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Leserartikel Marlis Schlatte, 27.08.2019 09:15

OTTENSHEIM. Unter fulminantem Feuerwerk wurde am Wochenende die Ruder-WM in Ottensheim eröffnet. Die österreichischen Ruderer gingen bereits am Sonntag erfolgreich an den Start.

Eröffnung mit den Flaggen aller teilnehmenden Nationen. Foto: Detlev Seyb
  1 / 3   Eröffnung mit den Flaggen aller teilnehmenden Nationen. Foto: Detlev Seyb

„Es war ein stiller Nachmittag für uns, ein sehr schwerer. Wir hoffen aber, dass das sportliche, freudige Event trotzdem in guter Atmosphäre über die Bühne gehen kann“, kommentiert Horst Anselm, der Organisator und Präsident des oberösterreichischen Ruderverbands, den tödlichen Unfall des weißrussischen Pararuderers, der sich noch während der Vorbereitungen zur WM zutrug. Die Eröffnungsfeier am Samstag startete daher mit einer Gedenkminute für den verstorbenen Sportler. Anschließend wurde die Ruder-WM feierlich vor mehreren tausend Zusehern und unter großem Applaus eröffnet. Dem Einmarsch der Volunteers mit den Flaggen aller teilnehmenden Nationen und den Eröffnungsreden von Anselm, Landeshauptmann Thomas Stelzer und FISA-Präsident Jean-Christophe Roland folgte der künstlerische Teil, der von Werner Pfeiffer durchgeführt wurde. Ein Ruderboot diente der Komposition „ROW – Rhythm on Water“ von Bernhard Schimpelsberger als Instrument und erzeugte damit ein akustisches Feuerwerk. Der Eröffnungsfeier abschließend folgte dann ein echtes, die Regattastrecke bunt erleuchtendes Feuerwerk.

Erfolgreicher Start

Der Sonntag startete für die österreichischen Ruderer gleich sehr erfolgreich. Die 29-jährige Kärntnerin Magdalena Lobnig ist die Medaillenhoffnung für Österreich. Aufgrund einer Nebenhöhlenentzündung konnte sie im Training zuvor nicht alles geben, jedoch plant sie, spätestens zum Semifinale am Samstag wieder topfit zu sein – denn da geht es um die Plätze für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. „Die Medaille hat man natürlich immer im Hinterkopf. Der Druck ist da, aber ich habe eine gewisse Erwartungshaltung an mich selbst und werde mich auch bestmöglich bei den Rennen präsentieren“, so die Gewinnerin der WM-Bronzemedaille 2017. „Der Semifinaltag wird sportlich sicher einer der spannendsten Tage sein“, ist sich auch Anselm sicher. Auch Julian Schöberl und Matthias Taborsky konnten im Leichtgewichts-Doppelzweier den Abstand zu den Top-Booten gering halten und schaffen es ins Viertelfinale. „Der Auftakt war super. Wenn die Familie und Freunde da sind, traut man sich, den Zielspurt bereits 500 Meter vor dem Ziel anzusetzen und nicht erst 300 Meter davor wie sonst“, so der Wiener Taborsky.

Gewinn für Ottensheim

Dass die WM auch wirtschaftlich ein Erfolg sein wird, betont Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer des Oberösterreich-Tourismus: „Allein die Nächtigungen der Athleten und Betreuer sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.“ Während des Events erwartet er 50.000 Besucher an der Strecke. „Hochgerechnet ist das eine direkte Wertschöpfung von über 15 Millionen Euro. Außerdem werden rund 400 Medienvertreter und 26 TV-Stationen aus für uns sehr wichtigen Märkten vor Ort sein.“ Die knapp 5.000 Einwohner zählende Gemeinde konnte sich in der Bewerbung um die Ruder-WM gegen die drei namhaften Ruderstädte Hamburg (GER), Račice (CZE) und Varese (ITA) durchsetzen. „Die Bewerbung und die Organisation waren eine große Herausforderung und wir können mit Fug und Recht behaupten, dass das Team um OK-Chef Horst Anselm alles richtig gemacht hat“, so Horst Nussbaumer, Präsident des Österreichischen Ruderverbands. „Wir haben von Anfang an den Sport in den Mittelpunkt gestellt. Deshalb haben wir den Zuspruch für die WM bekommen und stehen heute hier“, verkündete Horst Anselm in seiner Rede bei der Eröffnungsfeier der Ruder-WM.


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