Höckerschwäne - Zuwanderer, die sich bei uns sehr wohl fühlen
Höckerschwäne waren ursprünglich weiter im Norden und Osten beheimatet, wurden aber seit dem 16. Jahrhundert bei uns in Mitteleuropa als Ziervögel an Parkgewässern angesiedelt. Heute sind sie ein gewohnter Anblick an Seen, der Donau und größeren Nebenflüssen. Im Winter werden sie dort auch regelmäßig gefüttert. Aus der Nähe kann man den namensgebenden Höcker am Schnabelansatz erkennen.

Mit bis zu 160 cm Körperlänge, maximal 240 cm Spannweite und um die 10 kg Körpergewicht sind Höckerschwäne die größten heimischen Wasservögel. Um im Wasser starten zu können, müssen die zu den schwersten flugfähigen Vögeln weltweit gehörenden Höckerschwäne zunächst viele Meter flügelschlagend übers Wasser laufen, ehe sie sich in die Luft erheben. Sie gewinnen nur sehr langsam an Höhe und erzeugen im Flug mit den Flügeln singende Fluggeräusche.
Köpfchen unters Wasser,…
Stehende oder nur langsam fließende, seichte und nährstoffreiche Gewässer sind der ideale Lebensraum der Höckerschwäne. Dort gehen sie – in Stockentenmanier – gründelnd auf Nahrungssuche. Dabei können sie bis in etwa einen Meter Tiefe Wasserpflanzen und daran haftende Kleintiere fressen. Wird die Unterwasservegetation knapp, gehen Höckerschwäne auch an Land auf Nahrungssuche und fressen dort etwa Rapspflanzen. Insbesondere in Städten werden Höckerschwäne oft auch von Menschen gefüttert.
Problematische Fütterung
Unsere Wasservögel sind bestens an die winterlichen Lebensbedingungen angepasst und benötigen eigentlich keine Fütterung. Ungeeignetes Futter wie Salzgebäck oder schimmliges Brot kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Gefütterte Wasservögel verlernen die natürliche Nahrungssuche und werden vom Menschen abhängig. Fütterungen bewirken unnatürlich große Vogelansammlungen, was wiederum das Erkrankungsrisiko erhöht und bei den Tieren Stress und Konkurrenzkämpfe auslösen kann. Über den abgegebenen Kot wird die Wasserqualität beeinträchtigt. Darin enthaltene Parasiten können sogar beim Menschen Hautreizungen auslösen. Nicht zuletzt lockt man mit Futter ungebetene Gäste wie Ratten an.
Verfasser:
Christian Deschka
Naturschutzbund Mühlviertel West


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