Hohe Dünge- und Futtermittelpreise setzen Landwirte unter Druck

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Hohe Dünge- und Futtermittelpreise sowie billigere Produkte aus dem Ausland erhöhen derzeit den Druck auf Landwirte (Symbolbild). (Foto: Land OÖ/Hans Kosina)
Hohe Dünge- und Futtermittelpreise sowie billigere Produkte aus dem Ausland erhöhen derzeit den Druck auf Landwirte (Symbolbild). (Foto: Land OÖ/Hans Kosina)
Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 29.07.2021 19:55 Uhr

OÖ. Die Preise für Phosphordünger erreichen am Weltmarkt den höchsten Stand seit 13 Jahren. Gründe dafür sind unter anderem hohe Getreidepreise in der abgelaufenen Saison und noch nicht gänzlich wiederhergestellte Logistikketten zwischen China und dem Rest der Welt. Was das für Oberösterreichs Landwirte bedeutet und welche Unterstützungsmöglichkeiten er sieht, schildert Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Der Erlös in der Landwirtschaft hänge stark von internationalen Märkten ab. Das betrifft Produktpreise wie Getreide und Milch sowie Betriebs- und Futtermittel wie Dünger und Soja oder Sojaschrot. Da Lieferketten seit den Lockdowns noch nicht völlig wiederhergestellt und Rohstoffe weltweit knapp sind, steigen die Preise aktuell. „Die herrschende Hochkonjunktur lässt in fast allen Branchen die Preise steigen. Höhere Preise für Vorprodukte und Rohstoffe können von den meisten Unternehmen durch höhere Verkaufspreise kompensiert werden. Das gilt für die Landwirtschaft nur in eingeschränktem Ausmaß. Trotz historisch hoher Preise für Betriebsmittel wie die notwendigen Pflanzennährstoffe steigen die Erlöse für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse nicht. Unterm Strich verringert das die Einkommen unserer bäuerlichen Betriebe und erhöht den Druck Richtung Betriebsvergrößerung“, führt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) aus.

„Bäuerliche Familienbetriebe prägen OÖ“

Oberösterreich werde aber von vielen bäuerlichen Familienbetrieben geprägt, was auch die Bevölkerung schätze und gerne in Werbungen gezeigt werde. „Entscheidend ist dann aber, was abseits der Werbebotschaften in den Preisverhandlungen passiert. Die heimischen Produkte mit Konkurrenz aus dem Ausland unter Druck zu bringen und damit unsere heimischen Familienbetriebe auf eine Stufe zu stellen mit Großbetrieben aus dem Ausland ist kein fairer Umgang und schadet langfristig den gesamten Agrarsektor bis hin zum Lebensmittelhandel“, sagt Hiegelsberger. Die hohen Preise für die Betriebsmittel müssten daher auch im Kaufpreis berücksichtigt werden.

Sollten darüber hinaus zukünftig neue klima- und umweltpolitische Anforderungen an die Landwirte gestellt werden, so brauche es einen finanziellen Ausgleich. Dieser soll sowohl von der öffentlichen Hand als auch vom Markt kommen. Eine stärkere ökologische Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erhöhe die Kosten rund um Artenvielfalt, Gewässerschutz und Tierwohl.

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