Arbö OÖ fordert Verschiebung der CO2-Bepreisung
OÖ. Der stark angestiegene Rohölpreis macht sich auch an den heimischen Zapfsäulen bemerkbar. Die ab 1. Juli zusätzlich zu bezahlende CO2-Bepreisung sollte daher vorerst ausgesetzt werden, fordert der Arbö OÖ.

Pendler, Schichtarbeiter, Pensionisten und alle, die aufgrund fehlender Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz auf das eigene Auto angewiesen sind, leiden derzeit unter einer wahren Kostenexplosion an den Tankstellen. Der Durchschnittspreis von einem Liter Eurosuper 95 beträgt aktuell 1,463 Euro, für einen Liter Diesel sind 1,453 Euro zu bezahlen. Damit kostet der Treibstoff mehr als vor zehn Jahren, als der Rohölpreis für die Sorte Brent 120 US-Dollar betrug – heute liegt der Preis für einen Barrel Brent aber „erst“ bei knapp 90 US-Dollar. „Wenn der Rohölpreis nun weiter steigt und an das Preisniveau von 2012 herankommt, ist auch mit einem weiteren empfindlichen Anstieg der Preise an den heimischen Zapfsäulen zu rechnen“, befürchtet Arbö OÖ Landesgeschäftsführer Thomas Harruk.
Kosten werden steigen
Für die Konsumenten kommt diese Preissteigerung für Treibstoff zu einer Unzeit. Hat die Bundesregierung doch – trotz großem Versprechen keine neuen Steuern einzuführen – vor kurzem das Steuerreformgesetz beschlossen und damit die CO2-Bepreisung fixiert. Dies bedeutet, dass die Kosten für Heizen aber eben auch Autofahren steigen werden: Künftig kostet Eurosuper 95 um 8 Cent mehr, Diesel um 9 Cent. „Allein diese Steuererhöhung macht pro Tankfüllung rund 5 Euro aus. In Kombination mit den zu erwartenden Preissteigerungen aufgrund der steigenden Rohölpreise wird der Betrieb des eigenen Autos für viele Menschen bald nicht mehr leistbar sein“, so Harruk weiter. Und bei dieser Schwere und Frequenz der Kostenanstiege bringt auch der Klimabonus nur wenig, der ja eigentlich die Mehrkosten für Autofahren und Heizen abdecken soll.
Auto für viele Menschen unverzichtbar
Der Arbö OÖ fordert daher eine Verschiebung der CO2-Bepreisung. „Gerade im Flächenbundesland Oberösterreich ist das eigene Auto für viele Menschen unverzichtbar, weil es derzeit in vielen Regionen einfach noch keine Alternative zum motorisierten Individualverkehr gibt. Und diese Regionen beginnen oftmals schon an den Stadtgrenzen, also gar nicht weit weg vom gut ausgebauten Öffi-Netz. In der jetzigen Zeit den Menschen eine zusätzliche finanzielle Belastung aufzubürden ist einfach unverantwortlich, unfair und unsozial. Die Verschiebung der CO2-Bepreisung könnte die finanzielle Mehrbelastung zumindest etwas abfedern“, hofft Thomas Harruk auf ein verantwortungsvolles Umdenken innerhalb der Bundesregierung.


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