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OÖ. Weltweit sind Milliarden Akkugeräte im Einsatz. Mit der hohen Dichte steigt auch die Zahl der dadurch verursachten Brände. 256 Brandschäden durch elektrische Energie zählte die oberösterreichische Brandschadenstatistik 2019. Wie Unfälle vermieden können, informieren der OÖ Zivilschutz und das OÖ Landesfeuerwehrkommando.

von links: Zivilschutz OÖ Präsident Michael Hammer, Landesbranddirektor Robert Mayer und OÖ Zivilschutz-Geschäftsführer Josef Lindner informieren über die Gefahr von Akkubränden. (Foto: OÖ Zivilschutz)

Die Zahl der Geräte mit Lithium-Ionen-Akku steigt, berichtet der OÖ Zivilschutz. Er sieht darin einen Grund, noch intensiver mit der Feuerwehr zusammenzuarbeiten und gemeinsam auf notwendige Maßnahmen zur Brandprävention aufmerksam zu machen. Laut der oberösterreichischen Brandschadenstatistik der Brandverhütungsstelle gab es 2019 256 Brandschäden durch elektronische Energie. Die Schadenssumme betrug insgesamt 14 Millionen 813.000 Euro. Brandursachen sind neben wiederaufladbaren Batterien und Akkus auch Defekte bei elektrischen oder elektronischen Geräten, elektrischen Anlagen oder Leitungen. Auch eine falsche Lagerung kann einen Akkubrand auslösen.

„Während beim Umgang mit offenem Licht und Feuer ein Mindestmaß an Gefahrenbewusstsein an den Tag gelegt wird, entstehen solche Akkubrände meist völlig unvermutet. Dabei haben wir alle sehr viele Akku-Bedrohungen im Haushalt und gehen damit sorglos um. Vom Handy oder Tablet über den Staubsaugerrobotor und dem neuesten Kinderspielzeug bis hin zum Akkuschrauber und nicht zu vergessen den E-Bikes - Immer mehr Alltagsgeräte sind mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgestattet, was einen besonders sorgfältigen und achtsamen Umgang mit ihnen notwendig macht“, sagt OÖ Zivilschutz Präsident Michael Hammer.

Herausfordernde Löschung

Wie verheerend ein solcher Akkubrand sein kann, zeigte sich erst Anfang April in Pregarten. Ein Hausbesitzer steckte ein Ladegerät sowie den Akku für den Akkuschrauber in einer Steckdose am Carpet an. „Eigentlich ein völlig normaler Vorgang für jeden von uns. Doch plötzlich war ein Knall zu hören, das Carport brannte. Der Hausbesitzer konnte den Brand selbst nicht mehr bekämpfen. Das Feuer breitete sich auf die Hausfassade und den Dachstuhl aus. Das Wohnhaus der Familie wurde so stark beschädigt, dass es nicht mehr bewohnbar ist. Die Kameraden der Feuerwehr Pregarten konnten gerade noch verhindern, dass sich das Feuer auf angrenzende Wohnhäuser ausbreitet“, erzählt Landesbranddirektor Robert Mayer, der zugleich ehrenamtlicher Zivilschutz-Bezirksleiter von Vöcklabruck ist.

Das Löschen eines Akkubrandes stelle eine besondere Herausforderung dar, berichtet Sicherheitslandesrat Wolfgang Klinger (FPÖ) in einer Aussendung. Oft bestehe die einzige Lösung darin, das gesamte Gerät in einem Wasserbad zu versenken, da eine erneute Luftzufuhr zu einer wiederholten Entzündung führen kann. Besonders schwierig sei dies bei E-Bikes und Autos. Feuerwehren haben sich daher bereits eigens Container angeschafft, in denen auch ein ganzes Auto versenkt werden kann. „Der Brand eines E-Bikes und der Brand einer Lagerhalle von E-Scootern haben dieses Jahr schon die Risiken deutlich sichtbar gemacht.  Durch die richtige Handhabung batteriebetriebener Geräte kann diese Gefahr aber minimiert werden. Die richtige Lagerung, Schutz vor Kälte und Hitze und eine regelmäßige Wartung von Gerät und Ladestation sind hierbei sehr wichtig. Wenn man ein paar einfache Grundregeln beachtet, kann man die eigene Sicherheit wesentlich erhöhen“, betont Klinger.

Tipps zum richtigen Umgang mit Akkus und Batterien

Zu diesen Regeln zählen laut OÖ Zivilschutz und OÖ Landesfeuerwehrkommando unter anderem der Einsatz von Originalteilen, die richtige Lagerung - Eine Batterie sollte etwa nie direkt in der Sonne liegen oder in Kälte gelagert werden - und normale, langsamere Ladezyklen, weil sie Akkus deutlich weniger strapazieren würden. Vor dem ersten Betrieb eines Geräts sollte immer die Bedienungsanleitung genau studiert werden. Bei E-Bikes sei es wichtig, das Fahrrad mindestens einmal im Jahr zum Service zu bringen. Der Akku gehöre vor der ersten Fahrt an die Ladestation. Hilfreich sei es zudem, die Steckerpole am Akkuhalter zu reinigen und mit Polfett oder technischer Vaseline zu fetten, sowie die Akku-Kapazität zu kontrollieren. Fachhändler haben hierfür ein Testgerät. Empfehlenswert seien laut OÖ Zivilschutz auch spezielle „Akku-Sicherheitstaschen“ zum Lagern, Aufladen oder Transportieren von Lithium-Ionen-Akkus. Die Hülle solcher Taschen besteht aus einem spritzwasserdichten PVC-Stoff und innen aus einem feuerfesten Material.

Eine Zusammenfassung der Sicherheitstipps findet sich auf der Webseite des Zivilschutzverbandes.


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