Meisterschaftsabbruch: So reagieren die Fußballvereine im Salzkammergut

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Thomas Leitner Thomas Leitner, Tips Redaktion, 20.04.2020 10:08 Uhr

BEZIRK GMUNDEN. Der ÖFB beschloss angesichts der Corona-Krise den Abbruch der Fussballmeisterschaft 2019/20 im Amateurfussball von der Regionalliga abwärts. Damit wird es keine Aufsteiger und auch keine Absteiger geben.

„Es war eine richtige Entscheidung und auch eine logische Entscheidung. Wir hoffen, dass in Oberösterreich der Baunti-Landescup ausgespielt werden kann. Viel wichtiger wird aber sein, dass im Herbst ein Neustart im Fußball - Unterhaus erfolgen kann. Für den Verein, die Mannschaft, den Nachwuchs, die Funktionäre und auch die Fans“, sagt Johann Roitmayer, Sektionsleiter beim SV Zebau Bad Ischl. 

SV Gmundner Milch wäre eine Entscheidung auf sportlicher Ebene lieber gewesen

„Doch wir nehmen den Meisterschaftsabbruch zur Kenntnis. Priorität hat in jeder Weise die Gesundheit der Bevölkerung. In unserem Handeln können wir nur auf die Entscheidungen der Regierung warten und uns danach richten. Derzeit ist Individualtraining angesagt,- wir hoffen auf baldige Freigabe von Gruppentraining. Auf alle Fälle lässt der SV Gmundner Milch nach dieser Entscheidung den Kopf nicht hängen. Wir werden wieder voll Durchstarten“, ist sich Trainer Thomas Heissl sicher. 

Lösung für den ASKÖ Ohlsdorf nachvollziehbar

„Für unseren Verein jedoch, nachdem wir den Herbstmeistertitel mit acht Punkten Vorsprung geholt haben, ist die Annullierung bitter und schmerzlich. Vorstand, Spieler, Funktionäre und auch ich als Trainer, haben soviel investiert, und nun wurde und der ganze sportliche Erfolg weggenommen. Da taucht natürlich schon die Frage auf, 'Hat mein Einsatz noch Sinn?' den Ist-Status, nämlich den Stand nach der Herbstsaison zu werten, wäre gerechter gewesen. Schließlich hat jeder gegen jeden bereits einmal gespielt. Das passiert schließlich auch beispielsweise in der Formel Eins, im Skiweltcup oder beim Skispringen - und was passiert, wenn auch im Herbst 2020 nicht gespielt werden kann. Dann wäre das Ergebnis der Halbsaison Herbst 2019 eine gute Basis für eine Meisterschaftswertung zusammen mit der Frühjahressaison 2021 gewesen. Also, unterbrechen und Zeit gewinnen wäre auch eine gute Option gewesen. Doch unsere Vereinszusammengehörigkeit und der Ehrgeiz aller Spieler stimmt mich zuversichtlich, dass der ASKÖ Ohlsdorf trotz dieser schmerzhaften Entscheidung die Corona-Krise unbeschadet überstehen wird“, sagt ASKÖ Ohlsdorf-Trainer Norbert Hutterer. 

„Wir verstehen und akzeptieren diese Entscheidung des Fußballverbandes. In Summe ist dies wahrscheinlich die beste Lösung. Doch für einige Vereine, ist es bitter, gerade wenn ich an unsere Nachbarn in Ohlsdorf denke. Wir wünschen uns natürlich eine baldige Fortsetzung im Fußball Unterhaus. Doch es ist uns allen klar, dass Gesundheit Vorrang hat. Training und Fußball werden nur nach Freigabe durch die Regierung und nach Wegfall der Abstandsbestimmungen möglich sein. Im Verein ist uns derzeit wichtig, die Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl, aufrechtzuerhalten. Aber nochmals: Hauptsache ist die Gesundheit der Menschen. Fußball ist, - wie ein geflügeltes Wort besagt, - die schönste Nebensache der Welt“, sagt Askö Vorchdorf Marketing Vorstand Johann Kronberger.

Gschwandt trainiert derzeit individuell

„Wir akzeptieren die ÖFB-Entscheidung. Da wir uns im Tabellenmittelfeld befinden, tangiert und der Meisterschaftsabbruch nur am Rande. Gut verstehen können wir aber die Enttäuschung der Vereine an den führenden Tabellenpositionen. Vielleicht hätte man doch eine andere Lösung finden können, bei welcher die sportliche Leistung in der Herbstsaison Niederschlag gefunden hätte. So wären weniger Vereine unzufrieden gewesen. Wir trainieren derzeit individuell, unserem Verein ist es wichtig, den Kontakt zu Spielern und Funktionären zu festigen und den Teamgeist zu fördern. Kardinalfrage für mich ist: Wann und wie geht es weiter“, erzählt Union Gschwandt-Trainer Ivica Sirocic.

