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Böller, Blindgänger, Basteleien: Dieses Jahr wird ein Anstieg an Pyrotechnik-Unfällen erwartet

Tips Logo Online Redaktion, 30.12.2022 09:57

Ö. Nach zwei ruhigeren Corona-Jahren erwartet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) wieder mehr Unfalle mit Böllern. Tips informierte zu den rechtlichen Rahmenbedingungen rund um Pyrotechnik. Das KFV hat zahlreiche Interviews mit Opfern von Heim- und Freizeitunfällen geführt, darunter auch solche, die durch das Hantieren mit Pyrotechnik verletzt wurden.

Unfallopfer, die sich durch Pyrotechnik verletzten, sind fast immer männlich. (Foto: gianni/stock.adobe.com)

In den vergangenen zehn Jahren resultierten rund 1600 Fälle aus Unfällen mit Pyrotechnik, die Opfer waren ausschließlich männlich, viele davon waren beim Unfall alkoholisiert. Die Altersverteilung setzt sich aus 12 Prozent Kindern bis zu 14 Jahren, 55 Prozent Jugendlichen bis zum Alter von 24 Jahren und 28 Prozent Erwachsenen (25 bis 64 Jahre) zusammen. Die restlichen fünf Prozent entfallen auf Senioren ab 65 Jahren. Am häufigsten wurden Finger verletzt, gefolgt von Händen, Unterarmen und Unterschenkeln. Nicht ganz so häufig wurden der Augenbereich und andere Gesichtsbereiche verletzt.

Amputierter Finger und Verbrennungen durch Böller

Die Unfallhergänge würden teilweise Parallelen aufweisen, aber auch kuriose Erklärungen gibt es. So habe ein Betroffener berichtet: „Im selben Moment als ich den Böller gezündet habe, hat mich meine Tochter von hinten gerufen, sodass ich vergessen habe den Böller wegzuwerfen“. Diese kurze Unaufmerksamkeit führte zu einem amputierten Finger und Verbrennungen. Häufiger sind Unfälle durch vermeintliche „Blindgänger“. Beim Versuch, diese nochmals zu entzünden, können diese explodieren. Gefährlich sind auch selbst gebastelte Böller oder Zündschnüre.

KFV rechnet mit Anstieg der Unfälle dieses Jahr

Nachdem zu Silvester 2020 Feuerwerke coronabedingt komplett untersagt und auch 2021 größtenteils verboten waren, rechnet KFV-Experte Armin Kaltenegger mit einem Anstieg der Unfälle in diesem Jahr: „Besonders erschreckend ist, dass vier von zehn Personen, die Feuerwerkskörper entzünden, die Gebrauchsanweisung nicht lesen. Zudem lassen 17 Prozent der Befragten Kinder entweder dabei mithelfen oder innerhalb von fünf Metern zusehen, wenn sie ihre Feuerwerkskörper entzünden“, so Kaltenegger. Fünf Prozent der Befragten gaben zudem an, Feuerwerkskörper bereits selbst gebastelt zu haben, teilweise waren sogar Kinder Teil dieser gefährlichen „Bastelstunde“.

Häufige Fehler: Raketen in Flaschen, alkoholisiert beim Entzünden, Blindgänger erneut anzünden

Das KFV klärt über häufige Fehler auf: Feuerwerkskörper sollten nie zu nahe am eigenen Körper gezündet werden, die vorgegebenen Sicherheitsabstände sollten auch zu anderen Personen und Objekten eingehalten werden. Für Raketen, die im Ortsgebiet ohnehin verboten sind, gibt es geeignete Abschussvorrichtungen. Flaschen und der Erdboden gehören nicht dazu. Sogenannte Blindgänger sollten auf keinen Fall erneut angezündet werden. In alkoholisiertem Zustand wird vom Entzünden pyrotechnischer Gegenstände dringend abgeraten. Zudem sollten geeignete Löschmittel bereitgehalten werden.

Für Privatpersonen ohne Pyrotechnik-Ausweis sind nur die Kategorien F1 und F2 erlaubt. Unter F1 fallen etwa Wunderkerzen oder Knallerbsen, diese sind ab 12 Jahren erlaubt. Vulkane oder Raketen fallen in die Kategorie F2 und sind ab 16 Jahren erlaubt.


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