Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ/RIED. Hochrangige Vertreter der österreichischen Jagd- und Forstwirtschaft kamen zusammen, bei der 16. Board Sitzung des Forst-Jagd-Dialogs, die im Rahmen der Rieder Messe abgehalten wurde. Seit der Unterzeichnung der Mariazeller Erklärung wird in diesem Rahmen an der guten Abstimmung zwischen Forstwirtschaft und Jagd gearbeitet. Großes Thema des Dialogs: Herausforderungen durch die stark angestiegene Freizeitnutzung von Wald und Flur in Corona-Zeiten, aber auch durch den Klimawandel.

Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (Mi.) und mit den Spitzenvertretern der österreichischen Forstwirtschaft und Jagd auf der Rieder Messe. (Foto: Paul Gruber)

Die 16. Boardsitzung, bei der auch Bundesministerin Elisabeth Köstinger zu Gast war, zog Bilanz, beraten wurde über die Zukunft der Waldökosysteme und Wildlebensräume. „Mit dem Forst & Jagd Dialog ist ein wichtiger Brückenschlag gelungen, um gemeinsam praxisorientierte und zukunftsorientierte Lösungen anzustreben. Der Weg zur Erreichung ausgeglichener Wald-Wild-Verhältnisse muss nun konsequent weiter beschritten werden“, so Köstinger.

Herausforderung Corona

Großes Thema beim Dialog war natürlich auch die Corona-Pandemie – und die Auswirkungen und Herausforderungen, die durch die stark gestiegene Freizeitnutzung in der Natur entstanden sind. „Corona hat durch die damit verbundene Freizeitnutzung viel Unruhe in unsere Wildlebensräume gebracht. Wir müssen uns gemeinsam für die Minderung von Störungseinflüssen auf Wild und Wald starkmachen“, so Josef Pröll, Präsident von Jagd Österreich. Insbesondere in der Nähe von Ballungsgebieten, aber auch in den vielen touristisch attraktiven Landschaften seien „Hotspots“ durch stark erhöhte Besuchszahlen entstanden. Dadurch komme es nicht nur zur erhöhten Beunruhigung der Wildtiere und Überlastungen der natürlichen Ökosysteme, die notwendige Regulierung der Wildbestände werde auch stark erschwert.

Die Vertreter des Dialogs befürworten alle Initiativen, die sich mit praxisorientierten Problemlösungen auseinandersetzten, darunter die Besucher-Lenkung, Bewusstseinsbildung, Öffentlichkeitsarbeit oder die Planung und Ausweisung von Wildruhezonen.

Mariazeller Erklärung

Vertreter aller Bundesländer haben 2012 mit der Mariazeller Erklärung vereinbart, für das gute Auskommen zwischen Jagd und Forst in den heimischen Wäldern zu sorgen. „Jagd und Forst sind Partner und profitieren beide von einer guten Zusammenarbeit“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. „Die zukunftsfähige Gestaltung der Wildlebensräume kann nur in einem guten Zusammenwirken der Bauern, der Forstbetriebe mit der Jägerschaft gelinge“, ist auch OÖ. Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner, überzeugt.

Klimawandel

Gerade in Zeiten des spürbaren Klimawandels sei die Zusammenarbeit von enormer Bedeutung. „Seit 2015 sind in Oberösterreich rund 10 Millionen Erntefestmeter Schadholz angefallen, zusätzlich zum regulären Einschlag. Diese Flächen sind nun auch wieder aufzuforsten mit einem möglichst vielfältigen und klimafitten Wald. Dazu ist es notwendig, die Abschüsse anzupassen und es bedarf der laufenden Zusammenarbeit mit der Jägerschaft“, so Agrar-Landesrat Hiegelsberger.

Um die Erklärung in OÖ konsequent umzusetzen, halten Land OÖ, Landwirtschaftskammer, Landesjagdverband und Landesforstdienst in allen vier Landesteilen Veranstaltungen mit dem Titel „OÖ. Forst-Jagd Dialog“ ab. Inhalt sind Strategien für ein gutes Miteinander nach Borkenkäferschäden, Schneedruck und Sturm. Entscheidend sei das moderne Jagdgesetz mit Abschussplanverordnung und System der Weiserflächen als Grundlagen. In den 1.000 oberösterreichischen Jagdgebieten sind rund 4.500 Weiser- und Vergleichsflächen zur Erhebung der Verbiss-Situation eingerichtet.

Waldfonds für Klimaziele

Für klimafitte Wälder hat der Bund einen „Waldfonds“ ins Leben gerufen, 350 Millionen Euro stehen zur Verfügung, für die Wiederaufforstung nach Schadereignissen und die Verbesserung der Klimafitness Österreichs Wälder. Auch die Förderung von Maßnahmen gegen Wildschäden ist möglich.

Neu: Berufsjäger

Eine Neuerung ist auch, dass mit der geplanten Novellierung des land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildungsgesetzes die Liste der Berufe um Berufsjäger erweitert werden soll. Ebenso wurde der Zertifikatslehrgang „Wald- & Jagdpädagogen“ gestartet.

Alle Infos und die Jahresbilanz gibt's auf www.forstjagddialog.at

Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden