Neue Info-Offensive: OÖ setzt auf wissenschaftliche Fakten
OÖ. Eine weitere Info-Offensive soll in OÖ aufklären und Ängste vor der Corona-Impfung nehmen. Land OÖ, die OÖ Ärztekammer und die Österreichische Gesundheitskasse setzen auf fundierte Studienergebnisse und medizinische Aufklärung.

Eine vom Land OÖ beauftragten Studie über die Impfbereitschaft in OÖ (durchgeführt vom IMAS Institut) ergab, dass sich zwar 56 Prozent der nicht geimpften Befragungsteilnehmer „sehr gut“ oder „gut“ über die Schutzimpfung informiert fühlen, 39 Prozent aber meinen „eher nicht gut“ oder „nicht gut“ informiert zu sein.
Um hier weiter Aufklärungsarbeit zu leisten, werden Ordinationen von Hausärzten und Gynäkologen mit einer Factsheet-Reihe mit aktuellen, wissenschaftlich fundierten Studienergebnissen ausgestattet. „Das Vertrauen in die Hausärztinnen und Hausärzte ist groß, und viele Menschen wenden sich mit der Frage zur Impfung – wie in zahlreichen anderen Gesundheitsfragen – vertrauensvoll an sie. Mit der neuen Informationsoffensive geben wir ihnen ein zusätzliches Informationsangebot in Sachen Schutzimpfung zur Hand, mit dem sie vor allem bei kritischen Fragen wissenschaftlich fundierte Informationen geben können“, so die zuständige LH-Stellvertreterin Christine Haberlander.
Internationale Studien
Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Uniklinikum Linz, Tilman Königswieser, Leiter des Expertengremiums im Krisenstab des Landes OÖ und Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser, die sich seit Beginn der Pandemie mit den wesentlichen Studien von führenden Universitäten und Medizinern beschäftigen, bereiten die wesentlichen Themen nochmals als Factsheets auf. Diese werden laufend ergänzt und durch die OÖ Ärztekammer und die ÖGK an die Mitglieder versandt. „Die Impfung schützt. Die aktuellen Zahlen zeigen dies sehr deutlich, denn die Effektivität der Impfung liegt bei 91 Prozent. Die Menschen sollen die richtigen Fakten kennen, ehe sie eine Entscheidung treffen. Leider vertrauen manche noch immer auf kursierende Falschmeldungen“, so die drei Mediziner.
Häufige Impfängste bei Frauen: Schwangerschaft und Fruchtbarkeit
Gerade junge Menschen seien der Meinung, sie müssten sich nicht impfen lassen, weil ihnen das Corona-Virus nichts anhaben könne. „Dabei können schwere Verläufe oder Folgeerkrankungen bereits in jungen Jahren auftreten. Auch bei Schwangerschaften kann Corona schwere Verlaufsformen annehmen. Den Studien zufolge müssen 31 Prozent der schwangeren Frauen stationär behandelt werden. Im Vergleich dazu liegt der Wert bei nicht schwangeren Frauen bei 5,8 Prozent. Die wirksamste Präventionsmaßnahme ist die vollständige Impfung, die im Idealfall bereits vier Wochen vor der Schwangerschaft abgeschlossen wurde“, heißt es weiter.
Niedermoser: „Eine Impfung bewahrt uns nicht davor, uns mit Covid-19 anzustecken. Sie minimiert allerdings das Risiko, und mildert im Falle einer Ansteckung den Verlauf.“ Die Impfung schütze aber auch die Mitmenschen, Kinder, die sich nicht impfen lassen können. „Scheuen Sie sich nicht, Ihre Bedenken und Ängste mit dem Hausarzt zu besprechen. Sie können Sie umfangreich aufklären und die Wirkungsweise der Impfungen erklären“, rät ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer.


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