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OÖ/ENNS. Das Hydrogen Research Center Austria, kurz HyCentA, baut seine Forschungsaktivitäten in Oberösterreich aus. In Enns entsteht mit dem Liquid Hydrogen Lab eine neue Forschungs- und Testinfrastruktur für Flüssigwasserstoff und kryogene Technologien. Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2027 geplant.

(V. l.) Volker Fuchs, CEO & Eigentümer TEST-FUCHS Gruppe, Horst Bischof, Rektor TU Graz, Thomas Stelzer, Landeshauptmann Oberösterreich, Karin Tausz, Geschäftsführerin FFG, Gisele Amancio, CEO & Business Director HyCentA, Markus Achleitner, Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Oberösterreich, Christian Deleja-Hotko, Bürgermeister Enns, Wilfried Enzenhofer, Geschäftsführer UAR (Foto: Land OÖ/Max Mayrhofer)

Das neue Labor wird mit einem Investitionsvolumen von rund 6,6 Millionen Euro errichtet. Es ergänzt die bestehenden Forschungsaktivitäten von HyCentA in Graz und soll Unternehmen sowie Forschungspartnern neue Möglichkeiten bieten, Materialien, Komponenten und komplette Systeme unter realitätsnahen Bedingungen zu entwickeln, zu prüfen und zu validieren.

Unterstützt wird die Errichtung mit fünf Millionen Euro durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG im Rahmen der Energieforschung 2024.

Impuls für Industriestandort

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sieht in dem Projekt einen wichtigen Impuls für den Industriestandort Oberösterreich: „Mit dem Liquid Hydrogen Lab holen wir Spitzenforschung nach Enns und schaffen die Voraussetzungen, damit aus neuen Wasserstofftechnologien neue Anwendungen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze werden.“

Flüssigwasserstoff wird bei minus 253 Grad getestet

Im Mittelpunkt stehen Anwendungen für Industrie und Mobilität. Flüssigwasserstoff wird bei Temperaturen von rund minus 253 Grad Celsius gespeichert. Daraus ergeben sich besondere Anforderungen an Werkstoffe, Speichertechnik, Pumpen, Ventile, Sensoren sowie Transfer- und Betankungssysteme. Das neue Labor soll entsprechende Untersuchungen und Tests entlang der gesamten Flüssigwasserstoff-Wertschöpfungskette ermöglichen.

Flüssigwasserstofftank mit einer Kapazität von rund 4.400 Kilogramm

Herzstück der Forschungsinfrastruktur ist ein stationärer Flüssigwasserstofftank mit einer Kapazität von rund 4.400 Kilogramm. Daraus sollen Massenströme von mehr als 5.000 Kilogramm pro Stunde bereitgestellt werden können. Ergänzt wird die Anlage durch mehrere Testplätze, eine freie Testfläche und eine digitale Entwicklungsumgebung für Simulationen und virtuelle Produktentwicklung.

Realitätsnahe Bedingungen

HyCentA-Geschäftsführerin Gisele Amancio verweist auf die praktische Ausrichtung des Standorts: „Wir wollen Unternehmen und wissenschaftlichen Partnern eine Infrastruktur bieten, in der neue Materialien, Komponenten und komplette Systeme unter realitätsnahen industriellen Bedingungen entwickelt, untersucht und validiert werden können.“

Enns wird neuer Standort für Wasserstoffforschung

Für den Standort Enns sprachen laut Projektverantwortlichen unter anderem die vorhandene Energie- und Logistikinfrastruktur, die Nähe zu Industriebetrieben und die Einbindung in das oberösterreichische Wasserstoff-Ökosystem.

Das Grundstück wird von der Energie AG bereitgestellt. Bereits zum Start sollen drei Mitarbeiter am Standort tätig sein. Erste nationale und europäische Forschungsprojekte seien bereits gesichert.

„Zentraler Meilenstein“

Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) bezeichnet das Vorhaben als „weiteren zentralen Meilenstein“ der Wasserstoff-Offensive OÖ 2030. Das Labor soll Unternehmen Zugang zu moderner Test- und Entwicklungsinfrastruktur bieten und dazu beitragen, neue Wasserstofftechnologien schneller in industrielle Anwendungen zu überführen.

„Internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken“

Auch die FFG hebt die Bedeutung der neuen Forschungsinfrastruktur hervor. FFG-Geschäftsführerin Karin Tausz erklärt: „Mit Forschungsinfrastrukturen wie dem Liquid Hydrogen Lab schaffen wir wichtige Voraussetzungen und stärken zugleich die internationale Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Forschungseinrichtungen und Unternehmen bei strategischen Zukunftstechnologien.“

Das Liquid Hydrogen Lab ist Teil der Wasserstoff-Offensive OÖ 2030. Von der neuen Infrastruktur sollen insbesondere Anwendungen in Industrie, Luft- und Raumfahrt, Straßen- und Schienenverkehr sowie Schifffahrt profitieren.


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