Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Gewaltambulanz am Kepler Uniklinikum Linz gestartet

Tips LogoKarin Seyringer, 24.02.2026 09:45

OÖ/LINZ. Nach zahlreichen Forderung und Auftrag des Landes OÖ ist am Med Campus der Kepler Uniklinik Linz nun eine Gewaltambulanz umgesetzt und gestartet, wie das KUK am Dienstag mitteilt. Die neue Ambulanz ist zentrale Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Menschen für rasche und niederschwellige Hilfe, unabhängig davon, ob Anzeige erfolgt.  

 (Foto: Volker Weihbold)
(Foto: Volker Weihbold)

Der Aufschrei war groß, nachdem im Mai vergangenen Jahres eine Frau nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung nach zuvor erfolgter Erstaufnahme am Kepler Uniklinikum doch abgewiesen wurde, weil es sich nicht um das Aufnahmespital handelte. Zahlreiche Vereine und Initiativen forderten daraufhin erneut die Errichtung einer Gewaltambulanz in Oberösterreich. Das Land OÖ erteilte den Auftrag an die Oö. Gesundheitsholding zur Etablierung einer solchen.

Auch lesen: Hohe Wellen nach Abweisung von Patientin in Linz: Gewaltambulanz für OÖ angekündigt

Speziell ausgebildete Forensik Nurse, 24/7-Erreichbarkeit

Wie das KUK am Dienstag mitteilt, besteht die Ambulanz nun. Die neue Einrichtung ist derzeit räumlich im Bereich der Unfallambulanz angesiedelt. Dort steht eine speziell ausgebildete Forensik Nurse zur Verfügung.

Die Aufgaben der Gewaltambulanz gehen über die Akutversorgung hinaus. Die Forensik Nurse unterstützt und berät Betroffene, arbeitet in enger Abstimmung mit der Gerichtsmedizin bei der Spurensicherung für gerichtsfeste Dokumentation und sensibilisiert und schult das Personal im Umgang mit Gewaltopfern. Auch Kontakt zu Opferschutzeinrichtungen wird vermittelt.

Außerhalb ihrer Dienstzeiten übernehmen Fachkräfte von Fachambulanzen die Versorgung nach akuten Gewaltereignissen, womit eine 24/7-Erreichbarkeit gewährleistet ist, teilt das KUK mit. 

„Zentrale Anlaufstelle“

„Mit der Gewaltambulanz haben wir eine zentrale Anlaufstelle für Opfer von Gewalt geschaffen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Rechtssicherheit und Prävention“, betont Karl-Heinz Stadlbauer, Ärztlicher Direktor des KUK. 

„Die Gewaltambulanz ist ein wichtiger Schritt für den Schutz von Gewaltopfern und ein klares Bekenntnis zu einer Gesellschaft, in der Gewalt keinen Platz hat. Sie verbindet medizinische Versorgung mit Prävention, Rechtssicherheit und Menschlichkeit – genau das brauchen Betroffene“, ist Gesundheits- und Frauenlandesrätin, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) überzeugt.

Interdisziplinäres Team

Die Gewaltambulanz arbeitet interdisziplinär: Neben der Unfallchirurgie sind auch Fachbereiche wie Gynäkologie, Kinderheilkunde, Kinderchirurgie, Psychologie und Sozialarbeit eingebunden. „Unser bestehendes Gewaltopfer-Betreuungsteam bringt seine langjährige Erfahrung ein und wird die neue Gewaltambulanz maßgeblich mitgestalten“, erklärt Monika Kern, Leiterin der Klinischen Sozialarbeit.

Ausbau geplant

Langfristig soll die Einrichtung zu einem umfassenden Zentrum für klinisch-forensische Versorgung ausgebaut werden, heißt es vom KUK. „Unser erklärtes Ziel ist, dass Opfer von Gewalt am Kepler Universitätsklinikum bestmöglich betreut, beraten und behandelt werden“, so der Ärztlicher Direktor.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden