Zweiter Jugendlandtag in OÖ: "Politik darf nicht über Jugendliche reden, sondern muss mit ihnen reden"
OÖ/LINZ. Nach der erfolgreichen Premiere 2025 geht der oö. Jugendlandtag in die zweite Auflage. Ab sofort startet die Arbeit dafür. Höhepunkt sind der Ausschusstag und Plenartag von 9. bis 11. Februar 2027. Es können 56 Jugendliche, wie die Abgeordneten, teilnehmen, mit Begleitpersonen werden es insgesamt 65 Personen sein.

„Junge Ideen, Begeisterung für Demokratie und lebhafte Diskussionen - davon wollen wir mehr“, ist Landtagspräsident Max Hiegelsberger (ÖVP) überzeugt. Der erste oö. Jugendlandrat fand im Februar 2025 statt. Dabei haben 62 Jugendliche teilgenommen. Die Jugendlichen führten Diskussionen zu Themen wie Arbeitslosengeld, Ausbau des öffentlichen Verkehrs und Müllvermeidung.
Hiegelsberger zeigt sich erfreut über den ersten Durchgang: „Der erste Jugendlandtag hat uns gewählte Mandatare wirklich positiv überrascht: Die rednerische Leistung und der respektvolle Umgang im Plenarsaal waren beispielhaft. Viele gewählte Abgeordnete verfolgten das Geschehen von der Besuchergalerie und zeigten sich von der jungen Vertretung begeistert.“
Positive Erfahrungen von Teilnehmern
Yannick Schmuch war einer der Teilnehmer beim ersten Jugendlandtag 2025: „Ich halteden Jugendlandtag für eine sehr wertvolle Möglichkeit, auch als junger Menschin demokratische Prozesse einzutauchen und mitzuerleben, wie die Politikfunktioniert und wie wichtig es ist, seiner Meinung eine Stimme zu geben unddie Möglichkeit zu bekommen, dafür einzustehen.“
Er war Teil des Presseteams. „Ein persönliches Highlight war vor allem der direkte Austausch mit Entscheidungsträgern in der oberösterreichischen Politik“, erzählt er.
„Als ich von der Möglichkeit erfuhr, mich selbst an der Zukunft dieses Projekts zu beteiligen, musste ich nicht lange zögern. Vor allem in der jetzigen Zeit ist es wichtiger denn je, den jungen Menschen die Politik nahe zu bringen und zu zeigen, dass es unabdingbar ist, für die Demokratie einzustehen“, zeigt sich Schmuch begeistert.
Auch Samuel Hainzl, ebenfalls ein Teilnehmer beim Jugendlandtag 2025, beschreibt sein Highlight: „Mein persönliches Highlight war, nach einer hitzigen Debatte trotzdem alle Politikerinnen und Politiker quer durch alle Parteien gemeinsam plaudern und lachen zu sehen.“
Weiter betont er: „Es ist super wichtig, an Veranstaltungen wie dem Jugendlandtag teilzunehmen, weil diese Veranstaltungen sind die besten Waffen der Demokratie, sie zu schützen. Weil wer in der Demokratie einschläft, der wacht in der Diktatur auf.“
Ablauf des zweiten Jugendlandtages
Noch im September wird für den zweiten Jugendlandtag mit der Öffentlichkeitsarbeit und einer Website mit einem Postfach für Ideen und Wünsche gestartet. Hiegelsberger betont: „Im Oktober gehen die Einladungen per Post an 1.000 zufällig ausgewählte Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren hinaus. Wer dabei sein will, sollte jetzt öfters den Briefkasten kontrollieren und sich schnell anmelden. Denn 2025 waren die verfügbaren Plätze schnell weg.“
Der Jugendlandtag mit Ausschusstag und Plenartag findet von 9. bis 11. Februar 2027 statt. Hier gehen die beschlossenen Anträge in den oberösterreichischen Landtag ein. Im November 2027 findet zudem noch ein Follow-Up mit den Jugendabgeordneten zum Status der eingebrachten Anträge statt.
Neu: Demokratie-Guides, Einbindung von Schulklassen
Dieses mal neu wird es Demokratie-Guides geben, die bei Ausschüssen und Moderationen helfen. Die „Denk Laut“-Veranstaltungen werden dieses Jahr mit Schulklassen gemacht. Eine große Änderung ist auch, dass der Haupttermin im Februar drei statt zwei Tage dauert. Damit soll mehr Zeit zur Verfügung stehen.
„Ein Jugendlandtag gibt uns eine Stimme“
Lorina Schneeberger, BMHS-Landesschulsprecherin, betont: „Politik darf nicht über Jugendliche reden, sondern muss mit ihnen reden. Der Jugendlandtag schafft die Möglichkeit, unsere Anliegen einzubringen, politische Prozesse kennenzulernen und gemeinsam darüber zu sprechen, was sich verändern muss.“
Auch Paulina Lanzer, AHS-Landesschulsprecherin, findet ähnliche Worte: „Ein Jugendlandtag gibt uns eine Stimme und zeigt, dass unsere Perspektiven ernst genommen werden. Gerade wir Schülerinnen und Schüler wissen, welche Themen uns im Schulalltag und darüber hinaus beschäftigen. Wenn Politik die Zukunft gestaltet, in der wir leben werden, dann müssen wir auch gehört und ernst genommen werden.“
Anliegen der Jugend in die Praxis bringen
Auch Anne-Sophie Bauer, Landessprecherin Grüne Jugend OÖ, freut sich in einer Aussendung über die Fortsetzung des Erfolgsprojekts. „Wir haben begonnen eine politische Brücke zu den jungen Menschen zu errichten und bauen an diesem wichtigen Projekt weiter. Ein Projekt, die Anliegen der Jungen ernst nimmt, sie einbindet und ihnen eine gewichtige Bühne gibt. An der verantwortlichen Politik liegt es, diese Anliegen und Forderungen auch in die Praxis zu bringen.“








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