Facettenreiche Eröffnung des Festivals der Regionen

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Der britische Dirigent Tim Steiner leitete das Bürgerorchester beim Eröffnungskonzert des Festival der Regionen in Perg.
Der britische Dirigent Tim Steiner leitete das Bürgerorchester beim Eröffnungskonzert des Festival der Regionen in Perg.
Margarete Frühwirth, Leserartikel, 01.07.2019 08:31 Uhr

ST. GEORGEN AN DER GUSEN/PERG/MAUTHAUSEN. Das Festival der Regionen wurde am Freitag, 28. Juni mit zwei Veranstaltungen eröffnet. Es macht zehn Tage lang in der Region Perg-Strudengau Station und steht für ein Miteinander, dessen Weg über die Kunst führt, so der künstlerische Leiter des Festivals Airan Berg.

Teil eins des Festival-Auftaktes fand im Eingangsbereich der Stollenanlage Bergkristall mit der Eröffnung der neuen Station des Audiowegs Gusen statt. Ein Konzert eines Bürgerorchesters samt Chor gestaltete kurz darauf den zweiten Teil in Perg. Musiker und Sänger aus der Region überzeugten sowohl erstmalig in dieser Form wie gleichermaßen bravourös unter der Leitung des Londoner Dirigenten Tim Steiner. In Workshops mit dem Dirigenten und dem portugiesischen Künstler-Kollektiv Ondamarela waren unterschiedlichste Klangstrukturen mit englisch-mühlviertlerischen Textfragmenten gemixt worden. Der so angerichtete Musikcocktail gestaltete sich mit reger Publikumsbeteiligung zu einem angeregten Konzertabend. Landeshauptmann Thomas Stelzer wünschte dem Festival im Hinblick auf den Titel „Soziale Wärme“, dass es niemanden kalt lassen möge und würdigte es als „Kunst pur, mit viel produktiver Reibungswärme“.

Standing Ovations für Welturaufführung

Der belasteten Geschichte der Region wurde besonderer Stellenwert im diesjährigen Programm eingeräumt. Eine Weltpremiere erlebten die Besucher des Theaterstückes „Die Gütigen“ vor der Gedenkstätte Mauthausen. Gedichte des griechischen Schriftstellers und KZ-Überlebenden Iakovos Kambanellis treten in Dialog mit Aischylos griechischer Tragödie Orestie und beinhalten eine starke politische und soziale Aussage über die Auswirkungen des Anstiegs von Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus in Europa - unter der Leitung der international bekannten Regisseurin Elli Papakonstantinou. Das Publikum dankte für die unglaublich berührende Inszenierung und Darstellung mit Standing Ovations.

Temporäre Räume für Begegnung 

Weitere Höhepunkte am Eröffnungswochenende waren die „Landung“ des Raumschiffes N.O.A.H. Galactica von Josseline Engeler mit ihrer Besatzung aus Linzer Kunstschaffenden auf der Leitnerwiese direkt am Ufer der Naarn, die Ausstellungseröffnung zu Mats Staubs neuem Langzeitprojekt „Tod und Geburt in meinem Leben“ im Alten Kino in der Linzerstraße sowie das Projekt „Ge_wanden“, mit dem Linzer Kunstschaffende auf ihrer Reise entlang der Donau zwischen Mauthausen und Grein in gemeinsamer Arbeit mit Besucherinnen und Besuchern Räume für ein Miteinander-Weben und Miteinander-Reden entstehen lassen.

 

INFO

Wer das Festival bisher nicht besuchen konnte: bis 7. Juli gibt es täglich tolles Kulturprogramm vom Feinsten. Mit 32 Projekten von Künstlern aus der Region sowie aus Belgien, Portugal, Großbritannien, Russland, Palästina, Italien und vielen anderen Ländern ist für jeden Geschmack etwas Interessantes dabei. 

Festivalhighlights:

Mats Staubs neues Langzeitprojekt „Tod und Geburt in meinem Leben“ im Alten Kino Perg in der Linzerstraße: unter Anwesenheit des Schweizer Künstlers

Für die Ausstellung „Tod und Geburt in meinem Leben“ wurde das Alte Kino in Perg umgebaut und die Besucher können sich in intimer und ruhiger Atmosphäre die raumgreifende Installation von Mats Staub ansehen, auf sich wirken lassen, sich berühren lassen von den Lebenserfahrungen rund um Tod und Geburt im Leben unterschiedlicher Menschen. Der Künstler ist vor Ort und freut sich auf spannende Gespräche mit den Besucher_innen.

