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20 Millionen US-Dollar Betrug am Everest: Touristen wurden gezielt in Notlage gebracht

Tips LogoVerena Beneder, LL.B., 03.04.2026 13:48

NEPAL. In Nepal hat die Polizei ein groß angelegtes Betrugsnetzwerk aufgedeckt, das ausländische Bergsteiger gezielt in medizinische Notlagen brachte, um teure Hubschrauber-Rettungen und Versicherungsbetrug zu erzwingen. Zwischen 2022 und 2025 sollen rund 4.782 ausländische Kletterer betroffen gewesen sein.

Symbolbild: Maygutyak/stock.adobe.com
Symbolbild: Maygutyak/stock.adobe.com

Berichten zufolge wird der Schaden auf etwa 20 Millionen US-Dollar geschätzt.

Beteiligte Akteure

Die Ermittlungen richten sich gegen 32 Personen, darunter Bergführer, Betreiber von Hubschrauberflügen, Krankenhauspersonal, Hoteliers und Trekkingagenturen. Mehrere Beteiligte wurden bereits verhaftet, andere befinden sich auf der Flucht. Erste Hinweise auf den Betrug stammen aus dem Jahr 2018.

Gefährliche Manipulationen

Touristen wurden teilweise dazu gebracht, sofort mit dem Hubschrauber aus entlegenen Gebieten zu evakuieren, obwohl keine akute Gefahr bestand. In anderen Fällen wurden gesundheitliche Beschwerden gezielt verschärft. Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit traten verstärkt auf, oft durch falsche Dosierungen von Medikamenten wie Diamox. Die so herbeigeführten Symptome dienten dazu, Rettungen zu rechtfertigen.

Gefälschte Berichte und Versicherungsbetrug

In Krankenhäusern wurden gefälschte medizinische Berichte erstellt und Flugdokumente manipuliert, um hohe Kosten bei internationalen Versicherungen geltend zu machen. Einzelne Rettungsflüge oder medizinische Behandlungen wurden mehrfach abgerechnet, um den Profit zu steigern. Schätzungen zufolge sind rund 300 Hubschrauber-Einsätze betroffen.

Folgen für den Tourismus

Berichten zufolge zeigen Untersuchungen, dass Bergführer, Trekkingagenturen, Hubschrauberfirmen und medizinisches Personal koordiniert zusammenarbeiteten. Hotels und Agenturen profitierten anteilig von den Versicherungsbeträgen. Internationale Versicherer hatten bereits die Schwierigkeit betont, Notfälle in extremen Höhen zu überprüfen. Nepals Behörden kündigten an, die Ermittlungen fortzusetzen und alle Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen. Experten warnen, dass die Aufarbeitung des Betrugs langfristige Auswirkungen auf die Trekking- und Bergsteigerbranche haben könnte. 


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