Mehr Radunfälle - KFV empfiehlt zusätzliche Tempo 30 Zonen

Hits: 66
Laut einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit werden die derzeitigen Radverkehrsanlagen mehrheitlich als nicht ausreichend empfunden (Symbolbild). (Foto: Volker Weihbold)
Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 16.04.2021 17:36 Uhr

OÖ. Radfahren wird Jahr für Jahr beliebter, was sich auch in einem Mehr an Unfällen spiegelt. Im Vorjahr kamen in Oberösterreich fünf Menschen bei Radunfällen ums Leben. Zwei davon waren mit einem E-Bike unterwegs. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) empfiehlt Maßnahmen wie mehr Tempo 30 Zonen im Ortsgebiet.

Radfahren erfreut sich seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 zusätzlicher Beliebtheit. Diese Entwicklung geht allerdings auch mit einer Zunahme der Radunfälle einher. Während es im Vorjahr weniger Autounfälle gegeben habe, seien getötete Radfahrer um 21 Prozent und Verletzte um 17 Prozent (im Vergleich zu 2019, erstes bis drittes Quartal) österreichweit gestiegen, informiert das KFV. „Insgesamt verunglückten im Jahr 2020 40 Radfahrer tödlich. 41 Prozent der getöteten Radfahrer waren in den letzten drei Jahren mit einem E-Bike unterwegs, 2020 war sogar jeder zweite tödlich verunglückte Radfahrer ein E-Bike-Fahrer“, führt Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheitsforschung im KFV, aus. Den steigenden Unfallzahlen könne mit einem Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur, mehr Tempo 30 Zonen im Ortsgebiet, dem Bau eigener Radfahranlagen und der Einhaltung eines Seitenabstands beim Überholen von Radfahrern (1,5 Meter innerorts, zwei Meter außerorts) begegnet werden, meint der Experte.

Befragung: Drei von vier Radfahrern fühlen sich im Straßenverkehr unsicher

Handlungsbedarf zeigt eine Befragung des KFV unter 1.200 Radfahrern. Hier gaben drei von vier Befragten an, sich im Straßenverkehr zumindest gelegentlich unsicher zu fühlen. Am sichersten fühlen sie sich auf einem Radweg, der baulich von der Fahrbahn getrennt ist, gefolgt von einem Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. Am unsichersten sind die befragten Radfahrer hingegen im Mischverkehr mit Kfz bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern beziehungsweise bei Fahrten gegen die Einbahn. Als besonders gefährlich stufen die Umfrageteilnehmer Autos, Unachtsamkeit, zu wenig Abstand beim Überholen und Übersehen werden von anderen Verkehrsteilnehmenden ein. Die derzeitigen Radverkehrsanlagen findet die Mehrheit nicht ausreichend.

Tipps für Radfahrer

An dieser Stelle gibt das KFV in einer Aussendung Tipps, was Radfahrer bei Unsicherheit im Straßenverkehr beachten können. So würden nicht alle Radwege einer Benützungspflicht unterliegen. Ist das Verkehrsschild mit einem weißen Rad auf blauem Hintergrund eckig, dürfen Fahrer frei entscheiden, ob sie den Radweg oder die Fahrbahn benutzen. Wenn das entsprechende Schild hingegen rund ist, gilt die Pflicht den Radweg zu nehmen. Ein abschließender Hinweis des KFV ist, dass die Fahrgeschwindigkeit bei Radfahrüberfahrten reduziert werden müsse. Wer sich einer Überfahrt nähert, hat eine Obergrenze von zehn Stundenkilometern einzuhalten.

Kommentar verfassen



Sicher unterwegs: Land OÖ fördert Helmi-Aktion

OÖ. Sicheres Verhalten im Straßenverkehr muss erlernt werden: Aus diesem Grund klärt das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) mit der Unterstützung des Verkehrssicherheits-Experten Helmi an den ...

Geschäftsführer eines Pfandhauses soll mehrere hunderttausend Euro veruntreut haben

OÖ. Ein ehemaliger Geschäftsführer eines Pfandhauses in Oberösterreich soll zwischen 2012 und 2020 mehrere hunderttausend Euro veruntreut haben. Er wird unter anderem beschuldigt, Geld aus der Firmenkasse ...

Viele Eltern und Kinder sind am Rande der Verzweiflung

LINZ/WELS/OÖ. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen bestimmen unseren Alltag nach wie vor. Welche Auswirkungen das auf die psychische Gesundheit von Eltern und Kindern hat, erläuterten ...

Sicher auf dem Fahrrad: AUVA und KFV gehen auf Tour

LINZ/OÖ. Kopfverletzungen bei Radunfällen sind besonders schwere Unfälle. Dennoch tragen vor allem Jugendliche und Erwachsene nicht immer einen Helm beim Radfahren. Um auf die Vorteile eines solchen ...

SPOÖ fordert freie Seezugänge und Rückkauf von Grundstücken

GMUNDEN/VÖCKLABRUCK/OÖ. Ab 19. Mai sollen in Österreich wie berichtet alle noch geschlossenen Betriebe wieder aufsperren dürfen, was öffentliche Badeplätze einschließt. Laut SPOÖ gibt es davon ...

„Echte Teilnahme an Gesellschaft und Arbeitsmarkt ermöglichen“

OÖ. Am Tag der Inklusion von Menschen mit Behinderung fordert die Grüne Sozialsprecherin Ulrike Schwarz, mehr Bildungs-, Informations- und Assistenzangebote zu schaffen, damit Menschen mit Behinderung ...

In der Ruhe liegt die Kraft: Lisa Stolzlechner über das Ruhebedürfnis von Hunden

OÖ. Im ersten Teil der aktuellen Hundetipp-Reihe über das Ruhebedürfnis von Hunden erklärt Junghunde- und Welpentrainerin Lisa Stolzlechner wieder Wissenswertes für alle ...

Bauen und Sanieren mit Holz ist aktiver Klima- und Umweltschutz

OÖ. Die bauphysikalischen Vorteile von Holz in Kombination mit den neuesten Standards der Technik eröffnen große Möglichkeiten in allen Bereichen des Bauens, vor allem auch was die ...