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Weitere 200 Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung in Oberösterreich geplant

Tips LogoKarin Seyringer, 28.03.2025 13:00

OÖ/LINZ. Der Ausbauplan Wohnen 2026/27 des Landes OÖ sieht weitere 200 Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung vor. Selbstbestimmtes Wohnen werde gestärkt, neue Wohnformen entstehen, so Landeshauptmann Thomas Stelzer und Sozial-Landesrat Christian Dörfel (beide ÖVP) am Freitag in Linz. Nun startet die Ausschreibung dafür.

  1 / 2   Mit alternativen und teilbetreuten Wohnformen ist die Miteinander GmbH ein wichtiger Partner des Sozialressorts im Bereich Menschen mit Beeinträchtigung, Landesrat Dörfel und Landeshauptmann Stelzer zu Besuch. (Foto: Land OÖ/Peter C. Mayr)

Das Ausbauprogramm des Oberösterreich-Plans sieht einen Schwerpunkt in der Schaffung von Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung vor. Seit der Umsetzung 2017 wurden mehr als 800 neue Wohnplätze geschaffen, 2026/27 kommen weitere 200 Plätze hinzu. Das ergibt im Schnitt jährlich 100 neue Wohnplätze.

Derzeit stehen in Oberösterreich insgesamt 4.917 Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung zur Verfügung.

Ein Teil der zu schaffenden Plätze wird in unterschiedlicher Betreuungsintensität (Vollbetreuung, Teilbetreuung, begleitetes Wohnen etc.) ausgeschrieben. Das Sozialressort schreibt zudem neue Wohnformen wie das „passgenaue Wohnen“ aus.

Ziel: Selbstbestimmung und Unterstützung

Ziel sei es, so viel Unterstützung wie nötig, aber auch so viel Selbstbestimmung wie möglich zu geben. „Das ist für ein erfolgreiches Land wie Oberösterreich nicht nur selbstverständlich, sondern das ist mir ein persönliches Anliegen. Das Ausbauprogramm wird auch in den kommenden Jahren weitergeführt“, so Landeshauptmann Stelzer.

„Damit stärken wir die Teilhabe an der Gesellschaft und die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Mit dem neuen Ausbauprogramm legen wir einen Schwerpunkt auf passgenaues Wohnen und schaffen 200 neue Wohnplätze. Damit geben wir auch den Familien Sicherheit, dass ihre Angehörigen in Zukunft gut aufgehoben sind“, so Sozial-Landesrat Dörfel.

Schwerpunkt „passgenaues Wohnen“

Für die 200 neuen Plätzen wurden vom Sozialressort konkrete Schwerpunkte definiert:

  • Erweiterung inklusiver Wohnviertel (21 Plätze, davon elf vollbetreut); dabei werden unterschiedliche Wohnformen in einem Wohnverbund oder in einer eigenen Wohnanlage (bspw. der bereits fertig gebaute inklusive Stadtteil Linz-Wegscheid, Wohnprojekt Steyr-Tabor, St. Georgen im Attergau) angeboten.
  • Integrative Plätze in Alten- und Pflegeheimen: 29 neue Plätze, davon 15 vollbetreut
  • Erweiterung bestehender Wohneinrichtungen: 31 Plätze, davon zwei vollbetreut
  • Neu: Passgenaues Wohnen: 76 Plätze; Klienten können aus einer vollbetreuten Wohnform in eine teilbetreute bzw. alternative Wohnform wechseln. Etwa 135 Personen leben derzeit in Vollbetreuung, obwohl sie auch in eine weniger intensiv betreute Wohnform wechseln könnten. Das soll mehr Selbstbestimmung ermöglichen und gleichzeitig die notwendige Betreuung sicherstellen.
  • Neu: Inklusive Wohn-Assistenz: 23 Plätze (Betreuung in den eigenen vier Wänden durch persönliche Assistenz bzw. mobile Betreuung und Hilfe).
  • Zwölf Plätze entstehen für Menschen mit Folgewirkung von Suchterkrankungen.
  • Acht Plätze entstehen für Kinder und Jugendliche, die eine intensive 24/7-Betreuung benötigen. Diese Plätze entstehen in familienähnlichen Strukturen.

Ausschreibung bis Ende Juni

Umgesetzt werden die Wohnplätze durch die Partner aus der Behindertenhilfe, diese können sich ab April 2025 mit Betreuungskonzepten für die Umsetzung der neuen Plätze bewerben, bis zum Stichtag 30. Juni. Im September erfolgt die Bewertung, die Aufträge an die Träger sollen im Herbst vergeben werden, damit mit der Umsetzung zeitgerecht 2026 begonnen werden kann.

Ein solcher Partner ist der Verein Miteinander GmbH, die unter anderem „Alternative Wohnformen“ anbietet. Unkompliziert und unbürokratisch werden Wohngemeinschaften für und mit jeweils drei Menschen mit Beeinträchtigungen realisiert. Die Betreuung wird durch Persönliche Assistenz sowie 24-Stunden-Betreuung gewährleistet, die Bewohner sind gleichzeitig auch Mieter und treffen alle Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, selbst. Die Miteinander GmbH nimmt dabei die Rolle eines Service-Dienstleisters ein und begleitet.

„Oberösterreich ermöglicht mit dem Ausbauplan Wohnen die eigenen vier Wände für Menschen mit Beeinträchtigung. Die Miteinander GmbH ist seit 50 Jahren ein kompetenter und innovativer Partner. Seit der Gründung im Jahr 1975 setzen wir uns für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen ein. Unsere klare Vision lautet: Teilhabe für alle Menschen – von Anfang an und in allen Lebensbereichen“, so Gerald Rechberger, Geschäftsführer der Miteinander GmbH.

 


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