Mittwoch 17. April 2024
KW 16


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Einwegpfand soll künftig auch in Altstoffsammelzentren eingelöst werden

Tips Logo Jürgen Affenzeller, 14.06.2022 18:16

LINZ/WIEN. Die Einbindung der oö. Altstoffsammelzentren (ASZ) durch Pfandautomaten in das für 2025 geplante Pfandrücknahmesystem forderten am Dienstag der Vorsitzende des OÖ. Landesabfallverbandes, Roland Wohlmuth, und der Präsident des OÖ. Gemeindebundes, Johann Hingsamer.

Johann Hingsamer (Präsident OÖ Gemeindebund) und  Bgm. Roland Wohlmuth (Vorsitzender OÖ. Landesabfallverband) (Foto: LAV)
Johann Hingsamer (Präsident OÖ Gemeindebund) und Bgm. Roland Wohlmuth (Vorsitzender OÖ. Landesabfallverband) (Foto: LAV)

304 Millionen Kilogramm sortenreine Abfälle wurden im vergangenen Jahr in den 179 Altstoffsammelzentren Oberösterreichs gesammelt. Das bedeutet eine Steigerung der Sammelmenge von 2,3 % im Vergleich zu 2020. „Das ist ein neuer Allzeitrekord, der zudem widerspiegelt, dass 40 % aller Siedlungsabfälle in den ASZ getrennt erfasst werden, soviel wie in keinem anderen Bundesland“, betont Roland Wohlmuth.

Umgerechnet auf die Bevölkerung hat jeder Oberösterreicher und jede Oberösterreicherin im Jahr 2021 rund 203 kg Abfälle ins ASZ zur Verwertung gebracht. Die hohe Akzeptanz der Altstoffsammelzentren bei der Bevölkerung, belegt durch die steigenden Sammelmengen, ist ein weiterer Indikator für die soziale Relevanz des ASZ-Sammelsystems.

ASZ als Unterstützer beim Pfandrücknahmesystem

Der Beschluss im Nationalrat für das Einwegpfand ist ein wichtiger Schritt in Richtung Umwelt- und Ressourcenschonung. Das Einwegpfand stellt neben der Herstellerverantwortung, überwiegend recyclebare Produkte zu erzeugen und einer nachhaltigen Konsumentenverantwortung, eine wesentliche Säule der Kreislaufwirtschaft dar. Vor allem jener Schritt, die Angebote für Mehrweggetränkeflaschen verpflichtend auszubauen ist ein richtiger, wenn auch die kleinen Flaschen bis 0,5 l noch ausgenommen sind. Die Umsetzung bis zum Jahr 2025 bietet eine ausreichende Vorlaufzeit und gewährt zudem auch größere Planungssicherheit.

Pfandautomaten bei Altstoffsammelzentren

Eine bequeme Möglichkeit zur Rückgabe bepfandeter Getränkeverpackungen wird als ein zentrales Element eines modernen Einwegpfandsystems gesehen. Die gängigste Form der Rücknahme erfolgt über den Handel. Es sollte aber auch die Möglichkeit der Rückgabe über Pfandautomaten bei dezentralen Rückgabestellen wie etwa in Altstoffsammelzentren ins Auge gefasst werden. Nur so kann eine ganzheitliche Lösung geschaffen werden und kleine Geschäfte und Greissler, wie beispielsweise Bäckereien, Metzgereien oder Tankstellen, in den Städten und ländlich strukturierten Regionen würden miteingebunden werden. Aus diesem Grund wurde von der kommunalen Abfallwirtschaft eine Pfandstudie bei der BOKU Wien in Auftrag gegeben, deren Ziel es war, die Einbindung von oö. Altstoffsammelzentren als Rücknahmestellen für Getränkegebinde zu eruieren.

Petition fand Gehör

Dabei zeigte sich, dass bei dem dichten Netz an ASZ in OÖ gewisse Altstoffsammelzentren unter bestimmten Voraussetzungen als Pfandrücknahmestelle durchaus in Frage kommen. Auch bei einem möglichen Weg über eine digitale Entwertung („Entpfandung“) der Getränkeverpackungen könnten die ASZ eingebunden werden. Aus Sicht der OÖ Umwelt Profis ist die Einbindung der Altstoffsammelzentren in das Pfandrücknahmesystem ein essenzieller Aspekt, zumal deren Rolle als Nahentsorger weiterhin gestärkt und weitergeführt werden soll.

Dieses Ansinnen wird auch von sämtlichen Gemeinden und Städten mitgetragen und wurde im Zuge einer Petition an das Umweltministerium herangetragen. Trotz fehlender Einbindung in diesbezügliche Gespräche beim Ministerium, hat diese Petition Gehör gefunden und wir begrüßen den laufenden Infoaustausch.

