Sieben Projekte als „Solar.Champions“ 2021 ausgezeichnet

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Wurzer Katharina, Leserartikel, 21.09.2021 23:41 Uhr

LINZ/PRAM/RIED/ST. GEORGEN IM ATTERGAU/SUBEN/WEIBERN/ZELL AN DER PRAM/OÖ. Bis 2030 soll sich der Solarstrom-Anteil in Oberösterreich verzehnfachen. Projekte, die dazu einen Beitrag leisten, wurden nun vor den Vorhang geholt. Am Dienstag, 21. September, verliehen das Land OÖ, der Energiesparverband, die Tips und OÖ Nachrichten sieben „Solar.Champions“-Preise. Darunter sind etwa ein solares Tomatenhaus und Photovoltaikanlagen auf Friedhofsmauern.

Der „Solar.Champions“-Wettbewerb wurde in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt und richtete sich an alle Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden, Schulen, Vereine, Institutionen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Voraussetzung war ein in Oberösterreich bereits umgesetztes oder erst geplantes Solarprojekt beziehungsweise alternativ eine Beteiligung daran. Diese Projekte müssten gefordert, gefördert und vor den Vorhang geholt werden, hielt Wirtschafts- und Energie- Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) in seiner Laudatio fest. Das Land sei mit der „Photovoltaik-Strategie 2030“ bereits auf einem guten Weg. Aktuell werde jede vierte Photovoltaikanlage im Staat in Oberösterreich errichtet. Das sei um ein Drittel mehr als noch ein Jahr zuvor. Gleichzeitig nehme das Bewusstsein für Photovoltaik und Erneuerbare Energien insgesamt zu. Achleitner verwies dabei etwa auf die Möglichkeit der Erneuerbaren Energiegemeinschaften.

Mehr als 300 Einreichungen

Mehr als 300 Einreichungen habe es für den ersten Solar.Champions-Wettbewerb bereits gegeben, berichtete der Geschäftsführer des Energiesparverband OÖ Gerhard Dell. Daher sei es gar nicht so einfach gewesen, die Preisträger zu ermitteln. So wurden etwa kleine, aber auch große Projekte, kreative sowie Standardlösungen eingereicht. Die Jury konnte sich schließlich auf sieben Sieger in fünf unterschiedlichen Kategorien einigen. Sie erhalten je 2.000 Euro.

Vom energieunabhängigen Haus bis zu Photovoltaikanlagen auf Friedhofsmauern

In der Kategorie „Stolz auf Solar/Privatpersonen“ wurde unter anderem Familie Steininiger aus Zell an der Pram (Bezirk Schärding) ausgezeichnet. Sie sanierten ihr Haus Schritt für Schritt und gestalteten es weitgehend energieunabhängig. Die Familie hat eine Photovoltaikanlage, die 20,9 Kilowatt Strom erzeugt, einen Solarstromspeicher sowie ein Elektroauto.

Ebenfalls in derselben Rubrik wurde der Neubau von Familie Redlinger aus St. Georgen im Attergau (Bezirk Vöcklabruck) prämiert. Sie haben ebenfalls eine Photovoltaikanlage (mit acht Kilowatt Strom), eine Wärmepumpe, zwei Elektroautos und eine Ladestation.

In der Kategorie „Stolz auf Solar/Unternehmen“ konnten die Firmen MKW Holding GmbH aus Weibern (Bezirk Grieskirchen) und die Fischerleitner GmbH aus Ried überzeugen. Bei dem Metall- und Kunststoffverarbeiter MKW Holding wird die gesamte Dachfläche eines neuen Gebäudes genutzt, um Strom zu erzeugen. Dieser Strom wird unter anderem für E-Auto-Ladestationen genutzt. Zudem setzt das Unternehmen auf Biomasse und eine Wärmerückgewinnung.

Der Karosseriebetrieb Fischerleitner in Ried im Innkreis hat ebenfalls eine Photovoltaikanlage, die in diesem Fall 100 Kilowatt Strom erzeugt. An Kunden wird ein Elektroauto verliehen, was dazu motivieren soll, selbst auf eines mit Solarladung umzusteigen. Derzeit wird an einer nachhaltigen Fernwärmleitung gebaut.

Die Diözese Linz holte sich den Sieg im Bereich „Stolz auf Solar/Institutionen“. Geehrt wurden ihre mittlerweile 120 Photovoltaikanlagen mit einer gesamten Sonnenstromleistung von etwa 660 Kilowatt. Diese zieren unter anderem Pfarren, Bildungshäuser, Schulen und sogar Friedhofsmauern. Darüber hinaus setzen die Pfarren Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung. Ziel sei es laut Finanzdirektor Reinhold Prinz, in jeder der 486 Pfarren im Land mindestens eine Photovoltaikanlage zu haben. Derzeit stelle der Denkmalschutz teils noch ein Hindernis dar.

Kreative und innovative Lösungen 

In der Kategorie „Solar.Kreativ“ hielt die stellvertretende Chefredakteurin der Tips Alexandra Mittermayr eine Laudatio, in der sie darauf hinwies, dass die Tips ein Verfechter von Umwelt- und Klimaschutz seien und die Möglichkeit hätten, Vorbilder allen Haushalten in Oberösterreich vorzustellen. Der Preis ging an das solare Tomatenhaus von Stefan Brandstetter aus Suben (Bezirk Schärding). Das Photovoltaikdach schützt die Tomaten vor direktem Regen und ist zugleich eine Kletterhilfe.

Das Unternehmen Endorado aus Pram (Bezirk Grieskirchen) ergatterte den Sieg als Champion „Solar.Innovativ“. Hervorgehoben wurde damit eine robuste Photovoltaikanlage in Verbundglasbauweise. Das einfallende Tageslicht sowie die Modulwärme können im darunter liegenden Gebäude genutzt werden. Es braucht kein zusätzliches Dach.

Die sieben Preise wurden am Dienstagabend, 21. September, in den Promenaden Galerien in Linz verliehen. Die Band Zimt & Zucker begleitete die Veranstaltung.

Informationen zu Förderungen rund um Photovoltaik finden sich unter anderem auf der Webseite des Energiesparverbands OÖ.

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