöglich machte. 

Technisches Versagen oberhalb der Abgründe

Die Alpinpolizei und die Bergrettung aus Tux wurden umgehend alarmiert. Zusätzlich standen die Rettungshubschrauber „Alpin 5“ und „Libelle Tirol“ bereit, konnten aber aufgrund der heftigen Windböen nicht wie geplant zum Einsatz kommen. Die 17 festhängenden Personen erlebten unter diesen Bedingungen mehrere Stunden in der eisigen Winterluft, während Einsatzkräfte und Mitarbeiter der Zillertaler Gletscherbahn fieberhaft an einem Plan zur Evakuierung arbeiteten. 

Bodenoffensive statt Luftrettung

Da jede Helikopterbergung zu gefährlich gewesen wäre, bildeten Einsatzleiter mehrere Teams, die sich mit Pistenbullys und Skidoos zu den jeweiligen Einsatzorten vorarbeiteten. Insgesamt waren 17 Bergretter, 20 Mitarbeiter der Bergbahnen, sechs Pistenbullys und zwei Schidoos im Einsatz. In einer koordinierten Bodenaktion gelang es schließlich, die Personen nacheinander sicher aus dem „gestrandeten“ Lift zu bringen. 

Rettung trotz Wind und Kälte

Erst gegen 18 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen: Die letzte eingeschlossene Person konnte schließlich unversehrt vom Lift befreit werden. Trotz der dramatischen Lage verlief der Einsatz ohne Verletzte, was Einsatzleiter als „sehr glücklichen Ausgang“ bezeichneten. Die Hintergründe des technischen Gebrechens an der Antriebscheibe werden aktuell untersucht, um derartigen Zwischenfällen künftig vorzubeugen.  

 


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