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Tips Logo Online Redaktion, 04.10.2025 06:13

LINZ. Mit dem von der EU kofinanzierten Interreg-Projekt „BioH2Region“ wollen Bayern und Österreich eine Kompetenzregion für biogenen Wasserstoff und grüne Gase aufbauen.

Das Projektteam von „BioH2Region“ in Linz (v. l.): Miriam Bleck (Hochschule Landshut), Bernhard Zettl (FH Wels), Julia Weyermayr (Business Upper Austria), Michaela Streicher (Business Upper Austria), Sebastian Hirsch (Centouris), Emily Meyer (Centouris) (Foto: BusinessUpperAustria)

Zum Wissensaustausch wurde eine Veranstaltungsreihe gestartet. Gastgeber des Auftakts war der Cleantech-Cluster in Linz. Fazit der Experten: Grüne Gase gelten als Schlüssel zur klimaneutralen Industrie – doch es fehlt an klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Marie-Theres Holzleitner-Senck vom Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz bezeichnete den Clean Industrial Deal der EU als „Kernstück der neuen Industriepolitik“. Dieser sei geprägt von drei zentralen Herausforderungen: Klimawandel, Wettbewerbsfähigkeit und die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen. Für Unternehmen bedeute das, Chancen frühzeitig zu erkennen und neue Technologien aktiv zu nutzen.

Komplexe Vorgaben

Auch Jovana Winkler vom Energieinstitut an der JKU betonte die Bedeutung von grünen Gasen wie Biogas, Biomethan und grünem Wasserstoff. Sie können fossile Energieträger ersetzen und zur Stabilisierung des Energiesystems beitragen. Gleichzeitig sei die Umsetzung für Projektentwickler schwierig, da die regulatorischen Vorgaben komplex und laufend im Wandel seien.

Biomethan-Einspeisung deutlich unter dem Ziel

Lorenz Strimitzer von der Österreichischen Energieagentur verwies darauf, dass in Österreich die Produktion von erneuerbarem Gas stagniert. Während Frankreich und Italien mit klaren Gesetzen den Markthochlauf schaffen, liege man hierzulande mit derzeit rund 123 Gigawattstunden eingespeistem Biomethan deutlich unter dem Regierungsziel von 6.500 Gigawattstunden. „Der Ausbau ist möglich, aber nur mit klaren, praxisnahen gesetzlichen Regelungen“, so Strimitzer.

Auch Benedikt Hasibar von der RAG Austria AG zeigte Hürden auf: unklare Definitionen, fehlende gesetzliche Grundlagen für Speicherung und Transport sowie Einschränkungen beim Herkunftsnachweis von grünem Wasserstoff.

Grüner Wasserstoff wird durch den ausschließlichen Einsatz erneuerbarer Energien hergestellt.

Grünes Gas ist ein Sammelbegriff für gasförmige Energieträger, die im Gegensatz zu fossilem Gas erneuerbar und klimaneutral sind. Die Basis dieser Gase sind ökologische Reststoffe oder überschüssiger Ökostrom.


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