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GENUA. Tragödie in Italien: In einem Krankenhaus in Genua wurde Anfang Mai 2022 ein 60-jähriger Mann wegen starker Rückenschmerzen behandelt. Bei der Ersteinschätzung wurde der Patient als weniger dringender Fall eingestuft, unter anderem aufgrund einer bekannten Vorgeschichte mit Rückenbeschwerden.

Symbolbild: Carmen/stock.adobe.com
Symbolbild: Carmen/stock.adobe.com

Berichten zufolge folgten mehrere Untersuchungen, darunter bildgebende Diagnostik wie Röntgen und Ultraschall. Diese zeigten zunächst keine auffälligen Befunde. Nach einer Schmerzbehandlung besserte sich der Zustand des Patienten deutlich, weshalb er nach kurzer Beobachtung aus der Notaufnahme entlassen wurde.

Plötzlicher Tod zu Hause

Nur wenige Tage nach der Entlassung wurde der Mann tot in seiner Wohnung aufgefunden. Angehörige konnten den Mann nicht mehr erreichen und verständigten schließlich die Rettungskräfte. Für den 60-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Eine spätere Obduktion ergab als Todesursache eine Aortendissektion. Dabei handelt es sich um einen Einriss der Hauptschlagader, der zu massiven inneren Blutungen führen kann. Die Erkrankung ist ein akuter medizinischer Notfall, wird jedoch häufig schwer erkannt, da sie sich anfangs mit unspezifischen Symptomen wie Rückenschmerzen bemerkbar machen kann.

Ermittlungen gegen behandelnde Ärzte

Nach dem Todesfall leitete die Staatsanwaltschaft Genua ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ein. Zunächst richteten sich die Ermittlungen gegen mehrere beteiligte Ärzte der Notaufnahme. Im weiteren Verlauf wurde ein Teil der Verfahren eingestellt, während gegen einen Arzt weiterhin Anklage erhoben werden soll. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Frage, ob die medizinische Abklärung ausreichend war oder ob eine weiterführende Diagnostik notwendig gewesen wäre.

Streit um mögliche Fehldiagnose

Im Zentrum des Falls steht die Frage, ob die Aortendissektion bei früherer Durchführung einer Computertomographie hätte erkannt werden können. Laut Ermittlungsstand wäre eine solche Untersuchung möglicherweise geeignet gewesen, die lebensbedrohliche Erkrankung zu identifizieren und eine rechtzeitige Operation zu ermöglichen.

Medizinischer Hintergrund

Aortendissektionen gehören zu den seltenen, aber extrem gefährlichen Erkrankungen im Notfallbereich. Sie können sich hinter scheinbar harmlosen Symptomen wie Rücken- oder Brustschmerzen verbergen und sind in Standarduntersuchungen nicht immer eindeutig sichtbar. 


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