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OÖ. Das Europäische Bodenbündnis und das Klimabündnis Oberösterreich haben am Freitag, 11. Juni, zu einer Online-Tagung zu Plastik und Mikroplastik in Böden eingeladen. Dabei wurde unter anderem das Projekt Plasbo vorgestellt, das Daten über die Ansammlung von Kunststoffen im Boden erheben soll.

Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder weist in einer Aussendung auf die Folgen von Kunststoffen im Boden hin. (Foto: Land OÖ/Werner Dedl)

Kunststoffe hätten unser Leben in vielerlei Hinsicht erleichtert, da sie sich einfach verarbeiten lassen würden und als leistbares Massenprodukt zum Wohlstand der Menschen beigeträgen hätten, meint Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne). Allerdings sei durch den Einsatz als Einweg-Verpackungsmaterial sehr viel Müll entstanden, was in der Umwelt ein riesiges globales Problem sei. Nicht nur in den Ozeanen, auch in den Böden machen sich kleine Kunststoffpartikel bemerkbar. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind jedoch in weiten Teilen noch unerforscht. „Während Plastik in Ozeanen und Flüssen bereits intensiv erforscht wird, tappen wir bei der Plastikverschmutzung unserer Böden noch im Dunkeln. Erste Studien aus Deutschland deuten aber darauf hin, dass das Thema bisher unterschätzt wurde und zeigen Handlungsbedarf. Mikroplastik bleibt für Jahrhunderte in unserer Umwelt und in Böden, kann auch nicht mehr zurückgeholt werden. Erste Forschungen zeigen, dass kleinste Plastikteilchen von Pflanzen aufgenommen werden und das Wachstum hemmen. Plastik im Boden gefährdet auch das Bodenleben wie Regenwürmer“, hält Kaineder in einer Aussendung fest.

Auseinandersetzung mit Kunststoff in Böden nötig

Es sei daher nötig, sich mit der Ansammlung von Kunststoffen in Böden auseinanderzusetzen. Einen Beitrag dazu soll das Bund-Länder-Projekt Plasbo leisten, das Daten erheben soll. „Ich freue mich, dass auf oberösterreichische Initiative alle neun Bundesländer bei Plasbo dabei sind und wir Kenntnis darüber erlangen können, wie stark unsere Böden mit Plastik belastet sind. Dabei soll sich auch zeigen, inwieweit Mikroplastik durch verschieden Eintragspfade in oberösterreichische Böden gelangt“, erläutert Kaineder. Das Forschungsprojekt soll wie berichtet bis 2023 laufen.

Die Online-Tagung am Freitag, 11. Juni, wurde vom Klimabündnis Oberösterreich und Europäischen Bodenbündnis (Elsa) organisiert. Bei Elsa handelt es sich um das größte europäische kommunale Netzwerk, das den Schutz von Böden zum Ziel hat. Es tritt für einen nachhaltigen Umgang mit Böden, eine sozial gerechte Landnutzung sowie eine verantwortliche kommunale Bodenpolitik ein. Dazu werden Städte, Gemeinden und Regionen vereint, auch das Land Oberösterreich ist seit 2003 Mitglied.


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