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Kinder-Radhelme im Test: Mobilitätsclub deckt Schwächen auf – günstiger Discounter-Helm fährt allen davon

Tips LogoThomas Leitner, 24.03.2026 16:53

ÖSTERREICH. Sicher ist nicht automatisch teuer. Beim aktuellen ÖAMTC-Test überzeugt ausgerechnet ein 15-Euro-Helm, während teure Modelle klar patzen.

Kinder-Radhelme sollte gut ausgesucht werden (Foto: alexeytsurkan/adobe.stock)
Kinder-Radhelme sollte gut ausgesucht werden (Foto: alexeytsurkan/adobe.stock)

Beim Kauf eines Kinder-Radhelms zählt nicht der Markenname und auch nicht der Preis auf dem Etikett. Genau das zeigt der aktuelle Test des ÖAMTC und seiner Partnerorganisationen deutlich. 18 aktuelle Modelle wurden geprüft – mit einem ernüchternden Ergebnis: 16 Helme schafften nur ein „befriedigend“, zwei fielen mit „genügend“ ans Ende des Feldes. Ein Totalausfall blieb diesmal zwar aus, von einem durchwegs starken Ergebnis kann aber keine Rede sein.

Günstigster Helm ist der Testsieger

Besonders überraschend: Ausgerechnet das billigste Produkt im Test setzte sich an die Spitze. Der Kinderhelm von Lidl/Crivit um nur 15 Euro punktete mit starken Reflexionsstreifen und sogar mit einem integrierten Rücklicht. Damit zeigt der Test klar, dass wichtige Sicherheitsmerkmale keineswegs eine Preisfrage sein müssen.

Trotz Platz eins reichte es auch für den Testsieger nur zu einem „befriedigend“. Der Grund dafür liegt nicht bei der Sicherheit, sondern bei Schwächen in Handhabung und Tragekomfort. Genau dort trennt sich im Alltag oft die Theorie von der Praxis. Denn ein Helm schützt nur dann, wenn Kinder ihn auch wirklich gern tragen.

Viel Mittelmaß statt echter Fortschritte

Der aktuelle Vergleich offenbart vor allem eines: Die großen Innovationssprünge bleiben bei Kinder-Radhelmen aus. Weder bei der Stoßdämpfung noch bei der Ausstattung gab es im Vergleich zu früheren Tests nennenswerte Fortschritte. Viele Modelle bewegen sich im soliden Mittelfeld, ohne wirklich hervorzustechen.

Immerhin gab es diesmal auch eine positive Nachricht. Anders als in vergangenen Untersuchungen wurden keine problematischen Schadstoffe gefunden. Das nimmt zumindest eine Sorge vom Tisch. Dennoch bleibt der Gesamteindruck durchwachsen, weil fast jedes getestete Modell in zumindest einem wichtigen Bereich Schwächen zeigte.

Teuer schützt nicht automatisch besser

Besonders brisant ist der Blick auf die hochpreisigen Produkte. Der teuerste Helm im Test, ein Modell von POC für rund 100 Euro, zählte ausgerechnet bei der Stoßdämpfung zu den schwächsten. Gemeinsam mit Helmen von Puky und Fischer landete er in dieser wichtigen Disziplin weit hinten.

Das ist ein deutliches Signal für Eltern: Ein hoher Preis garantiert keinen besseren Schutz. Gerade bei Kinderhelmen sollten Kaufentscheidungen deshalb nicht nach Design oder Markenimage getroffen werden, sondern nach überprüfbaren Sicherheitswerten und gutem Sitz.

Diese Modelle landen ganz hinten

Die beiden Schlusslichter des Tests heißen Abus YouDrop und Melon Urban-Active. Beide wurden nur mit „genügend“ bewertet. Beim Abus-Helm fiel vor allem die schwache Stoßdämpfung im Schläfenbereich negativ auf. Dazu kamen Probleme beim Gurtsystem und Mängel bei der Sichtbarkeit im Dunkeln.

Beim Modell von Melon kritisierten die Tester vor allem, dass der Gurt während der Fahrt immer wieder nachgestellt werden muss. Auch beim Tragekomfort konnte der Helm nicht überzeugen. Gerade bei Kindern sind solche Schwächen heikel, weil unbequeme oder schlecht sitzende Helme im Alltag schnell abgelehnt werden.

Darauf kommt es beim Helmkauf wirklich an

Der Test zeigt ein klares Bild: Kinder-Radhelme schützen grundsätzlich, aber viele Modelle lassen entscheidende Details vermissen. Sichtbarkeit, Stoßdämpfung, Sitz und Komfort müssen gemeinsam passen. Eltern sollten ihre Kinder deshalb unbedingt in den Kauf einbeziehen. 


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