Möglicher Pulsar im Zentrum der Milchstraße eröffnet neue Tests der Allgemeinen Relativitätstheorie
NEW YORK/USA. Wissenschaftler der Columbia University berichten von einem möglichen Millisekundenpulsar nahe Sagittarius A, dem Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstrasse. Die Ergebnisse wurden am 10. Februar 2026 in einer Fachstudie veröffentlicht. Bestätigt sich das Signal, könnten Messungen Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie besonders streng prüfen, berichtet phys.org.
Das Team wertete Daten aus dem Breakthrough Listen Galactic Center Survey aus, einer sehr empfindlichen Radiosuche in der zentralen Region der Milchstrasse. Dabei tauchte ein Kandidat mit einer Pulsperiode von 8,19 Millisekunden auf.
Ein Pulsar ist ein Neutronenstern, also der extrem dichte Rest eines massereichen Sterns. Er rotiert rasend schnell und sendet Radiowellen wie ein Leuchtturm aus, die bei jeder Umdrehung als kurze Pulse bei Teleskopen ankommen. Millisekundenpulsare gelten dabei als besonders stabile kosmische Uhren.
Warum der Fund beim Zentrum so wichtig ist
Das Schwarze Loch Sagittarius A hat rund vier Millionen Sonnenmassen und prägt seine Umgebung mit starker Schwerkraft. Kommt ein Pulsarsignal aus dieser Nähe, lassen sich winzige Abweichungen in den Ankunftszeiten der Pulse messen.
Solche Verzögerungen und Ablenkungen entstehen, weil die Schwerkraft die Raumzeit krümmt. Genau diese Effekte sagt die Relativitätstheorie voraus, im Umfeld eines so massereichen Objekts wären Tests besonders präzise möglich.
Noch ist es ein Kandidat
Die Entdeckung ist noch nicht bestätigt. Das Team arbeitet an weiteren Beobachtungen und Auswertungen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um einen Pulsar handelt.
Damit andere Gruppen den Befund unabhängig prüfen können, sollen die Beobachtungen öffentlich zugänglich gemacht werden. Wenn sich der Kandidat bestätigt, versprechen sich die Forschenden neue Einblicke in das Zentrum der Milchstrasse und in die Physik starker Schwerkraft.
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