Sicherheitskräfte rüsten sich mit verstärkter Präsenz für Halloween-Nacht
OÖ/LINZ. Nach den Halloween-Krawallen in Linz im Jahr 2022 will die Polizei auch heuer auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet sein. Für die Nacht vom 31. Oktober auf 1. November werden zusätzliche Einsatzkräfte mobilisiert. Auch soziale Medien stehen unter Beobachtung.

Schon in den vergangenen Jahren gab es eine erhöhte Sensibilität und Vorkehrungen für das Allerheiligen-Wochenende. Österreichweit wird es besonders in den Ballungsräumen erhöhte Polizeipräsenz geben, kündigt das Innenministerium an. Unterstützt werden die regulären Streifen unter anderem von Diensthundeeinheiten, schnellen Interventionsgruppen und Bereitschaftseinheiten.
Auch aufgrund der jüngsten gewaltsamen Ausschreitungen in mehreren europäischen Ländern gilt erhöhte Aufmerksamkeit.
Online-Plattformen werden beobachtet
Die Polizei beobachtet entsprechende Online-Plattformen. Laut Innenministerium gibt es bereits vereinzelt Aufrufe zu möglicherweise gewalttätigen Treffen. In sozialen Medien seien Tendenzen sichtbar, „wo bereits vereinzelt Mobilisierungsversuche für offenbar gewaltbereite, staatsgefährdende oder anders subversive Treffen oder Veranstaltungen zu beobachten sind.“
„Die Polizei ist vorbereitet und wird konsequent einschreiten, wann und wo es notwendig ist“, betont Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).
Auch Halloween-Streiche können strafbar sein
Die Polizei betont, dass friedlichen Halloween-Feiern nichts im Weg steht. Bei Straftaten werde jedoch konsequent eingeschritten. Dazu zählen etwa das Beschmieren von Häusern und Autos, das Zerstören von Briefkästen oder Mülltonnen, Diebstähle und Bedrohungen.
Dass auch kleinere Vorfälle gefährlich werden können, zeigte sich in Linz zu Halloween 2024. Damals mussten die Feuerwehren innerhalb weniger Stunden zu acht Mistkübelbränden im Linzer Süden ausrücken.
„Brandstiftung, Sachbeschädigung und Angriffe auf Einsatzkräfte sind keine harmlosen Halloween-Streiche. Mein Dank gilt allen Polizisten, Feuerwehrleuten und weiteren Einsatzkräften, die für die Sicherheit unserer Bevölkerung sorgen“, betont auch der Linzer Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ).
„Wer feiern will, soll feiern. Wer randaliert, wird bestraft.“
Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer und Integrations- und Jugend-Landesrat Christian Dörfel (beide ÖVP) stellen vor Halloween klar: „Gewalt, Sachbeschädigungen und Angriffe auf Einsatzkräfte werden in Oberösterreich nicht geduldet. Halloween ist kein Freibrief für Gewalt. Wer feiern will, soll feiern. Wer randaliert, wird bestraft.“
Dörfel nimmt auch die Eltern in die Pflicht: „Auch die Eltern sind gefordert, Verantwortung zu übernehmen und hinzuschauen, mit wem ihre Kinder unterwegs sind und welchen Einflüssen sie im Internet ausgesetzt sind.“
Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) fordert darüber hinaus eine Überprüfung der gesetzlichen Möglichkeiten, bei besonders schweren Straftaten die österreichische Staatsbürgerschaft zu entziehen. Auch der Aufenthaltsstatus müsse bei schweren Gewalttaten Konsequenzen haben können. Nach den Ausschreitungen 2022 seien 46 Verfahren zur Aberkennung des Schutzstatus eingeleitet, 38 davon jedoch mangels gesetzlicher Voraussetzungen eingestellt worden.
Maßnahmenpaket gegen Jugendkriminalität
Das Land OÖ hat nach den Halloween-Krawallen in Linz 2022 ein Paket zur Bekämpfung der Jugendkriminalität auf den Weg gebracht. Maßnahmen sind unter anderem verpflichtende Gewaltpräventions-Workshops und Wertekurse für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Wertevermittlung durch Sport und gemeinsame Aktivitäten mit dem Hood Training des Roten Kreuzes und die verstärkte Vernetzung von Polizei, Justiz, Wissenschaft und Sozialarbeit.








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