IV OÖ: Flexibilität und Digitalisierung sollen Wirtschaft ankurbeln
OÖ. Die Corona-Pandemie beschleunigt einen Strukturwandel. Zentral werden die Flexibilisierung und Digitalisierung von der Arbeitswelt sein, hält die Industriellenvereinigung Oberösterreich fest. Sie zog am Dienstag, 20. Oktober, Schlussfolgerungen für die oberösterreichische Industrie.

Die Corona-Pandemie hat eine weltweite Wirtschaftskrise ausgelöst. In Oberösterreich liegt die aktuelle Geschäftslage der Industriebetriebe nach wie vor im negativen Bereich, informiert die Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ). Auch die Zahl der Beschäftigten bleibt kritisch. In der IV OÖ-Konjunkturumfrage unter 98 Unternehmen mit insgesamt mehr als 92.000 Mitarbeitern gab fast die Hälfte an,in den nächsten drei Monaten jemanden kündigen zu müssen. „Das ist ein sehr deutliches Signal dafür, dass der Arbeitsmarkt das Sorgenkind bleibt und damit Umschulungen und Höherqualifizierungen zentrale Instrumente zur Reduktion der Arbeitslosigkeit sein müssen“, sagt IV OÖ Präsident Axel Greiner.
Digitalisierung kann Produktivität steigern
Bestimmte Unternehmen, etwa aus den Bereichen Lebensmittel, Bau und Baumaschinen, seien jedoch oft gut durch die Krise gekommen. Das könne unter anderem mit Automatisierung und Digitalisierung zusammenhängen.“In den nächsten Jahren werden jene Betriebe erfolgreich sein, die mit hoher Flexibilität auf die hohen Anforderungen am Markt reagieren können. Automatisierung und Digitalisierung bekommen eine noch höhere Bedeutung und werden weitere Produktivitätssprünge auslösen“, führt IV OÖ Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch aus.
Rasche Verfahren notwendig
Für die nächsten Jahre der Industrie sieht die IV OÖ drei zentrale Herausforderungen aus internationaler Perspektive. Das sind Digitalisierung und neue Technologien; Energie, Klima und Mobilität sowie geopolitische Machtverhältnisse und Good Governance. So würde der Klimawandel etwa keine rückwärtsgewandten Verbote, sondern neue Technologien und Lösungen brauchen. Extrem ambitionierte politische Klimaziele müssten auch rasche Genehmigungsverfahren nach sich ziehen. Jahrzehntelange Diskussionen würden sich auch in anderen Bereichen nicht ausgehen, meint Greiner.
Eine weitere Forderung der IV OÖ sind Freihandelsabkommen. Die Globalisierung solle laut Haindl-Grutsch zwar nachhaltiger und resilienter, aber nicht zurückgedrängt werden. Wie die Standort-Rahmenbedingungen aussehen, werde schließlich maßgeblich von der Legislaturperiode der OÖ. Landesregierung 2021-2027 abhängen. „Hier die Weichen richtig zu stellen wird darüber entscheiden, ob Oberösterreich bis 2030 zu einer industriellen Spitzenregion in Europa aufsteigt“, betont Greiner abschließend.


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