Erstes Cybercrime-Trainings Center nimmt in Linz die Arbeit auf
OÖ/LINZ/LEONDING. Bei der Polizei gibt es ein neues Ausbildungskonzept zur Bekämpfung von Cyberkriminalität. Präsentiert wurde dieses am Dienstag in Linz, von Innenminister Gerhard Karner, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und Landespolizeidirektor Andreas Pilsl sowie Oberstaatsanwalt Harald Winkler. Das Konzept wurde von der Landespolizeidirektion OÖ als Pilotprojekt entwickelt. Auch Staatsanwaltschaften werden das Ausbildungszentrum nutzen.

„Das vordringlichste Ziel der Kriminaldienstreform ist, die Polizei modern und zeitgemäß aufzustellen, um damit schlagkräftig und erfolgreich im Kampf gegen die Internetkriminalität zu sein“, so Innenminister Karner. „Ich danke den beteiligten Polizistinnen und Polizisten der Landespolizeidirektion Oberösterreich für ihren vorbildlichen Einsatz bei der Entwicklung des Pilotprojekts.“
„Wir erleben aktuell eine anhaltende Welle an krimineller Energie aus dem Internet – auch gegen Unternehmen, und wir erleben insbesondere staatlich gesteuerte Angriffe auf Daten und kritische Infrastruktur in Europa“, sagte LH-Stellvertreterin Haberlander. „Insbesondere erfährt der Bereich der Cyber-Kriminalität eine Verdreifachung der Fallzahlen in den vergangenen sieben Jahren, daher wollen wir den Standort Oberösterreich in Zusammenarbeit mit Sicherheitskräften und der Wissenschaft mit aller Konsequenz schützen, auch nachhaltig.“ Die Landeshauptmann-Stellvertreterin bedankte sich auch „bei Innenminister Karner für diesen Meilenstein in der Kriminaldienstreform, in der verstärktes Augenmerk auf Cyber-Kriminalität gelegt wird sowie für die gute Zusammenarbeit zwischen dem Innenministerium und dem Land Oberösterreich.“
Erstes Trainingszentrum – Pilotprojekt in Oberösterreich
Neben der Modernisierung der Ausbildungsinhalte an der Sicherheitsakademie wird auf operativer Ebene in jedem Landeskriminalamt (LKA) ein Cybercrime-Training-Center (CCTC) eingerichtet. Der Startschuss für die Umsetzung eines Pilotbetriebs in der Landespolizeidirektion Oberösterreich erfolgte am Dienstag. Der Fortbildungsbetrieb soll im Frühjahr 2024 aufgenommen werden.
Ausbildung wird auf Zielgruppen abgestimmt
Es werden verschiedene aufeinander abgestimmte Trainingsprogramme angeboten: Für Polizeibedienstete, die aufbauend auf der polizeilichen Grundausbildung ein viertägiges Cybercrime-Grundmodul absolvieren können, und für Bedienstete des Innenressorts, die überwiegend im kriminalpolizeilichen Dienst tätig sind. Diese Fortbildungen werden von einem Trainerpool aus Expertinnen der Landespolizeidirektionen und des Bundeskriminalamts durchgeführt. Ausgebildet werden dort aber auch IT-Experten, Cybercrime-Ermittler sowie IT-Forensiker, dabei wird auf externe Referenten zurückgegriffen und die Vernetzung mit der Wissenschaft verstärkt. Das Bundeskriminalamt übernimmt die österreichweite Koordination der Lehrinhalte.
Gesonderter Schwerpunkt an HTL Leonding
Zum Thema „IT-Sicherheit“ gibt es einen gesonderten Schwerpunkt an der HTL Leonding mit einem eigenen Unterrichtsfach. Haberlander: „So wollen wir auch in Sachen IT-Sicherheit stark auf Zusammenarbeit setzen – auf die Zusammenarbeit mit dem neuen ‚Institute of Digital Sciences Austria‘ ebenso wie auf jene mit unseren Experten an der JKU und den Fachhochschulen sowie Experten und Anwendern in der oberösterreichischen Wirtschaft.“


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