Vereinsleben in Altmünster stark eingeschränkt

„Es war in einer schwierigen Situation die richtige Entscheidung. Die Gesundheit hat Vorrang. Jetzt kommt es darauf an, wie lange die Unterbrechung dauern wird. Je länger, desto größer werden die Probleme im gesamten Amateurfußball, was wir keinesfalls unterschätzen sollten. Ich denke an den Nachwuchs, an Sponsoren, Funktionäre und die Fußballfans. Auch das Vereinsleben als Kernzelle von Kameradschaft und Miteinander ist derzeit stark eingeschränkt. Ich hoffe ganz stark, dass wir im Herbst 2020 wieder Meisterschaft spielen können“, sagt der Trainer des FC Altmünster,  Edvin Durgutovic. 

Bad Goisern hat trotz Krise den Aufstieg als Ziel vor Augen

„Wir müssen die Entscheidung zur Kenntnis nehmen, doch als Herbstmeister tut das natürlich weh. Unser Wunsch wäre schon gewesen, eine andere Lösung auf sportlicher Basis zu finden. Unsere tolle Leistung im Herbst wurde nicht bewertet. Sehr bitter, aber trotz allem haben wir Verständnis, denn die Gesundheit ist wichtiger als Fußball. Die derzeitige Situation ist für die Fußballvereine eine Katastrophe. Fixkosten laufen weiter, die Zuschauereinnahmen betragen Null und die Geduld der Sponsoren wird auch ein Ende haben. Unsere Spieler haben in diesen schwierigen Wochen große Solidarität gezeigt. Die Nachwuchsteams und der Fußball-Kindergarten liegen mir am Herzen. Mit dem Fußball ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens weggefallen. Alles in allem nicht einfach. Aber wir in Bad Goisern lassen die Köpfe nicht hängen und schauen positiv in die Zukunft. Der Aufstieg bleibt unser Ziel. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, sagt SV Bad Goisern-Sektionsleiter Franz Liebhart. 

IN Ebensee werden Motivation und Zusammenhaltes gefördert

„Die Entscheidung des Verbandes war so zu erwarten und ist den Statuten nach auch in dieser Form nachvollziehbar. Natürlich hätte es auch andere Lösungsansätze gegeben. Abwarten wäre keine schlechte Variante gewesen. Wir profitieren in der hinteren Tabellenregion zwar von dieser Entscheidung, doch es wäre und viel lieber gewesen, die Abstiegsfrage sportlich zu entscheiden. Es gibt Wichtigeres als Fußball. Das müssen wir in dieser Zeit ganz einfach zur Kenntnis nehmen. Unsere Hauptaufgabe liegt derzeit in der Motivation und in der Förderung des Zusammenhaltes im Verein“, sagt Robert Engl, sportlicher Leiter beim Askö Ebensee. 

„Die Verbandsentscheidung ist klar und richtig. Wir nehmen den Abbruch zur Kenntnis und machen in dieser schwierigen Phase das Beste daraus. Die Spieler absolvieren Individualtraining. Zu Sponsoren und Fans halten wir Kontakt über Social Medien mit Berichten und Kuriositäten aus dem Vereinsarchiv. Sorgen bereitet mir der Nachwuchs. Die Kids sehnen sich nach Bewegung im Freien“, ergänzt Askö Ebensee-Obmann Alfred Kienesberger.

Askö Gosau hat auch wirtschaftliche Bedenken

„Der Abbruch der Meisterschaft und die damit verbundene Annullierung waren richtig. Es geht einzig und allein um die Gesundheit. Wir sitzen alle in einem Boot. Auch nur das geringste Risiko einzugehen, wäre unverantwortlich gewesen. Klar muss uns allerdings auch sein, dass die Unterbrechung für einen längeren Zeitraum speziell für kleiner Vereine eine besondere Herausforderung darstellt. Ich denke an die wirtschaftliche Seite, ich denke an Sponsoren, Zuschauereinnahmen sowie Kantine. Ein Worst-Case-Szenario für mich wäre, wenn auch im Herbst kein Spielbetrieb stattfinden könnte. Für viele Vereine wahrscheinlich eine Existenzfrage. Dann wäre der Fußballverband gefragt“, sagt Roland Bärnthaler, Trainer beim Askö Gosau. 

Pinsdorf freut sich auf baldiges Training

„Eine verständliche und nachvollziehbare Entscheidung des Verbandes in dieser Situation. Zum jetzigen Zeitpunkt die wahrscheinlich beste Lösung. Für unseren Verein finden wir es schade, denn wir waren in der Tabelle vorne mit dabei und die Burschen haben in der Vorbereitung Einsatz und Ambition gezeigt. Hoffentlich können wir bald wieder trainieren und die Meisterschaft im Herbst zeitgerecht starten“, würde sich Martin Sturm vom Askö Pinsdorf freuen. 

Geisterspiele in Unterhaus nicht denkbar

Die Entscheidung war richtig. Man darf bei einer solchen Pandemie kein Risiko eingehen und daher war Fußballspielen unmöglich. Geisterspiele sind im Unterhaus sowieso nicht denkbar. Wir finden den Abbruch schade, aber dieser ist völlig zu akzeptieren. Erst wenn wir die Krankheit unter Kontrolle haben, ist ein Neubeginn im Fußball wieder möglich„, sagt SC St. Wolfgang-Trainer Andrzej Jaschinski.

 

 

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