Internationaler Tag der Pflegenden: Ein "Blumenstrauß" an Ausbildungswegen
OÖ. Der 12. Mai ist Internationaler Tag der Pflegenden. Anlass, für LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer, beide ÖVP, einen Überblick über die neuen Angebote der Pflegeausbildungen in Oberösterreich zu geben.

Der Aktionstag sei nicht nur Anlass „um wirklich Danke für die Arbeit“ zu sagen, sondern auch um zu zeigen, welche Angebote an Pflegeausbildungen es in Oberösterreich gibt. „Der Pflegebereich ist ein breites und erfüllendes Berufsfeld in unterschiedlichsten Settings mit vielen Beschäftigungsfeldern“, so LH-Stellvertreterin, Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander.
Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) betont, dass es gemeinsame Kraftanstrengungen brauche, „der demografische Wandel fordert alle“, verweist er auch auf die Fachkräftestrategie Pflege, die das Sozialressort mit Städte- und Gemeindebund gestartet hat. Man wolle mit der Vielfalt an Ausbildungsangeboten bewusst junge Menschen begeistern. Man setze auf einen „Blumenstrauß an Ausbildungsmöglichkeiten“, so Hattmannsdorfer und Haberlander.
Neues Ausbildungs- und Einstiegsangebot
Im Herbst starten zwei Pilotprojekte in Oberösterreich: die Lehre zur Pflegeassistenz (drei Jahre) oder Pflegefachassistenz (4 Jahre), zu Beginn am Standort Linz, sowie eine Pflegeausbildung mit Matura an Höheren Lehranstalten für Pflege und Sozialbetreuung (HLPS) an den Standorten Linz, Bad Ischl und Gallneukirchen.
„Kritischen Stimmen zur Pflegelehre stellen wir uns, so Haberlander. Als Pilotregion können wir aktiv mitgestalten und schauen, was verbessert werden kann.“
OTA-Ausbildung
Eine neue Ausbildung ist auch die in der Operationstechnischen Assistenz (OTA), im Herbst startet eine neue OTA-Klasse in Vöcklabruck, nachdem es die Ausbildung seit Frühjahr 2023 in Linz und Steyr sowie Wels und Braunau gibt.
Mit dem Projekt „Pflegestarter“ ist es nun auch schon mit 15 Jahren, direkt nach der Pflichtschule, möglich, eine Pflegeausbildung zu beginnen, ab 2024 starten die Pflegestarter auch in Steyr und Schärding.
Unterstrichen wird auch die Möglichkeit zum niederschwelligen Berufseinstieg, durch die Heimhilfe-Ausbildung als „Stützpersonal“.
„Uns ist es wichtig, für jeden, der sich in die Richtung interessiert, den passenden Ausbildungsweg zu haben“, so Haberlander. Diese seien schon lange auch nicht mehr nur Vollzeit, sondern flexibel möglich. Ausbildungen gebe es zudem flächendeckend in allen Regionen.
„Individuell begleiten“
Für Martina Bruckner, Leiterin der Schulen in der OÖ. Gesundheitsholding, ist es wichtig, ein realistisches Bild der Pflege zu vermitteln. „Wichtig ist die Reflexion, über Belastungen, aber auch schöne Momente zu sprechen“. Die Bindung an das Unternehmen fängt bei der Ausbildung an, ist sie überzeugt. „Wichtig ist die individuelle Begleitung, Stärken zu erkennen und zu fördern.“ Sie verweist auf die große Durchlässigkeit der Ausbildungsangebote in Oberösterreich – „die Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten gehen von der Heimhilfe bis zum Doktorat.“
Für die Ausbildung von der Steiermark nach OÖ
Ein junger Mensch, der sich für einen Pflegeberuf entschieden hat, ist Pascal Spatzek. Er ist mit 16 Jahren aus der Steiermark nach Oberösterreich gekommen, weil es dort für ihn keine Möglichkeit gab, schon mit 16 eine Ausbildung zu beginnen. „Die 'Junge Pflege' war für mich genau das Richtige.“ Nun steht er kurz vor seinem Abschluss an der Altenbetreuungsschule des Landes OÖ.
Stipendium
Hattmannsdorfer verweist auf das neue OÖ. Pflegestipendium, dass es seit September 2022 gibt. Auszubildende in einer Erstausbildung im Pflegebereich erhalten monatlich 600 Euro netto. Nicht nur das Interesse an der Ausbildung will man damit erhöhen, sondern vor allem auch Umsteiger finanziell unterstützen. Auch Spatzek unterstreicht: „Das Pflegestipendium ist eine sehr wichtige Stütze, die viele motiviert hat, weiterzumachen.“
Infos zum Stipendium unter www.ooe-pflegestipendium.at
Einen Überblick über die verschiedensten Ausbildungsmöglichkeiten und Infoveranstaltungen gibt’s unter www.sinnstifter.at
Grüne: Arbeitsdruck muss weiter runter
Die Bemühungen der neuen Ausbildungsmöglichkeiten und finanziellen Unterstützungsleistungen seien zu honorieren, „aber sie werden kaum etwas bringen, wenn zu wenige Leute diese Ausbildungen machen, abschließen oder dann aus dem Pflegejob flüchten“, so die Grüne Pflegesprecherin Ulrike Schwarz. Arbeitsdruck und Belastungen müssten weiter runter, die Bezahlung rauf.
NEOS gegen Pflegelehre
NEOS OÖ-Pflegesprecherin Julia Bammer fordert, dass die Pflegekräftestrategie mit Zielkennzahlen versehen werde, „die Maßnahmen, die jetzt und in den kommenden Jahren gesetzt werden, müssen sitzen“. Darüber hinaus gehe es um einen Ausbau der Kinderbetreuung. Die Pflegelehre ist für die NEOS nicht zielführend, da die Gefahr bestehe, junge Menschen zu früh zu überfordern. „Wir fordern eine echte Aufwertung des Pflegeberufes: konkrete Verbesserungen wie genaue Definitionen der Leistungen, bessere Arbeitsbedingungen und alle Mittel für Pflegekräfte. Ausbildungsmöglichkeiten gibt es bereits genug.“


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