Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ/LINZ/WELS/BRAUNAU. Oberösterreich baut in den kommenden Jahren die drei bestehenden Herzkatheter-Zentren in Linz und Wels aus, die Zahl der Herzkatheter wird aufgestockt. Auch in Braunau war der Wunsch nach einem Herzkatheter da, die Region kommt aber nicht zum Zug. Warum, hat am Mittwoch die zuständige LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) erläutert.

Symbolfoto - die Herzkatheter-Zentren werden gestärkt. (Foto: Carolina K Smith MD/stock.adobe.com)
Symbolfoto - die Herzkatheter-Zentren werden gestärkt. (Foto: Carolina K Smith MD/stock.adobe.com)

Im Rahmen der regionalen Strukturplanung Gesundheit 2030, die aktuell erarbeitet wird, werden die Weichen für die Versorgungsplanung in Oberösterreichs Spitälern gestellt. Zentrale Entscheidungen betreffen dabei auch die kardiologische Versorgung. Oberösterreich plant hier, die Zahl der Coronarangiographie Geräte – besser bekannt als Herzkatheter – in den nächsten Jahren von fünf auf acht Geräte in Oberösterreich zu erhöhen. Investiert werden rund zehn Millionen Euro.

Ausbau an bestehenden Zentren

Entschieden wurde, mit den künftigen neuen Herzkathetern die drei schon bestehenden Herzkatheter-Zentren in Oberösterreich, die rund um die Uhr versorgen können, auszubauen bzw. zu stärken, für akute und planbare Eingriffe.

Jeweils um einen Herzkatheter erweitert werden die Zentren

  • Kepler Uniklinikum (KUK) Linz (aktuell zwei Herzkatheter)
  • Klinikum Wels Grieskirchen (aktuell zwei Herzkatheter)
  • Ordensklinikum Linz Elisabethinen (aktuell ein Herzkatheter)

„Wir schaffen damit nicht nur mehr Kapazität, sondern setzen auch einen klaren Fokus auf Qualität, Sicherheit und Erreichbarkeit – für alle Menschen in Oberösterreich“, so Haberlander.

„Sinnvollster und praktikabelster Weg“

Der Ausbau der bestehenden Zentren – und somit nicht die Eröffnung neuer Zentren in anderen Regionen – sei der sinnvollste und praktikabelste Weg, unterstreichen auch Primar Clemens Steinwender, Vorstand Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am KUK, Primar Martin Martinek, Leiter der Abteilung für Innere Medizin 2 am Ordensklinikum Linz, und Primar Ronald Binder, Leiter Kardiologie und Intensivmedizin am Klinikum Wels Grieskirchen.

Und zwar aufgrund von schon vorhandener Expertise, des Fachpersonals, logistischer Abläufe und bestehender Infrastruktur sowie der Integration der involvierten Nachbardisziplinen. „Die Herzmedizin ist inzwischen so komplex, dass das reine Vorhandensein eines Gerätes noch in keinster Weise eine optimale Patientenversorgung gewährleisten kann. Der Aufbau solcher Zentren ist sehr schwierig zu stemmen“, so Steinwender.

Mit einem ausreichend großen Team sowohl in der Ärzteschaft als auch in der Pflege könne an den bestehenden Zentren eine qualitätsvolle Rund-um-die-Uhr-Versorgung sichergestellt werden, gerade bei akuten Herzinfarkten von besonderer Bedeutung.

Ein weiterer Vorteil der Stärkung der Zentren sei die ausreichend hohe Zahl an Fällen, wodurch sichergestellt werde, dass im Team Routine besteht und auch komplexere Fälle mit der nötigen Spezialisierung und Sicherheit behandelt werden könnten. Rund 100 Akutinterventionen brauche ein Operateur jährlich, um im Training zu bleiben, so Martinek. Auch die Ausbildung nachkommender Mediziner und Pflegekräfte könne so ermöglicht werden.

