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OBERÖSTERREICH. Die Stimmung in der heimischen Industrie bleibt weiterhin wenig optimistisch. Der Personalabbau würde sich fortsetzen und die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage sei negativ, warnt die Industriellenvereinigung Oberösterreich. Sie fordert standortpolitische Maßnahmen.

IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch (Foto: IV OÖ/Pelzl)
IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch (Foto: IV OÖ/Pelzl)

Weiterhin keine Trendwende ist bei der Stimmungslage bei den heimischen Industriebetrieben zu sehen. Die aktuelle Geschäftslage sei deutlich im negativen Terrain und der Beschäftigungsabbau setze sich fort, so die Bestandsaufnahme der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) mit Verweis auf die aktuellen Ergebnisse der Konjunkturumfrage der IV im zweiten Quartal. Das Konjunkturbarometer, welches sich als Mittelwert aus aktueller Geschäftslage und der erwarteten Geschäftslage in sechs Monaten errechnet, nähert sich mit -2 Punkten der Nulllinie, die Stagnation in der oberösterreichischen Industrie setzt sich damit fort. Zwar ist der Wert eine Verbesserung gegenüber dem Vorquartal (-7 Punkte), allerdings bedeute dies keine wirkliche Erholung, betont IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch: „Neben den fehlenden globalen Wachstumsimpulsen sind es vor allem die stark gestiegenen Kosten in Österreich, die unsere Betriebe aus den internationalen Märkten preisen.“

Schlechte Geschäftslage

Wie eine genaue Auswertung der Umfrage unter 106 Unternehmen zeigt, fiel die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage im Quartalsverlgeich von +2 Punkte auf -12 Punkte. Die Werte zum aktuellen Auftragsbestand stiegen leicht von -9 auf -7 Punkte, während jene zu den Auslandsaufträgen jedoch wieder von 0 auf -8 Punkte fielen. Einziger Lichtblick: die Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten liegt seit zwei Quartalen einen Aufwärtstrend, sie steigt aktuell von -16 auf +8 Punkte.

Keine guten Nachrichten gibt es dafür für die Mitarbeiter. Die Einschätzung für den Beschäftigtenstand in drei Monaten fällt wieder leicht von -15 auf nunmehr -19 Punkte. Haben im ersten Quartal 25 Prozent der Unternehmen einen Rückgang der Beschäftigten gemeldet, steigt der Wert im zweiten Quartal wieder auf 29 Prozent. „Der Personalabbau in der OÖ. Industrie setzt sich weiter fort“, so Haindl-Grutsch. „Die Senkung der Kosten und die Anpassung der Kapazitäten stehen weiterhin im Vordergrund auf betrieblicher Ebene.“

Der IV-Geschäftsführer fordert daher standortpolitische Maßnahmen. „Die EU, Deutschland und Österreich brauchen wieder mehr Marktwirtschaft und weniger Planwirtschaft. Statt Interventionismus, Regulierung und Transfers sind wieder mehr Anreize für Leistung, Wachstum und Innovation, mehr Wirtschaftsliberalismus und internationale Zusammenarbeit notwendig, um die Kehrtwende zu schaffen. Da sich die Kosten für Arbeit, Energie und Bürokratie in Österreich überdurchschnittlich erhöht haben, braucht es darauf eine adäquate standortpolitische Antwort. Ohne Reformpaket und ohne Innovationsoffensive werden sich die strukturellen Probleme des Standortes Österreich nicht in Luft auflösen“, betont Haindl-Grutsch.


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