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MAUERKIRCHEN/ANDORF/KLEINRAMING. Die Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen im Innviertel haben das Fundament für eine neue Ausbildung im Pflegebereich gelegt. Seither erfreut sich der Ausbildungsschwerpunkt „Gesundheit und soziale Berufe“ großer Beliebtheit, wie auch die Anzahl der Absolventen sowie die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr zeigen.

Mit der neuen Initiative soll der Zugang zur Alten- und Pflegeausbildung noch einfacher und attraktiver werden und so die Anzahl an Fachkräften steigern. (Foto: Margot Haag)

2019 wurde das Fundament einer neuen Ausbildung im Pflegebereich an den Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen gelegt. „Dieses Vorzeigeprojekt trägt nun die ersten Früchte. Seit Einführung der Schwerpunkte beziehungsweise Lehrgänge im Bereich Pflege an den Landwirtschaftlichen Schulen konnten wir bereits 458 Absolventen verzeichnen“, sagt Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) und ergänzt „Tendenz steigend.“

Pflege in der Landwirtschaft als Potential

Gerade im bäuerlichen Bereich, wo mehrere Generationen unter einem Dach wohnen, werden pflegebedürftige Angehörige meist noch zuhause betreut. Daher haben speziell junge Menschen aus den Bauernfamilien wenig Berührungsängste im Umgang mit der Pflege und Betreuung älterer Menschen. Darüber hinaus werden mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe im Nebenerwerb geführt, was bedeutet, dass ein Großteil der Landwirte neben der Landwirtschaft noch einen Zweitberuf ausübt. „Beide Potentiale gilt es zu nutzen und im besten Fall zu kombinieren. So könnte durch die Ausbildung an einer der acht Landwirtschaftlichen Fachschulen mit dem Schwerpunkt „Gesundheit und soziale Berufe“ der Zuerwerb in Richtung Pflege gelenkt werden. Das ist eine enorme Chance für den ländlichen Raum.“, betont Langer-Weninger.

Neuer Lehrgang als Erfolgsmodell

Der Lehrgang „Fach-Sozialbetreuung für Altenarbeit“ (FSB“A“) wird an den Schulen Kleinraming (Bezirk Steyr-Land) und Andorf (Bezirk Schärding) unterrichtet. Im kommenden Schuljahr 2022/23 wird die Pflege-Ausbildung zum Fach-Sozialbetreuer „Altenarbeit“ an den Innviertler Schulen Mauerkirchen (Bezirk Braunau) und Andorf angeboten. Dieser Lehrgang baut auf der dreijährigen Ausbildung an einer landwirtschaftlichen Fachschule im Ausbildungsschwerpunkt „Gesundheit und soziale Berufe“ auf. „Mit der einjährigen Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuung „Altenarbeit“ setzen diese beiden oberösterreichischen Agrar-Ausbildungsstätten nicht nur ein Zeichen für eine bestmögliche Pflege in Oberösterreich, sondern schaffen auch einen Mehrwert für junge Menschen am Land“, unterstreicht Langer-Weninger.

Absolventen und Anmeldungen

An der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschule Andorf wurde der FSB“A“-Lehrgang im Schuljahr 2019/20 von 14 Schülern absolviert. Im darauffolgenden Schuljahr waren es 17 Absolventen und im aktuellen Schuljahr 2021/22 besuchten 20 Schüler die Ausbildung in Andorf. Für das kommende Schuljahr 2022/23 sind bereits 22 Schüler angemeldet.

Die Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Kleinraming bot den Lehrgang im Schuljahr 2021/22 zum ersten Mal mit insgesamt 14 Schülern an.

Pilotprojekt in Mauerkirchen

Durch ein Pilotprojekt der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschule Mauerkirchen in Zusammenarbeit mit der Altenbetreuungsschule des Landes Oberösterreich wird es bereits ausgebildeten Heimhelfern erstmalig ermöglicht, direkt in den FSB“A“-Lehrgang einzusteigen. Je nach Vorbildung müssen diese zwar nach dem Lehrgang noch ein Ergänzungsmodul absolvieren, können sich jedoch in kürzester Zeit zum Fach-Sozialbetreuer fortbilden“, erklärt Direktorin Adelheid Burtscher-Zauner. Dass diese Initiative den Zahn der Zeit trifft, zeigen die Anmeldezahlen. So wird der FSB“A“-Lehrgang an der Fachschule in Mauerkirchen mit einer Klassenstärke von gesamt 16 Schülern in das Schuljahr 2022/23 starten.


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