Fachhochschule OÖ: Mit neuer Doppelspitze in die Zukunft
OÖ/LINZ/WELS/STEYR/HAGENBERG. Seit 30 Jahren steht die Fachhochschule Oberösterreich für praxisnahe Ausbildung und innovative Forschung. Künftig wird die FH mit vier Standorten von einer Doppelspitze geführt: vom Präsidenten der FH OÖ und Wissenschaftlichen Geschäftsführer Michael Rabl und von der Kaufmännischen Geschäftsführerin Isolde Perndl. Gemeinsam wird an einer „Strategie 2040“ gearbeitet.

„Die FH OÖ ist seit 30 Jahren eine Erfolgsstory. Gestartet wurde 1993/94 mit zwei Studiengängen in Hagenberg und Wels mit 166 Studierenden, 1998/99 gab es die ersten 149 Absolventen“, so Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Linz.
„In den 30 Jahren seither ist viel entstanden. Es gibt vier Standorte mit bedarfsgerechten Angeboten, 72 Studiengänge, 5.463 Studierende, 1.812 Absolventen im Wintersemester 2023/24. In Summe waren es bisher über 28.000 Absolventen, die in der Wirtschaft mit offenen Armen aufgenommen wurden.“
Aktuell sind 729 Vollzeitäquivalente, davon 243 Lehrende und 234 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an der FH OÖ mit den Standorten Hagenberg, Linz, Steyr und Wels beschäftigt.
Forschungsumsatz bei über 30 Millionen
Stark entwickelt hat sich auch die Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Gab es 2003 bei der Gründung der FH OÖ Forschungs- und Entwicklungs-GmbH einen Umsatz von 1,14 Millionen Euro, waren es 2023 bereits 30,3 Millionen. „Heute ist die Forschung ein Schwerpunktthema. Es gibt knapp 600 Kooperationspartner aus Wirtschaft und Gesellschaft, davon 60 Prozent Klein- und Mittelunternehmen.“ 64 Prozent der laufenden Projekte befassen sich mit Umweltthemen wie sauberer Energie und nachhaltiger Produktion, gleichzeitig fördern 43 Prozent die digitale Transformation.
„Damit ist die FH OÖ forschungsstärkste Fachhochschule im deutschsprachigen Raum“, so Achleitner, der auch auf die internationale Vernetzung der FH OÖ sowie die Gründung von Forschungszentren wie dem Josef Ressel Zentrum für Künstliche Intelligenz in Hagenberg oder das Wasserstoff-Forschungszentrum in Wels verweist.
„Die FH ist breit aufgestellt, an den einzelnen Standorten aber klar positioniert. Darum geht es auch, wenn wir sie in die Zukunft führen“, dankt Achleitner in diesem Zusammenhang dem bisherigen Geschäftsführer und Präsidenten der FH OÖ Gerald Reisinger als „wichtigen Erfolgsgarant der letzten Jahrzehnte.“
„Strategie 2040“ startet
Aufgrund des Wachstums und der Weiterentwicklung der FH OÖ, aber auch der steigenden Herausforderungen, übernimmt nun eine Doppelspitze, mit Michael Rabl und Isolde Perndl.
Rabl, bisher Dekan der Fakultät für Technik und Angewandte Naturwissenschaften am Campus Wels, fungiert als Präsident und Wissenschaftlicher Geschäftsführer, Isolde Perndl, ehemalige Geschäftsführerin der OÖ. Landes-Kultur GmbH, fungiert als Kaufmännische Geschäftsführerin.
Das neue Führungsduo wird nun eine „Strategie 2024“ für die Fachhochschule OÖ erarbeiten.
Rabl: „Die Rahmenbedingungen sind herausfordernd, die Bildungslandschaft ist im Wandel. Die Vision ist: Wir haben eine starke Region, diese muss stark bleiben. Wir müssen das Studienangebot auf die Zukunftstrends ausrichten, am Puls der Zeit und Nummer 1 bei der Forschung bleiben.“
Perndl: „Bildung ist eine wichtige Säule für junge Menschen und die Wirtschaft und ich freue mich, künftig einen Beitrag leisten zu dürfen. In der Strategie berücksichtigen wir Demografie, Wandel der Arbeitswelt, die Förderung von Inklusion und wollen Trends bestmöglich abbilden.“
FH OÖ als „Transformationsmotor und Tempomacher“
Gestartet wird der Strategieprozess dieser Tage, „wichtig ist es, alle Ebenen, Stakeholder und die Politik einzubeziehen für aktive Unterstützung. Die Mitarbeiter sind jene, die die Strategie umsetzen, jeder muss daher wissen, wie er einzahlen kann. Jeder Mitarbeiter, jeder Studierende muss wissen, warum ich an der FH bin und wofür sie steht“, unterstreicht Rabl auch nötige klare Positionierungen.
Achleitner: „Es geht um die inhaltliche Profilschärfung, teils Neuausrichtungen, teils Ergänzungen und teils das Weglassen von Dingen.“ Sein Bild der FH OÖ Neu sei, dass sie eine „Kaderschmiede für die Transformation“ werde, die angesichts der vielen neuen Anforderungen die richtigen Ausbildungsangebote schaffe. Und sie müsse ein „Transformationsmonitor und Tempomacher“ sein. „Und die FH soll immer bleiben, was sie ist: Eine Bildungseinrichtung, die die Bedarfe der Wirtschaft aufnimmt und für die Wirtschaft deckt.“
Bis Juli 2025 soll das neue Leitbild für alle vier Fachhochschul-Standorte in Oberösterreich fertig sein.


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