"Es war einfach eine traumhaft schöne Zeit"
PERG. Einige Perger werden sich noch daran erinnern, dass eine theaterbegeisterten Schar der katholischen Jugend unter der Leitung des heutigen Naarner Dechants Johann Zauner sowie ein Literaturkreis unter der Leitung von „Bütz“ Gerhard Pilz und Robert Wandl vor 50 Jahren aktiv die kulturelle Belebung der Stadt angingen.

Mit heiteren Aufführungen der Jugend und Leseabenden der Literaturbeflissenen war der Grundstein für eine logische Vereinigung beider Gruppierungen angelegt. „Lang, lang ist“s her“ lautet die deutsche Übersetzung des irischen Volksliedes „Tell me the tales“ und lang ist“s her, dass ausgehend von bunten Abenden und revueartigen Faschingsveranstaltungen die Idee des seit Jahrzehnten beliebten PERGkabarett entstand. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Gründung eines Figurentheaters, des „Perger Kasperls“. Jahrzehnte lange Bemühungen und kreative Arbeit trugen Früchte: aus diesem einzigartigen Konglomerat ist schließlich das „Perger Theater“ im Kultur-Zeughaus hervorgegangen. Die Ausstellung „Das kann doch nicht alles gewesen sein – Ein- und Ansichten aus 50 Jahren Theaterleben“ zeigt Fotografien aus fünf Jahrzehnten. Gerhard Pilz schwelgt in amüsanten Erinnerungen und hat manche Anekdote bereit, beispielsweise die von 1967 beim Stück mit dem Titel „Zirkus“: „Am Vortag der Premiere stürzte Wolfgang Bauer von einer Steinmauer. Sein Auftritt war schon deshalb lustig, weil er im Gesicht komplett „verpickt“ war.“ Wolfgang Leutgeb denkt gerne an die Aufführung von „Bero“ im Jahr 1991 zurück: „Der Text war relativ leicht zu lernen, weil er in Reimform war. „…es hilft nix, wir müssen drawi, kost“s was es will, da abi…“. Ein echter Spaß.“ Es folgte die „Pension Schöller“. Dazu Wolfgang Bauer: „Es war nicht neicht, diese Ronne zu nernen.“
Für Nachwuchs ist gesorgt
Die Theaterleidenschaft hat in den vergangen Jahrzehnten auch Ingrid Kanellopoulos gepackt, die als bewährtes Ensemblemitglied ihre Begeisterung Sohn Michael Peham weitergegeben konnte. „Als kurzfristig eine männliche Nebenrolle zu besetzen war, sprang bei den Proben der Funke der Begeisterung über und ich war so voller Enthusiasmus, dass ich in einer Szene Gerald Kreuzer fast K.O. schlug.“ Dass es auf der Bühne ganz schön hart zugehen kann, konnte Peham in einem anderen Stück am eigenen Leib erfahren. Um eine möglichst realistische Szene zu bringen, bekam er echte Ohrfeigen verpasst. Zufall oder Schicksal? Wie dem auch sei: die mehr als zwanzig Aktiven des Perger Theaters auf und hinter der Bühne haben allen Grund zu feiern. Der Übergang zwischen den Jungen und den Alten des Perger Theaters verläuft fließend und für Nachwuchs ist gesorgt. Theater unterhält, Theater verwandelt, Theater erzählt von Hoffnungen, von Illusionen und ist Vermittler zwischen Traum und Wirklichkeit. Wie könnte ein Rückblick auf 50 Theaterjahre schöner formuliert sein, als mit den Worten von Ingrid Kanellopoulos, einer der Bewährten und Getreuen des Perger Theaters: „ Es war eine traumhaft schöne Zeit. Nicht aufhören zu träumen, bedeutet, nicht aufhören zu leben.“


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