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WALDING. Das EU-Parlament will die Nutzung von Holz als Energiequelle einschränken. Landesrätin Langer-Weninger kritisiert das scharf und hebt mit der Gemeinde Walding ein Positivbeispiel der Biomasse-Nutzung hervor.

  1 / 3   Landesrätin Langer-Weninger kritisiert die Pläne, die Nutzung von Holz als Energieträger einzuschränken. Foto: Land OÖ/Wolfgang Kunasz

In Oberösterreich stammen 48 Prozent der Energie aus erneuerbaren Energieträger aus Biomasse. Aktuell werden 59 Biogasanlagen sowie 340 Nahwärmeanlangen in Oberösterreich betrieben. Sie erzeugen 1,2 Millionen Schüttraummeter Hackgut Wärmeenergie. „Das ersetzt 100 Millionen Kubikmeter fossiles Erdgas“, erklärt Alois Voraberger, Obmann des OÖ Biomasseverbands.

Vorzeigegemeinde Walding

Waldings Bürgermeister Johann Plakolm und sechs Landwirte haben 2017 mit der Planung eines Biomasse-Heizwerk begonnen. „Notwendigkeit bestand damals keine. Walding verfügte über ein ausgezeichnete Erdgas-Anbindung und noch dazu war Gas damals die billigste Option. Doch wir wollten das Thema Biomasse in Schwung bringen“, sagt Plakolm. 2018 ging das Heizwerk in Betrieb und versorgt seitdem 76 Wohnungen mit Heizenergie. 2021 wurde der Ausbau des Heizwerks beschlossen, um kommunale Gebäude wie Kindergarten und Gemeindeamt zu versorgen.

Pläne des EU-Parlaments

Am 14. September hat das EU-Parlament den Beschluss gefasst, dass Bioenergie aus Holz nur bedingt als erneuerbar gelten soll. „Eine Hiobsbotschaft für die heimische Forstwirtschaft, mehr noch aber für unser Klima und das EU-weite Bestreben nach mehr Energie-Unabhängigkeit“, sagt Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.

Der Beschluss wurde im Zuge der Überarbeitung der Erneuerbaren Energie Richtlinie (Renewable Energy Directive = RED III) gefasst. Konkret soll nach den Plänen der neuen RED III die direkte Nutzung von Biomasse auf dem durchschnittlichen Niveau der Jahre 2017 bis 2022 eingebremst werden. Ziel ist es, eine Übernutzung der Wälder zu verhindern.

„In Oberösterreich wächst aber täglich mehr Holz nach als genutzt wird. Das belegt auch die Agrarstrukturerhebung 2020, die ein Ansteigen der forstwirtschaftlichen Flächen von 1,1 Prozent auf insgesamt 450.000 Hektar in den vergangenen zehn Jahren ergeben hat. Österreichweit ist der Holzvorrat enorm: Aktuell liegt er laut Waldinventur bei 166 Millionen Vorratsmetern – Tendenz steigend“, sagt Langer-Weninger.

Im Rahmen des Trilogs zwischen EU-Parlament, EU-Kommission und Europäischem Rat wird die Richtlinie noch verfeinert. Langer-Weninger fordert Umweltministerin Gewessler auf, sich für Biomasse einzusetzen, da Österreich sonst seine Klimaziele nicht erreichen könne.


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