Finanzielle Unterstützung für ländlichen Raum

Die geplante finanzielle Unterstützung des Ministeriums in Höhe von 110 Mio. Euro für den Umstieg auf Mehrwegflaschen und Einwegpfand auf Plastikflaschen und Dosen und den damit verbundenen Ankauf von Rücknahmeautomaten bzw. Rücknahmestellen sollte daher nicht nur dem Lebensmitteleinzelhandel, sondern allen Dienstleistern angeboten werden. Eine Lösung über Pfandautomaten in den Altstoffsammelzentren würde somit auch Vorteile für kleine Greissler und Geschäfte mit sich bringen. „Wir möchten daher entsprechende Rücknahmestellen in den Altstoffsammelzentren, speziell in ländlichen Regionen, anbieten. Denn gerade der ländliche Raum, sowie die kleinen Greissler und Geschäfte brauchen eine vor Ort Lösung für die Rückgabe der Pfandbehältnisse“, so Johann Hingsamer, Präsident OÖ Gemeindebund.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Bericht der Lebensmittelaufsicht 2023: Sechs Betriebe wegen Kakerlakenbefalls geschlossen

Bericht der Lebensmittelaufsicht 2023: Sechs Betriebe wegen Kakerlakenbefalls geschlossen

OÖ. Die Oberösterreichische Lebensmittelaufsicht hat ihren Tätigkeitsbericht für 2023 präsentiert. Von 4.251 begutachteten Proben waren ...

Tips - total regional Anna Fessler
Mehr Prävention, weniger Bürokratie: Novelle des Oö. Kinder- und Jugendhilfegesetzes in Arbeit

Mehr Prävention, weniger Bürokratie: Novelle des Oö. Kinder- und Jugendhilfegesetzes in Arbeit

OÖ/LINZ. Kinder- und Jugendschutz-Landesrat Michael Lindner (SPÖ) plant eine Novelle des in die Jahre gekommenen Oö. Kinder- und Jugendhilfegesetzes. ...

Tips - total regional Karin Seyringer
Oberösterreichs Bibliotheken laden zur Langen Nacht: Über 7.000 Besucher erwartet photo_library

Oberösterreichs Bibliotheken laden zur Langen Nacht: Über 7.000 Besucher erwartet

OÖ. Am Freitag, 26. April findet wieder die „Lange Nacht der BibliOÖtheken“ statt, zum mittlerweile dritten Mal werden interessierte Besucher ...

Tips - total regional Karin Seyringer
Wirtschaftskammer fordert Erleichterungen für Ein-Personen-Unternehmen

Wirtschaftskammer fordert Erleichterungen für Ein-Personen-Unternehmen

OÖ/LINZ. Knapp 62 Prozent der oberösterreichischen Unternehmen sind sogenannte EPUs (Ein-Personen-Unternehmen), jährlich kommen rund 1.500 ...

Tips - total regional Anna Fessler
Neues Bestattungsgesetz in Oberösterreich: Was sich ändert photo_library

Neues Bestattungsgesetz in Oberösterreich: Was sich ändert

OÖ/LINZ. (Update) In der Oö. Landtagssitzung am Donnerstag in Linz ist die Novelle des Oö. Leichenbestattungsgesetzes einstimmig beschlossen ...

Tips - total regional Karin Seyringer
Grüne OÖ: Kandidatenliste für die Nationalratswahl steht fest

Grüne OÖ: Kandidatenliste für die Nationalratswahl steht fest

OÖ/LAAKIRCHEN. Schon fest stand, dass die Leondingerin Agnes Prammer Spitzenkandidaten der Oö. Grünen für die Nationalratswahlen im Herbst ...

Tips - total regional Karin Seyringer
BFI OÖ bildete im Jahr 2023 rund 36.000 Personen weiter

BFI OÖ bildete im Jahr 2023 rund 36.000 Personen weiter

OÖ/LINZ. Das Berufsförderungsinstitut OÖ (BFI) unter der Geschäftsführung von Stefan Oppl und Manfred Bauer legt auch für das Geschäftsjahr ...

Tips - total regional Online Redaktion
Sichere Probezeit, Zuschuss für Unternehmen: Wie Inklusion am Arbeitsplatz in Oberösterreich besser gelingen soll

Sichere Probezeit, Zuschuss für Unternehmen: Wie Inklusion am Arbeitsplatz in Oberösterreich besser gelingen soll

OÖ/LINZ. Land OÖ und Wirtschaftskammer (WK) OÖ wollen Menschen mit Beeinträchtigung besser in den 1. Arbeitsmarkt bringen. Dazu werden gemeinsam ...

Tips - total regional Karin Seyringer