Kooperationen mit Salzburg und Amstetten

Haberlander betont, dass die Menschen in allen Regionen Oberösterreichs schon jetzt sehr gut versorgt würden. Um diese weiter zu verbessern, gibt es Gespräche mit Salzburg und Niederösterreich, „weil wir Gesundheitsversorgung nicht mehr statisch in Bundesländergrenzen denken.“ Ziel der Gespräche ist eine abgestimmte Versorgung für Oberösterreicher auch in Salzburg und Amstetten für Notfälle und für elektive Eingriffe.

Rettungshubschrauber Suben soll künftig rund um die Uhr fliegen

Ebenfalls kommen werde die Stärkung der Akut-Rettungskette vor allem im Innviertel. So laufen Gespräche mit dem ÖAMTC zum Notarzthubschrauber am Standort Suben. Es soll ab 2026 dort eine 24/7 Notfallbereitschaft eingeführt werden, der Hubschrauber rund um die Uhr fliegen können.

Symptome: Bewusstsein in Bevölkerung wichtig

Wie Primar Binder hervorhebt, müsse aber auch die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung, das Wissen um die Symptome eines Herzinfarktes, ausgebaut werden. „Die längsten Verzögerungen vom Herzinfarkt zur Therapie ist immer noch die Zeit, die vergeht, bis zum Telefonhörer gegriffen und der Notruf verständigt wird.“

Braunau nicht zum Zug gekommen

Mit einer Unterschriftenaktion hat sich die Braunauer Herzgruppe für einen Herzkatheter in Braunau eingesetzt – Tips hat berichtet. Braunau ist nun aber nicht zum Zug gekommen. Sie war am Mittwoch auch in Braunau, um bei der Übergabe der Petition die Entscheidung und die Gründe dafür mitzuteilen. Rund 13.000 Unterschriften waren gesammelt worden.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Raiffeisen OÖ hilft in der Dürrekrise Landwirtschaft mit Soforthilfe

Raiffeisen OÖ hilft in der Dürrekrise Landwirtschaft mit Soforthilfe

OÖ. Von der Dürre betroffene landwirtschaftliche Betriebe erhalten Unterstützung von Raiffeisen OÖ. Mit der „Raiffeisen OÖ Dürre-Soforthilfe“ ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Oberösterreich stellt geförderte Deutschkurse neu auf

Oberösterreich stellt geförderte Deutschkurse neu auf

OÖ/LINZ. Die öffentlich geförderten Deutschkurse in Oberösterreich werden neu organisiert. Künftig sollen Teilnehmer einheitlich eingestuft, ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
JKU Linz entwickelt KI-System zur Waldbrand-Früherkennung

JKU Linz entwickelt KI-System zur Waldbrand-Früherkennung

OÖ/LINZ/SANKT AGATHA. Eine neue Entwicklung der JKU Linz soll helfen, Waldbrand-Gefahrenherde frühzeitig zu erkennen.

Tips - total regionalKarin Seyringer
FH Oberösterreich erzielt 2025 Forschungsrekord

FH Oberösterreich erzielt 2025 Forschungsrekord

OÖ. Die FH Oberösterreich hat 2025 so viel Forschungsumsatz wie noch nie erzielt. In 562 Projekten arbeiten Forschende unter anderem an künstlicher ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Terea nun auch in Österreich: Oberösterreichs Trafiken rechnen mit Umsatzplus

Terea nun auch in Österreich: Oberösterreichs Trafiken rechnen mit Umsatzplus

OÖ/LINZ. Österreich war das letzte Land im deutschsprachigen Raum und das letzte aller Nachbarländer, in denen das Tabakerhitzungssystem IQOS ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Arbeitsmarkt in Oberösterreich bleibt stabil, Jobsuche dauert länger

Arbeitsmarkt in Oberösterreich bleibt stabil, Jobsuche dauert länger

OÖ/LINZ. (Update) Oberösterreichs Arbeitsmarkt zeigt Ende Juli ein gemischtes Bild: Die Beschäftigung bleibt auf hohem Niveau, gleichzeitig ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Weitere Beiträge