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THIRUVANANTHAPURAM/INDIEN. Wissenschaftler aus Indien haben untersucht, wie stark die Sonne die Bahn von Weltraumschrott in niedrigen Erdorbits beeinflusst. Die Studie wurde am Mittwoch, 6. Mai 2026, veröffentlicht und wertet Daten von 17 alten Objekten über mehrere Jahrzehnte aus.

Bei höherer Sonnenaktivität sinkt Weltraumschrott schneller ab (Symbolbild); Foto: KI-generiert
Bei höherer Sonnenaktivität sinkt Weltraumschrott schneller ab (Symbolbild); Foto: KI-generiert

Wie Frontiers in Astronomy and Space Sciences am 6. Mai 2026 berichtet, sinken Trümmerteile in niedrigen Erdorbits deutlich schneller ab, wenn die Sonnenaktivität einen bestimmten Schwellenwert erreicht. Die Forschenden nutzten dafür Bahndaten aus den Jahren 1986 bis 2024.

Untersucht wurden Objekte aus den 1960er-Jahren, die sich noch immer in rund 600 bis 800 Kilometern Höhe befinden. Weil diese Teile keine eigenen Bahnkorrekturen durchführen, zeigen ihre Bewegungen besonders gut, wie sich die obere Atmosphäre verändert.

Mehr Sonnenstrahlung, mehr Widerstand

Bei hoher Sonnenaktivität erwärmt sich die Thermosphäre und dehnt sich aus. Dadurch steigt in den betroffenen Höhen der Luftwiderstand, auch wenn die Atmosphäre dort extrem dünn ist.

Die Studie zeigt einen wiederkehrenden Punkt: Wenn Sonnenfleckenzahl und Aktivität steigen bzw. das Maximum innerhalb eines Sonnenzyklus erreichen, beschleunigt sich der Bahnverlust deutlich.

Wichtig für Satelliten und Wiedereintritt

Die Ergebnisse sind relevant für die Planung von Satellitenmissionen und die Einschätzung von Wiedereintrittsrisiken. Wer besser vorhersagen kann, wann Objekte schneller absinken, kann Treibstoffplanung, Kollisionsschutz und Lebensdauerprognosen genauer gestalten.

Geomagnetische Kennzahlen spielten in der Langzeitbetrachtung eine geringere Rolle als die Sonnenstrahlung im extremen UV-Bereich. Bei 15 der 17 untersuchten Objekte passten Modellrechnungen gut zu den beobachteten Bahndaten, zwei Objekte in polnahen Orbits wichen jedoch deutlich ab. Das deutet darauf hin, dass Atmosphärenmodelle für Polarregionen weiter verbessert werden müssen.


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