Industriellenvereinigung OÖ fordert mehr Geld für FH OÖ

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Anna Stadler Tips Redaktion Anna Stadler, 04.01.2022 18:41 Uhr

OÖ. Wien und Niederösterreich halten gemeinsam die Hälfte aller Studienplätze, für Oberösterreich und den Rest von Österreich wird schlanke Trägerstruktur zum Nachteil. Die Industriellenvereinigung (IV) OÖ fordert eine stärkere Rücksichtnahme auf Standortanforderungen und Nachfrage aus der Wirtschaft.

Insgesamt hat sich der Fachhochschulsektor in Österreich während der letzten 20 Jahre sich von 17.000 Studienplätzen im Jahr 2002 auf 59.000 Studienplätze im Wintersemester 2020 mehr als verdreifacht. Aktuell gibt es in Österreich 21 Fachhochschulträger an insgesamt 33 FH-Standorten. In Wien und Niederösterreich sind jeweils fünf Trägerorganisationen für fünf Standorte in Wien und sieben Standorte in Niederösterreich zuständig, während „Restösterreich“ mit ein bis zwei FH-Trägern das Auslangen findet – so auch OÖ mit einem Träger für die vier Standorte Linz, Wels, Steyr und Hagenberg. „Es ist die eine Frage, wie viele FH-Träger für ein effizientes Management des Sektors im Bundesland notwendig sind“, erklärt dazu Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der IV OÖ: „Eine höhere Zahl an Trägerorganisationen bringt aber offensichtlich Vorteile bei der Zuteilung von FH-Studienplätzen durch das Ministerium, weil diese auf Basis der Anträge der einzelnen FH-Träger verteilt werden.“

Die Schere öffnet sich weiter

„Als stärkster Industriestandort der Republik ist Oberösterreich im Besonderen auf eine entsprechend ausgebaute Hochschulinfrastruktur angewiesen.“ In der Entwicklung der Studienplätze zeigt sich, dass sich der Vorsprung von Wien und Niederösterreich von 2002 bis 2020 massiv erhöht hat, die Schere von Wien und Niederösterreich zu den restlichen Bundesländern geht immer stärker auf. Knapp die Hälfte aller FH-Studienplätze stehen in Wien und Niederösterreich zur Verfügung. Oberösterreich hat mit 7.326 Studienplätzen im Wintersemester 2020 einen Anteil von 12,5 Prozent bei einem Bevölkerungsanteil von 16,7 Prozent und einem industriellen Wertschöpfungsanteil von über 25 Prozent. „Wien hält bei einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 21,5 Prozent knapp 29 Prozent aller FH-Studienplätze, weitere 20 Prozent gehen an Niederösterreich. Den Rest teilen sich die übrigen sieben Bundesländer.“ Selbst bei der Betrachtung der Technik-relevanten Studienplätze kommt Oberösterreich nur auf etwas mehr als die Hälfte der entsprechenden Plätze von Wien, was die Größe des jeweiligen Industriesektors der beiden Bundesländer in keiner Weise widerspiegelt.

Gießkannen-Methode verschärft die Schieflage

Die Systematik der regelmäßigen prozentuellen Erhöhungen der Studienplätze führe dazu, dass der Abstand zwischen den Bundesländern weiter zunimmt. „Anstelle der Fortschreibung dieser Gießkannen-Methode ist es notwendig, wesentlich stärker auf Standortanforderungen und die Nachfrage aus der Wirtschaft im jeweiligen Bundesland Rücksicht zu nehmen, um damit eine flächendeckende, zielgenaue Entwicklung des FH-Sektors österreichweit zu ermöglichen. Es ist nicht akzeptabel, dass die schlanke und effiziente Träger-Struktur der FH OÖ mit den vier großen Fachhochschulstandorten zum Nachteil bei der Vergabe von Studienplätzen für Oberösterreich wird“, so Haindl-Grutsch. Im Zuge der kommenden Ausbauschritte des FH-Sektors sei es notwendig, dass die FH OÖ den erhöhten Bedarf für den Standort klarlegt und die Schieflage deutlich anspricht. „Die OÖ. Industrie steht dabei zur kräftigen Unterstützung jedenfalls zur Verfügung“, erklärt IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch.

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