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OÖ/LINZ. Drei Viertel der Befragten fühlen sich persönlich sehr (20 Prozent) oder einigermaßen gut (53 Prozent) auf Katastrophen vorbereitet, ergibt eine IMAS-Umfrage im Auftrag des OÖ Zivilschutzes, die am Mittwoch in Linz präsentiert wurde. Viele würden ihre Vorsorgemaßnahmen aber überschätzen und das Schadensausmaß unterschätzen.

OÖ Zivilschutz-Geschäftsführer Christian Kloibhofer, OÖ Zivilschutz-Präsident Michael Hammer und Paul Eiselsberg von IMAS International (v. l.) am Mittwoch in Linz. (Foto: OÖ Zivilschutz)

Die Oberösterreicher glauben, im Katastrophenfall durchschnittlich 6,7 Tage ohne Strom und Wasser auskommen zu können. Drei Viertel der Befragten fühlen sich persönlich sehr (20 Prozent) oder einigermaßen gut (53 Prozent) auf Katastrophen vorbereitet. Dabei werden Lebensmittel, Wasser und Konserven als wesentliche Voraussetzungen für das Auskommen ohne Strom und Wasser genannt. Technische Hilfsmittel und Notfallrucksäcke, Notfallradio oder Notkochstelle werden bei der Umfrage seltener erwähnt, sind aber laut Zivilschutz ebenso wichtig.

„Bürger überschätzen persönliche Vorsorgemaßnahmen“

Zivilschutz-Präsident Michael Hammer aber glaubt, dass die Bevölkerung ihre Vorsorgemaßnahmen überschätzen und das Schadensausmaß unterschätzen. „Wenn wir das in Relation zu unserer Arbeit, vor allem im direkten Kontakt mit der Bevölkerung, setzen, lässt es sich einfach zusammenfassen: Die Bürger überschätzen ihre persönlichen Vorsorgemaßnahmen, aber unterschätzen das Schadensausmaß der verschiedenen Katastrophenszenarien, die uns treffen können.“ Zudem würden vier von fünf Oberösterreichern denken, dass das Land OÖ auf Katastrophen zumindest einigermaßen gut vorbereitet ist. „Wir verlassen uns gerne auf die Behörden und Einsatzorganisationen“, so Hammer.

Als ein Beispiel nennt er den September 2024: „Sobald die Starkregenereignisse bei uns begannen, liefen wieder die Telefone heiß, die Bürger wollten sich über Unwettervorsorge informieren. Es muss immer erst etwas geschehen, bis sich ein Großteil der Bürger intensiver mit Selbstschutzmaßnahmen auseinandersetzen will“, so Hammer.

„Luft nach oben“ bei Wissen um Zivilschutz-Sirenensignale

Zu sehen sei die Diskrepanz der tatsächlichen und „gefühlten Vorsorge“ auch beim Wissen um die Bedeutung der Zivilschutz-Sirenensignale: In der IMAS-Umfrage konnte der Signalton „Warnung“ von 43 Prozent der Befragten richtig zugeordnet werden, 38 Prozent erkannten den Signalton „Alarm“.

„Da ist eindeutig Luft nach oben“, findet OÖ Zivilschutz-Geschäftsführer Christian Kloibhofer. Gerade die Hochwasser hätten gezeigt, wie wichtig es sei, die Sirenensignale richtig zu erkennen.

Die Signale seien die Basis der Warnung und Alarmierung der Bevölkerung, das neue Warnsystem IT-Alert ein zusätzlicher Infokanal. Aber auch die Zivilschutz-SMS werde mittlerweile erfolgreich genutzt: 65 Prozent der Gemeinden in Oberösterreich verwenden es. Die Zivilschutz-SMS sei besonders praktisch – so werde damit etwa auch über Trinkwasserverunreinigungen in Gemeinden informiert.

Wovor die größte Angst besteht?

Die IMAS-Umfrage hat auch mögliche Gefahrenszenarien abgefragt: Die größten Sorgen der Oberösterreicher gelten einem Atom-Unfall (71 Prozent), gefolgt von einem Blackout (67 Prozent) und Unwetterkatastrophen (57 Prozent). Hier sei das Informationsbedürfnis der Oberösterreicher am höchsten.

Ein gutes Zeugnis stellt die Umfrage dem Zivilschutz selbst aus: Rund vier von fünf Befragte fühlen sich zu unterschiedlichen Gefahren und der speziellen Vorsorge für zu Hause sehr gut (34 Prozent) oder einigermaßen gut (48 Prozent) informiert. Fast einstimmig sind die Oberösterreicher der Meinung, dass Informationen zur Bewältigung einer Katastrophe zumindest einigermaßen wichtig sind (96 Prozent).

Gut angenommen wird auch der neue, im September aufgelegte Familien-Notfallplan. Nach rund drei Wochen war bereits die dritte Auflage in Druck – 12.000 Stück wurden bereits ausgegeben.

Mehr Infos: www.zivilschutz-ooe.at


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