Mehrere Todesfälle und Sammelklage: TUI versinkt im Kap-Verde-Skandal
LONDON. Der Rechtsstreit um schwere Magen Darm Erkrankungen nach TUI Reisen nach Kap Verde spitzt sich weiter zu. Inzwischen werden rund 1.700 britische Urlauber von einer Kanzlei vertreten, darunter auch Familien mehrerer Verstorbener. Im Zentrum steht weiter das Hotel Riu Palace Santa Maria auf der Insel Sal

Wie Travel Gossip am 1. April 2026 berichtet, hat die Kanzlei Irwin Mitchell zuletzt auch den Fall eines siebten britischen Urlaubers übernommen, der nach einem Aufenthalt in Kap Verde starb. Der Mann aus County Durham war laut Bericht in seinen 50ern, verbrachte im August 2025 eine Woche im Riu Palace Santa Maria und litt danach unter Durchfall, Bauchkrämpfen und Erbrechen. Er kam nach einer Verschlechterung seines Zustands im Oktober ins Krankenhaus und starb am 2. November.
Todesfälle rücken stärker in den Fokus
Mit dem neuen Fall geht es längst nicht mehr nur um verdorbene Urlaubstage oder Klinikaufenthalte. Nach Angaben der Kanzlei vertritt sie inzwischen auch die Familien von sechs weiteren Briten, die nach Erkrankungen im Zusammenhang mit Reisen nach Kap Verde gestorben sind. Vier dieser Todesfälle betrafen demnach Urlauber, die 2025 auf den Inseln waren.
Der Fall verschärft den Druck auf TUI deutlich. Aus einem Streit über Hygiene, Lebensmittel und Infektionen wurde damit ein Komplex, in dem nun auch mehrere Todesfälle juristisch aufgearbeitet werden.
Erstes Verfahren läuft bereits
Parallel dazu läuft bereits das erste große Verfahren vor dem High Court in London. Dabei geht es um 300 Urlauber, die nach Aufenthalten im selben Hotel im Sommer 2022 erkrankt sein wollen. Alle hatten ihre Reise über TUI gebucht. Der Reiseveranstalter weist eine Verantwortung in dem Verfahren zurück.
Damit könnte der Fall für den Konzern noch deutlich größer werden. Denn die juristische Aufarbeitung beschränkt sich inzwischen nicht mehr auf eine einzelne Reisegruppe, sondern auf Erkrankungen nach Kap-Verde-Aufenthalten seit 2022.
Gesundheitslage bleibt heikel
Zusätzliche Brisanz bekam der Fall durch Erkenntnisse der britischen Gesundheitsbehörden. Laut Travel Gossip veröffentlichte die UK Health Security Agency im Februar Ergebnisse, die auf einen Anstieg von Salmonella und Shigella bei Reisenden nach Kap Verde hinweisen. Trotz einer Beschwichtigung aus Kap Verde selbst bleibt das Thema damit auch gesundheitlich hochsensibel.


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