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Graffiti auf ÖBB-Zügen: Schaden halbiert sich – warum die Bahn Sprayern jetzt immer weniger Chancen lässt

Tips LogoThomas Leitner, 21.03.2026 16:12

ÖSTERREICH. Weniger Schaden, aber mehr Fälle. Die ÖBB kämpfen weiter gegen Graffiti. Neue Sicherheitsmaßnahmen drücken die Kosten deutlich.

Weniger Zeit für Sprayer führt zu kleineren Motiven. Reinigungskosten konnten dadurch halbiert werden (Foto: ÖBB/Tuma)

Im Kampf gegen Graffiti können die ÖBB einen überraschenden Teilerfolg verbuchen. Der Schaden durch besprühte Züge und Bahnhofsanlagen lag 2025 bei 2,2 Millionen Euro – und damit nur noch bei weniger als der Hälfte des Vorjahreswerts von 4,5 Millionen Euro. Entwarnung gibt es deshalb aber nicht. Denn gleichzeitig ist die Zahl der Fälle sogar gestiegen.

Mehr Attacken, aber kleinere Schmierereien

Insgesamt registrierten die ÖBB im Jahr 2025 genau 2.859 Graffiti-Fälle. 2024 waren es 2.710. Dass die Schadenssumme dennoch so deutlich gesunken ist, führen die Bundesbahnen auf ihre verschärfte Sicherheitsstrategie zurück. Sprayern bleibe heute immer weniger Zeit und Raum, um großflächige Motive auf Zügen oder Anlagen anzubringen. Das Ergebnis: kleinere Flächen, geringerer Aufwand bei der Reinigung und damit niedrigere Kosten.

Das zeigt sich auch bei den Zahlen zur betroffenen Fläche. Während 2024 noch 52.418 Quadratmeter gereinigt werden mussten, sank dieser Wert 2025 auf 37.701 Quadratmeter. Das entspricht einem Rückgang von rund 28 Prozent.

Überwachung enger, Reaktionszeit kürzer

Die ÖBB setzen dabei auf ein dichteres Sicherheitsnetz. Videoüberwachung, bauliche Maßnahmen wie Zäune und speziell geschultes Sicherheitspersonal sollen dafür sorgen, dass Täter schneller entdeckt und Einsätze rascher gestoppt werden. Nach Angaben der Bahn wurde auch die Zusammenarbeit mit der Polizei in den vergangenen Jahren massiv intensiviert.

Jeder einzelne Fall werde dokumentiert und angezeigt. Für die ÖBB ist klar: Graffiti auf Zügen und Bahnanlagen ist kein harmloser Streich, sondern eine Straftat, die öffentliches Eigentum beschädigt und damit letztlich auch Kosten für die Allgemeinheit verursacht.

Verschmutzte Züge treffen auch die Fahrgäste

Für Reisende haben die Spray-Attacken oft direkte Folgen. Züge müssen zur Reinigung aus dem Betrieb genommen werden, fehlen damit im Fahrplan und können im schlimmsten Fall das Platzangebot reduzieren oder sogar zu Ausfällen führen. Dazu kommt ein weiterer Punkt, der für die ÖBB besonders heikel ist: Immer wieder werden auch sicherheitsrelevante Hinweise übersprüht, die im Ernstfall entscheidend sein können.

Gleichzeitig leiden laut Bahn auch Sauberkeit, Wohlfühlfaktor und das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste unter den Verunreinigungen. Der Schaden ist also nicht nur finanziell spürbar.

Lebensgefährlicher Trend im Gleisbereich

Neben den Kosten warnen die ÖBB erneut eindringlich vor den Gefahren für die Täter selbst. Wer sich illegal im Gleisbereich aufhält, riskiert sein Leben. Herannahende Züge, schwer einschätzbare Gefahrensituationen und Oberleitungen mit 15.000 Volt sorgen immer wieder für dramatische Unfälle.

Deshalb appellieren die ÖBB, legale Flächen für Graffiti-Kunst zu nutzen. Bei Zügen, Bahnhöfen und anderem Eigentum der Bahn bleibt die Linie jedoch hart: Dort soll es für illegale Sprayaktionen weiterhin keinen Platz geben.   


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