Die Ausstellung „Tod und Geburt in meinem Leben“  bis 7.7. täglich im Alten Kino Perg, Linzerstraße 15  Öffnungszeiten: Mo-Fr: 16:00 - 22:00, Sa-So: 11:00 - 22:00

 

Die N.O.A.H. Galactica von Josseline Engeler landete mit ihrer Besatzung aus Linzer Kunstschaffenden auf der Leitnerwiese in der Badgasse im Perger Zentrum und erfuhr am Eröffnungswochenende eine „Raumschiffstaufe“ durch Bürgermeister Anton Froschauer. Sie wird täglich nach der Rettung der Menschheit fragen.

Öffnungszeiten N.O.A.H. Galactica in der Badgasse in Perg: täglich bis 7.Juli: Mo-Fr 16:00-21:00, Sa-So 13:00-21:00

 

Die Ausstellung „Ich bin ein Reisender - KUNST.KOFFER“ der Lebenshilfe Oberösterreich im 20er Hof in Grein bietet spannende Einblicke in das Leben, in die Träume und Wünsche von Personen, die von der Lebenshilfe über mehrere Jahre begleitet wurden.

Im 20er Hof in Grein sind 50 individuell gestaltete Koffer ausgestellt, die von Klient_innen und Mitarbeiter_innen persönlich und liebevoll gestaltet wurden. Anlass für die Ausstellung ist das fünfzigjährige Bestehen der Lebenshilfe Oberösterreich und die Bemühungen der Lebenshilfe um Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigung wie das Bestreben einer inklusiven Gesellschaft, in der alle Menschen gleichwertige Mitglieder sind.

Ausstellung im 20er Hof in Grein, Hauptstraße 20

Öffnungszeiten: 1.7. - 5.7. 15:00-20:00, 6.7. 11:00-20:00, 7.7. 11:00-18:00

 

Der erste „Ruf gegen die Grenze“ wurde über die Donau in Grein/OÖ und Neustadtl/NÖ aufgeführt und zeigte, dass Grenzen auf sehr kreative Weise überwunden werden können

Barbara Holub und Paul Rajakovics von transparadiso bauten zwei großformatige Megaphon-Objekte an den gegenüberliegenden Ufern der Donau auf. Daraus zu hören war ein experimentelles Text-/Musikstück, das als Grenz-Dialog aufgeführt wurde. Der Inhalt des Stücks wurde in Workshops mit Menschen aus Perg erarbeitet. Es stellte Fragen nach symbolischen oder gesellschaftlichen Grenzen, Ausgrenzungen, Abgrenzungen, Eingrenzungen und behandelte das Potential des Überwindens von Grenzen.

Weitere Aufführungen „Ruf gegen die Grenze“:

Fr, 05.07, 18:30 - 19:30 Uhr, Ort: Kirche St. Nikola/OÖ, Badestrand Neustadtl/NÖ

So, 07.07., 16:30 - 17:30 Uhr, Ort: Schotterbank Poschachertraße Mauthausen/OÖ, Radwanderweg Enns-Pyburg/NÖ

 

Ausstellung „Frauenwelten“ im Kriegergut Perg zeigt täglich Einblicke in das Leben von Frauen im Iran und Irak: mit künstlerischen Arbeiten von Elisa Andessner und Johanna de Tessierès

Elisa Andessner lebt in Linz, ist Performancekünstlerin und arbeitet im Bereich der Selbstauslöserfotografie. Sie hat für ihre Videoarbeit „messages“ Frauen im Iran nach deren Wünschen und Sehnsüchten befragt. Die Fotoarbeiten der belgischen Fotografin Johanna de Tessierès gewähren Einblicke in das Leben und die Traditionen der religiösen und ethnischen Minderheit der Jesiden im Nordirak.

Die Ausstellung „Frauenwelten“ ist bis 7.7. täglich von 10 bis 22 Uhr im Festivalzentrum Kriegergut in Perg, Zeitling 16 zu sehen.

 



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