240 Jobs vor dem Aus: Beschäftigte in Niederösterreich gehen auf die Straße
GROSS-ENZERSDORF/NIEDERÖSTERREICH. Die geplante Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf sorgt für großen Widerstand. Rund 240 Arbeitsplätze sind betroffen, die Verhandlungen über einen Sozialplan stocken. Am Montag wollen Beschäftigte, Gewerkschaften und Unterstützer mit einer großen Kundgebung vor dem Werk protestieren.

Gleichzeitig gibt es eine mögliche neue Perspektive für die Marchfelder Gemüsebauern.
Protestkundgebung am Montag
Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA organisieren gemeinsam mit dem Betriebsrat für den 9. November eine Protest- und Solidaritätskundgebung. Beginn ist um 8 Uhr direkt vor dem Werk. Erwartet werden unter anderem die Gewerkschaftsvorsitzenden Reinhold Binder und Barbara Teiber sowie der niederösterreichische Arbeiterkammerpräsident Markus Wieser.
Von den rund 240 bedrohten Arbeitsplätzen entfallen etwa 190 auf direkt Beschäftigte und 50 auf Leiharbeitskräfte. Auch die Verhandlungen über einen Sozialplan kommen bisher nicht voran. Bereits sechs Gesprächsrunden blieben ohne Einigung. Am Freitag soll ein weiterer Verhandlungsversuch stattfinden.
Slowakisches Unternehmen als mögliche Alternative
Die geplante Schließung betrifft nicht nur die Mitarbeiter. Auch zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe im Marchfeld sind auf die Verarbeitung ihres Gemüses angewiesen. Besonders schwer wiegt der Wegfall der österreichweit einzigen Produktionslinie für Tiefkühlspinat. Einige Bauern haben wegen der ungewissen Zukunft bereits die Aussaat gestoppt.
Eine mögliche Alternative könnte nun aus der Slowakei kommen: Der Tiefkühlgemüseproduzent Equus verfügt in seinem Werk in Vinica über freie Kapazitäten und zeigt Interesse an der Verarbeitung von Gemüse aus dem Marchfeld. Ob es tatsächlich zu einer Zusammenarbeit kommt, ist allerdings noch offen.
Werksschließung bis August 2027 geplant
Die Stilllegung soll schrittweise erfolgen. Bereits Ende Dezember 2026 soll die Tiefkühlgemüseproduktion eingestellt werden, im Frühjahr 2027 folgt die Nudelproduktion. Im zweiten Quartal soll auch die Logistik auslaufen. Die endgültige Schließung ist für August 2027 vorgesehen. Die heurige Ernte soll noch vollständig verarbeitet werden.
Der Widerstand ist groß: Eine Petition für den Erhalt des Standorts und der heimischen Tiefkühlgemüseproduktion hat bereits mehr als 100.000 Unterstützer gesammelt.







