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OÖ/LINZ/NEUMARKT IM MÜHLKREIS. Das landwirtschaftliche Netzwerk in Oberösterreich arbeitet aktuell verstärkt zusammen, um von der Trockenheit und Dürre besonders betroffene Betriebe zu unterstützen. 1.239 Lkw-Züge mit Heuballen rollen aktuell nach Österreich. Etwa jeder fünfte davon ist für Oberösterreich bestimmt. Eine der ersten Lieferungen kam zu Landwirt Christian Friesenecker nach Neumarkt im Mühlkreis. 

  1 / 2   Eine der ersten benötigten Futterlieferungen erhielt Familie Friesenecker für ihren Hof in Neumarkt im Mühlkreis, v.l. Stv. Aufsichtsratsvorsitzender RWA Andreas Lidauer, Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger, Christian Friesenecker und Agrarbereichsleiter MR OÖ Roman Braun. (Foto: Land OÖ/Margot Haag)

Besonders Grünland- und tierhaltende Betriebe kämpfen mit geringeren Erntemengen und knappen Futterreserven. Mit mehreren Maßnahmen soll in Oberösterreich daher unterstützt werden. So schaffe die Politik finanziellen Handlungsspielraum, der Maschinenring bündle Bedarfe und organisiere Lösungen vor Ort, Landwirtschaftskammer, Lagerhäuser und RWA bringen ihre fachlichen und logistischen Stärken ein, so Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP). „Ein Hilfspaket ist dann gut, wenn es am Hof ankommt. Deshalb kümmern wir uns nicht nur um finanzielle Entlastung, sondern auch um das, was die Betriebe jetzt ganz unmittelbar brauchen: Futter, Liquidität und konkrete Unterstützung.“

Finanziell sollen unter anderem Entlastungen bei Sozialversicherungsbeiträgen, zinsvergünstigte Betriebsmittelkredite sowie Stundungen bei Agrarinvestitions- und Konsolidierungskrediten helfen.

Maschinenring bringt Angebot und Nachfrage zusammen

Parallel wird zusätzliches Futter organisiert. Eine zentrale operative Rolle übernimmt in Oberösterreich der Maschinenring. Als Teil des Krisenstabs zum Lagebild Trockenheit des BMLUK bringt er die Situation und den konkreten Bedarf der Betriebe auch auf Bundesebene ein.

Schon Ende Juni wurden vom Maschinenring auch erste Initiativen zur zusätzlichen Futterversorgung gestartet. Sei seien rund 350 Hektar Ackerflächen für die Futterproduktion vermittelt und mehr als 3.500 Ballen Silomais organisiert worden.

Auch die Grundfutterbörsen von Maschinenring, Landwirtschaftskammer und Bio Austria wurden verstärkt aktiviert.

„Vermitteln, disponieren, Angebot und Nachfrage zusammenführen – darin liegt eine unserer Stärken“, sagt Maschinenring-Landesobmann Gerhard Rieß. Die Hilfe sei aber auch durch die Bereitschaft vieler Betriebe möglich, Flächen und Futter zur Verfügung zu stellen.

Suche auf europäischem Markt

Da die regional verfügbaren Futtermengen nicht ausreichen, haben Lagerhäuser und RWA auf Basis des über den Maschinenring erhobenen Bedarfs die Suche nach Heu auf den europäischen Markt ausgeweitet.

Mit Erfolg: Seit einigen Tagen rollen 1.239 Lkw-Züge mit Heuballen für Österreich. Etwa jeder fünfte davon ist für Oberösterreich bestimmt.

„Wenn die regional verfügbaren Mengen nicht reichen, müssen wir größer denken“, so Andreas Lidauer, Obmann-Sprecher der Lagerhäuser Oberösterreichs. „Der Maschinenring hat den konkreten Bedarf sichtbar gemacht, wir konnten darauf aufbauen und entsprechende Mengen am europäischen Markt organisieren.“

Geschädigte Wiesen müssen saniert werden

Die Trockenheit beschäftigt die Landwirtschaft aber auch mit Blick auf das nächste Jahr. Laut GeoSphere Austria waren die vergangenen zwölf Monate die trockensten in Österreich seit Beginn der Messgeschichte 1850. In Oberösterreich lag das Niederschlagsdefizit von Jahresbeginn bis Mitte August demnach bei rund 42 Prozent.

Landwirtschaftskammer und Maschinenring raten, geschädigte Wiesen bereits jetzt für die nächste Vegetationsperiode vorzubereiten. „Wir können das Wetter nicht beeinflussen, aber wir können uns bestmöglich darauf vorbereiten. Wer geschädigte Grünlandbestände hat, sollte jetzt handeln und nicht bis zum Frühjahr warten“, sagt Markus Humer, Grünland-Referent der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

Mit GrünlandPRO.at, Grünlandfachtagen und Beratung können sich Betriebe Unterstützung von der Bestandsbeurteilung bis zur Sanierung holen.


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